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Nachhaltige Siedlungswasserwirtschaft - Praktische Anwendungen (NASPA)

Vor allem für ländliche Streusiedlungen ist die zentrale Abwasserentsorgung, wie sie in Ballungszentren üblich ist, nicht zwangsweise die ökologisch und ökonomisch günstigste Variante. Im Hinblick auf eine verantwortungsvolle Nutzung und Schonung unserer natürlichen Ressourcen wurde auch die Notwendigkeit zur Förderung nachhaltiger Systeme in der Siedlungs­wasserwirtschaft erkannt. Aus Mangel an Erfahrungen wurden in Österreich bisher nur wenige solche Systeme umgesetzt...

An fünf Objekten - zwei steirischen Gemeinden (Unterauersbach und Langegg-Hirtenfeld), einer Wohnhausanlage in Pöllau (Nähe Gleisdorf), dem Christophorus Haus (Bürogebäude) in Stadl Paura sowie einem Privathaushalt (Oberwindhag, Waldviertel) - werden neue Wassersystem untersucht und darauf basierend Empfehlungen ausgearbeitet.

Beitrag der AEE INTEC

Ein integriertes System der Wasserbewirtschaftung für ein Wohnhaus (Gutshof Pöllau 18, Herr Feistritzer) mit acht Wohnungen und einem Veranstaltungsraum soll durch ein Mess- und Analysenprogramm möglichst genau erfasst werden. Das System umfasst folgende Einrichtungen:

- Wassersparmaßnahmen

- Grauwassersammlung (ca. 1300 l/d) und- reinigung in einer SBR-Anlage, Wiederverwendung des Grauwassers für Toilettenspülung und zur Raumpflege in den Wohnungen, dem Kellerstöckl und dem Veranstaltungssaal (erwarteter Betriebswasserbedarf, ca 1000 l/d)

- Regenwassersammlung von max. 480 m² Dachfläche und Verwendung in der Waschküche und am Hof.

- Schwarzwasserreinigung mit einer Pflanzenkläranlage

Geplant ist erstens die Messung des Nutzerverhaltens über den Wasserverbrauch und die Erfassung von Daten zum Grau-, Regen- und Schwarzwasser, sowohl was Menge als auch Qualität betrifft.

Es sind auch Versuche mit einem neu entwickelten Wärmetauscher für die Wärmerückgewinnung aus Grauwasser vorgesehen.

Letztlich sollen Versuche mit einer Pflanzenkläranlage zur Schwarzwasserreinigung durchgeführt werden, um zu prüfen, welche Fläche noch notwendig ist um das Schwarzwasser eines Hauses zu reinigen, in dem eine Grauwasserreinigung betrieben wird.

Innovation:

Es sollen Grundlagen für die Bemessung von Einrichtungen der nachhaltigen Wasserwirtschaft erarbeitet werden. Diese Grundlagen sind in Österreich und in Mitteleuropa derzeit noch mangels geeigneter Projekte, die beobachtet werden können, nicht vorhanden.

- Welche Einsparungen sind mit wassereffizienten Einrichtungen möglich, welche Wasserverbräuche resultieren daraus tatsächlich.

- Wie ist die Grauwasseranlage optimal zu dimensionieren.

- Wie ist die Pflanzenkläranlage für Schwarzwasser zu dimensionieren.

- Welche hygienischen Belastungen sind durch die Nutzung von Grauwasser und Regenwasser zu erwarten.

Die Wärmerückgewinnung soll auf ihre Eignung für den Einsatz mit Grauwasser getestet werden. Dabei soll auch ermittelt werden, welche Energiemengen nutzbar gemacht werden können.

Damit soll ein nächster Schritt auf dem Weg zu nachhaltigen Wassersystemen, als Weiterführung des Projektes Sus-san gemacht werden, und einige der Fragen beantwortet werden, die Sus-san aus Mangel an geeigneten Daten offen lassen musste.

Ökologischer und volkswirtschaftlicher Nutzen:

In der Süd- und Südoststeiermark kommt es immer wieder zu Wasserknappheit. Auch Wasserwerke der Region haben in Trockenperioden Schwierigkeiten alle potentiellen Kunden zu versorgen. In den letzten trockenen Sommern war in manchen Gebieten die Feuerwehr ständig im Einsatz um alle mit Wasser zu versorgen. Unter diesen Voraussetzungen scheint es sinnvoll, alternative Wasserressourcen für mindere Anwendungen zu mobilisieren, um auch in Trockenperioden für alle ausreichend Trinkwasser zu haben.

Über den regionalen Rahmen hinaus soll das Projekt auch Grundlagen für die weitere Anwendung nachhaltiger Wassersysteme liefern. Prognosen über die zukünftigen Wasserreserven gehen meistens von einer zunehmenden Verknappung aus. Die möglichst effiziente Nutzung dieser Reserven kann diesem Trend entgegenwirken. Der Einsatz möglichst effizienter Einrichtungen, die Wiederverwendung von gereinigtem Grau- oder Abwasser, die Nutzung von Regenwasser können Teile solch effizienter Systeme sein. Dieses Projekt soll zum besseren Verständnis dieser Massnahmen beitragen und zu ihrem Einsatz in großem Maßstab führen.

Es ist auch zu erwarten, dass langfristig und bei Umsetzung der Massnahmen in Neubauten die Kosten für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung gesenkt werden können. Zumal in Streusiedlungsgebieten haben die oft dezentralen Einrichtungen den Vorteil, dass sie ohne lange Leitungssysteme mit hohen Bau- und Wartungskosten auskommen.

Auszeichnungen

Energy Globe Styria Award 2008 in der Kategorie Wasser für den
Gutshof Pöllau 18, dessen ganzheitlicher Ansatz zu Wasser, Energie, ökologischem Bauen, und behutsamer Erhaltung und Renovierung die Jurie zur Anerkennung des Preises bewogen hat.

Innovationspreis des Steirischen Vulkanlandes
http://www.vulkanland.at/de/lernende-region/innovationspreis/innovationspreis-2008/
im Schwerpunkbereicht Lebenskraft


Auftraggeber

Lebensministerium über Kommunalkredit Austria AG

Projektpartner

· AEE - Institut für Nachhaltige Technologien (Gleisdorf)

· AWV Umwelttechnik (Tauplitz)

· Verein EcoSan Club (Wien)

· Universität für Bodenkultur, Institut für Siedlungswasserbau (Wien)

· Ökologisches Projekt,Technisches Büro f. Kulturtechnik GmbH (Graz)

· SERI - Nachhaltigkeitsforschungs und -kommunikations GmbH (Wien)

Publikationen

Presseaussendung zum Auftakt des "International Year of Sanitation 2008 (IYS08)"

Die UN Generalversammlung hat das Jahr 2008 zum "Internationalen Jahr der sanitären Grundversorgung" (International Year of Sanitation, IYS 2008) erklärt. Der offizielle Auftakt findet am 21. November 2007 durch die UNO in New York statt...

Status

abgeschlossen