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Leih- und Servicemodelle zur Lösung ökologischer und ökonomischer Herausforderungen

© iStock

Das Projekt Pro-Service beschäftigt sich mit kreislauforientierten Leih- und Servicemodellen im Kontext industrieller Produktion zur Lösung aktueller ökologischer und ökonomischer Herausforderungen.

Unser aktuell lineares Wirtschaftssystem ist durch Energie- und Ressourcenintensität geprägt und stößt speziell in industriellen Systemen, die auf den Konsum und die einmalige Nutzung von Gütern ausgerichtet sind, an seine Grenzen. In Österreich nimmt das produzierende Gewerbe nach wie vor eine herausragende Stellung im inländisch verursachten Materialverbrauch ein. Zudem zählen beispielsweise die Sektoren Industrie und Energieerzeugung mit 43,4 % zu den Hauptverursachern von Treibhausgasemissionen. Zugleich hat die sich in den vergangenen Jahrzehnten vollzogene Verlagerung der Produktion ins Ausland zu einer zunehmenden Importabhängigkeit in Bezug auf natürliche Rohstoffe geführt. Steigende Unsicherheit bezüglich der Verfügbarkeit und Preisentwicklung von Rohstoffen sind die Folge.

Kreislauforientierte Leih- und Servicemodelle werden vor diesem Hintergrund bereits seit geraumer Zeit als vielversprechende Lösungsansätze für obengenannte ökologische und ökonomische Herausforderungen diskutiert. Darunter werden insbesondere Produkt-Dienstleistungssysteme mit einem hohen Dienstleistungsgrad verstanden, bei denen nicht der Verkauf von Produkten, sondern die Bereitstellung von Nutzungsmöglichkeiten und ergebnisorientierte Dienstleistungen im Vordergrund stehen. Neben Leasing- und Mietangeboten umfasst dies das Teilen oder Pooling von Produkten, wie auch Pay-Per-Service-Leistungen und weitere Dienstleistungen, wo ausschließlich die Erfüllung einer Leistung vereinbart wird. Gegenüber einer produkt-zentrierten Gestaltung der Versorgung können solche Ansätze attraktive Lösungen für ökologische und ökonomische Herausforderungen bieten. Doch obwohl Faktoren für den Umstieg auf dienstleistungszentrierte Leistungen bereits seit vielen Jahren intensiv erforscht werden, konnte eine breite Marktdurchdringung nur in wenigen Bedarfsfeldern, wie beispielsweise der Leihe von Druckern im Verwaltungsbereich oder punktuell der ausgelagerten Energieversorgung, erreicht werden.

PRO-Service ist ein im Rahmen der FTI-Initiative „Kreislaufwirtschaft“ vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie gefördertes und von AEE INTEC gemeinsam mit KMU Forschung Austria bearbeitetes Projekt. Hauptziel ist, die Verbesserung des Verständnisses der ökonomischen und ökologischen Potenziale einer Umsetzung von Leih- und Servicemodellen im produzierenden Gewerbe in Österreich zu erreichen und aufzuzeigen, welche Veränderungen und F&E-Leistungen notwendig sind, damit diese durch geeignete Geschäftsmodelle realisiert werden können. Zu diesem Zweck wird eine umfangreiche Analyse bestehender Daten und wissenschaftlicher Arbeiten mit einer Erhebung des F&E-Bedarfs im österreichischen produzierenden Gewerbe verknüpft. Die Projektergebnisse werden für Unternehmen, potenzielle Anwender und die Politik zielgruppenspezifisch aufgearbeitet.

In einem innovativen Ansatz strebt das Projekt an (1) Bedarfsfelder und Eignung von Leih- und Servicemodellen im lokal-regionalen Kontext veränderter Rahmenbedingungen zu ermitteln, (2) zukünftige Bedarfsfelder in Hinblick auf Diffusion bzw. Entwicklung neuer Produkte und Produktionsgüter mit hohem Potenzial für Leih- und Servicemodelle zu identifizieren und (3) Barrieren und erforderliche Regulatorien und Anreize für die Implementierung von Geschäftsmodellinnovationen aufzuzeigen.

In Bezug auf die angeführten Themenbereiche strebt das Projekt eine integrative und übergreifende Erfassung des F&E-Bedarfs an. Konkret sollen folgende Ergebnisse erreicht werden:

  • Identifikation von aktuellen und zukünftigen Produktionsgütern und Produkten in der österreichischen Industrie, wo aus ökonomischer und ökologischer Perspektive der größte Handlungsbedarf für eine stärkere Dienstleistungsorientierung besteht
  • Identifikation des F&E-Bedarfs bei Leih- und Servicemodellen für eine bessere Eignung für das produzierende Gewerbe
  • Identifikation des F&E-Bedarfs hinsichtlich der betrieblichen Implementierung von Geschäftsmodellinnovationen für Leih- und Servicemodelle


Projektpartner:
KMU Forschung Austria

Fördergeber:
Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie

Kontakt: Sarah Meitz s.meitz@aee.at