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News

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Ausgabe 03 | 2022 der „nachhaltigen technologien“ ist online

Der Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe beschäftigt sich mit dem Thema „Speicheroption Bauteilmasse“. Die Bedeutung von Speicheroptionen in einem transformierten Energiesystem steht mittlerweile außer Streit. Doch soll auf Energiespeicher, die heute noch einen geringen Technologiereifegrad aufweisen und trotz hoher Forschungsintensität erst in der nächsten Dekade zur Verfügung stehen oder auf Speichertechnologien, die bereits verfügbar sind, deren reale Umsetzung aber wegen ihrer großtechnischen Dimension und Neuheit mit höheren wirtschaftlichen Risiken verbunden ist, gesetzt werden? In zukünftigen Energiesystemen wird es alle Stoßrichtungen im Speicherportfolio brauchen. Die thermische Bewirtschaftung von ohnehin verfügbaren Bauteilmassen als Flexibilitätsoption in Gebäuden ist hinsichtlich Technologiereifegrad bereits am Markt angekommen, ist aus wirtschaftlicher Sicht höchst interessant und besitzt enormes Umsetzungspotenzial in Neubau und Sanierung. Berichte zu laufenden Demonstrations-projekten geben im gegenständlichen Schwerpunkt der „nachhaltigen technologien“ einen ausgezeichneten Überblick über Optionen zur flexiblen Aufnahme erneuerbarer Energien in Gebäuden, der Eignung unterschiedlicher Bauteile und Baumaterialien, zum Grad der Vorfertigung und Standardisierung, zu neuartigen vorausschauenden Regelungs¬konzepten sowie zu angepassten Geschäfts- und Nutzungsmodellen.

 

Innovatives Sanierungskonzept kommt in die Umsetzung

©thomas.buchsteiner Towern3000

Mit energieaktiven Fassaden wird zukünftig in einem Grazer Quartier erneuerbare Energie produziert, gespeichert und verteilt. Entwickelt wurde dieses Konzept im europäischen Projekt „EXCESS“ (FleXible user-CEntric Energy poSitive houseS) und wird aktuell an einem Hochhaus umgesetzt.

Das integrale Gesamtenergiekonzept sieht vor, ein Bestandsgebäude zu einem Plusenergiegebäude in Passivhausstandard zu transformieren. Vorgefertigte Fassadenelementen, die zugleich Tragkonstruktion für die fassadenintegrierte Photovoltaik, die thermische Isolierung sowie für ein Flächenheiz- und Kühlsystem ist, ist das Herzstürz des Konzeptes. Die produzierte Energie aus der Photovoltaikanalage dient als Energiequelle für ein kaskadiertes Grundwasser-Wärmepumpensystem dessen Wäre und Kälte zur Gebäudetemperierung genutzt und bei Energieüberschüssen in den Bauteilmassen der Bestandswände zwischengespeichert werden kann.

 

BTTAB – Breitentest von Gebäuden mit thermischer Bauteilaktivierung - als flexibler Energiespeicher

© Betonmarketing Österreich
@ AEE INTEC

Der Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung und umfangreiche Möglichkeiten der Energiespeicherung sind zentrale Eckpfeiler einer notwendigen Energiewende. Die thermische Bauteilaktivierung kann hierbei eine wesentliche Schlüsselkomponente sein, da sie multifunktional als Wärme- und Kälteabgabesystem sowie als Speicher für fluktuierende Erneuerbare eingesetzt werden kann.

Ziel des großangelegten Breitentest ist es, die thermische Bauteilaktivierung in der Marktdurchdringung zu verstärken und die Leistungsfähigkeit in der Anwendung als Speicher- und Energieflexibilitätspotential zu analysieren. Gezielt soll die Steigerung regionaler erneuerbarer Energiequellen, die Nutzbarmachung von Stromüberschüsse aus dem lokalen Netz und das Erhöhen der Flexibilität für das Lastmanagement von Wärme- und Kältenetzen demonstriert werden. Das Portfolio der ausgewählten 18 Demonstratoren (je Bundesland 2) besticht dabei durch hohe Diversität, durch die harmonisierte regionale Verteilung, unterschiedlichste Gebäudenutzungen und -größen (Wohnbau, Büro- & Verwaltung, Beherbergung, Bildung, Gesundheitsbereich, Fertigung, Lager, etc.), unterschiedlichen Bauweisen und aktivierten Materialien (Beton, Ziegel, Holz), verschiedenster Arten der Integration erneuerbarer Energien sowie durch unterschiedliche Ausgangssituationen (Neubau, Bestandssanierung). Durch die Ausstattung der Demonstratoren mit einem Energie- und Behaglichkeitsmonitoring soll ein Aufschluss über die Leistungsfähigkeit des Speicher- bzw. des Energieflexibilitätspotentials und über wesentliche Erkenntnisse in Bezug auf Nutzerkomfort, Nutzerzufriedenheit, ökonomischer Aspekte in Errichtung und Betrieb sowie Funktionalität der Prozessabläufe gegeben werden.

Insgesamt werden bei einer Brutto-Grundfläche von rund 123.000 m² der 18 Demoobjekte eine aktivierte Fläche von ungefähr 164.000 m² als flexibler Energiespeicher analysiert und bewertet.

Die flexible Energiespeicherung optimiert nicht nur die Ausnutzung der regionalen erneuerbaren Energien und entlastet die Netzinfrastrukturen, sondern kann auch Kostenvorteile für zukünftige Stromtarifmodelle generieren. Auch die Optimierung von Wärmetarifen durch die Erhöhung der Leistungskapazitäten von Netzabschnitten sowie Erzeugungsanlagen, kann dabei die ökonomische Effizienz des Gesamtsystems verbessern.

Neben dem detaillierten Einblick in 18 Demoobjekte werden die Ergebnisse zielgruppenspezifisch am Ende des Projektes zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen unter:
https://nachhaltigwirtschaften.at/de/sdz/projekte/bttab.php

https://projekte.ffg.at/projekt/4121990

Projektleiter: DI Walter Becke, w.becke@aee.at

 

Innovative Energietechnologien in Österreich - Marktentwicklung 2021

Die Dokumentation und Analyse der Marktentwicklung der Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energie schafft eine Daten-, Planungs- und Entscheidungsgrundlage für zahlreiche Akteursgruppen in der Politik, der Wirtschaft und im Bereich der Forschung und Entwicklung. Die vorliegende Marktstudie “Innovative Energietechnologien in Österreich – Marktentwicklung 2021“ schafft diese Grundlagen für die Bereiche feste Biomasse, Photovoltaik, Solarthermie, Wärmepumpen und Windkraft.

Neben der Dokumentation von Verkaufszahlen für den Inlandsmarkt und den Exportmarkt werden volkswirtschaftliche Kennzahlen im Bereich der Umsätze, der Arbeitsplätze und der CO2-Effekte dieser Technologien präsentiert.

Die österreichischen Unternehmen in den Bereichen Biomasse, Photovoltaik, Solarthermie, Wärmepumpen und Windkraft konnten im Jahr 2021 einen Umsatz von 7,7 Milliarden Euro erzielen und mehr als 39.200 Personen beschäftigen. Durch die Anwendung dieser innovativen Technologien wurden in Österreich 74,6 Terawattstunden erneuerbare Energie bereitgestellt und klimaschädliche Emissionen im Umfang von 15 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent vermieden.

AutorInnen: P. Biermayr, C. Dißauer, M. Eberl, M. Enigl, H. Fechner, B. Fürnsinn, M. Jaksch Fliegenschnee, K. Leonhartsberger, S. Moidl, E. Prem, S. Savic, C. Schmidl, C. Strasser, W. Weiss, M. Wittmann, P. Wonisch, E. Wopienka

 

Ausgabe 02 | 2022 der „nachhaltigen technologien“ ist online

Zusätzlich zu den Auswirkungen des Klimawandels wird uns durch die aktuellen geo- und energiepolitischen Entwicklungen sehr deutlich bewusst gemacht, dass wir endlich ernsthaft aus der fossilen Abhängigkeit unseres Energiekonsums aussteigen müssen. Der Wärmesektor ist mit rund 65 Prozent fossiler Versorgung stark betroffen und steht in Bezug auf die notwendige „Wärmewende“ vor enormen Herausforderungen. Das „Erneuerbare Wärme Gesetz“, welches den Ausstieg aus den Fossilen regeln soll, ist überfällig und hängt in der Kompetenzteilung zwischen Bund und Ländern fest. Verlorene Zeit, da der aktuell gültige gesetzliche Rahmen es nach wie vor erlaubt, selbst im Neubau Gasheizungen zu errichten. Der aktuelle Umsetzungsstand des Gesetzes, der Rahmen sowie der vorgesehene Zeitplan wird im Leitartikel von „nachhaltige technologien“ vorgestellt.

Eine zentrale Herausforderung der Wärmewende ist unter anderem die Dekarbonisierung der Fernwärme. Insbesondere die städtische Fernwärme ist stark von fossilen Energieträgern abhängig. Bestehende zentrale Systeme hin zu lokal verfügbaren, erneuerbaren Energieträgern zu transformieren, geht mit Dezentralisierung und mit Sektorkopplung einher. Die dadurch gesteigerte Systemkomplexität bringt zusätzliche Anforderungen an Planung, Umsetzung und Betrieb und erfordert neue Herangehensweisen. Das Großforschungsprojekt ThermaFLEX hat hier an der Nahtstelle zwischen Forschung und Anwendung neue Ansätze entwickelt und in 10 Demonstratoren umgesetzt. Eindrucksvoll konnte gezeigt werden, dass auch in Wärmenetzen die Transformation rasch gelingen kann.

 
 

Renewable energies for the automotive industry

Die Dekarbonisierung des Prozesswärmebedarfs ist eine der größten Herausforderungen im Rahmen der Wärmewende bis 2050. Bisher fokussierten sich die Anstrengungen auf den Stromsektor. Für die Erreichung der Klimaziele muss jedoch dem bisher stark vernachlässigten Wärmesektor durch den Einsatz solarer Prozesswärme größere Aufmerksamkeit zukommen. Allerdings gibt es Umsetzungsbarrieren, vor allem bezüglich fehlender Kenntnisse zu intelligenten Integrationsmöglichkeiten und möglichen vorgeschalteten Optimierungen, sowie ein unausgeschöpftes Kostensenkungspotenzial bei der Planung und Umsetzung von SHIP-Anlagen (SHIP - Solar Heat for Industrial Processes). Vor diesem Hintergrund liefert das binationale Projekt „Solar Automotive“ Ergebnisse, um

(1) Lösungen zur Überwindung der Umsetzungsbarrieren solarer Prozesswärme aufzuzeigen,

(2) Informationen zu Einsatzmöglichkeiten solarer Prozesswärme bereitzustellen sowie

(3) Demonstrationsanlagen zu initiieren.

 

Klimaneutrale Fernwärme für Gleisdorf

© Ulrich Gutmann

Aus Abwasser und Biogas wird zukünftig klimaneutrale Fernwärme für Gleisdorf. Entwickelt wurde das Konzept im Leitprojekt ThermaFLEX. Am 4. Februar luden die Verantwortlichen zur Vorstellung des Konzepts, welches die Startmaßnahme für die Implementierung einer neuen Fernwärmezentrale darstellt, ein.

Das Konzept sieht vor, dem gereinigten Abwasser die noch ungenutzte Wärme mittels Wärmetauscher und Wärmepumpe zu entziehen. Das in der Kläranlage entstehende Biogas wird ebenfalls vollständig in Wärmeenergie umgewandelt und bietet einen wichtigen positiven Effekt im Hinblick auf eine effiziente Ressourcennutzung, da das ungenutzte Abfackeln von Biogas vermieden wird. Die damit produzierte Energie kann ganzjährig in das Fernwärmenetz eingespeist werden. In der ersten Ausbaustufe wird ein Konzept mit 500 kW Heizleistung realisiert. Im Jahresschnitt können somit rund 4 000 MWh Energie klimaneutral erzeugt werden. Dies führt zu einer CO2-Einsparung von rund 1 000 Tonnen im Vergleich zur Verwendung von Erdgas.

 

Michael Gumhalter gewinnt Young DECA Award 2022

© DECA

Die DECA (Dienstleister Energieeffizienz & Contracting Austria) als die Interessensvertretung der österreichischen Energiedienstleister veranstaltete am 14. Februar 2022 den zweiten Österreichischen Energieeffizienzkongress in Wien. Im Rahmen der hochkarätigen Veranstaltung wurde Dipl.-Ing. Michael Gumhalter für seine Arbeit am Forschungsprojekt EXCESS mit dem Young DECA Award ausgezeichnet. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert und wird an Wissenschaftler*innen unter 30 Jahren verliehen, die im Bereich von Energieeffizienz forschen.

Michael Gumhalter arbeitet aktiv an der Entwicklung von modellbasierten, prädiktiven Regelungen für Gebäude. Die Hauptziele dabei sind die Effizienzsteigerung der Systeme sowie die maximale Nutzung von lokalen erneuerbaren Energiequellen bei gleichzeitiger Einhaltung der Komfortgrenzen in den Räumen durch Optimierung und vorausschauendes Verhalten.

 

Leih- und Servicemodelle zur Lösung ökologischer und ökonomischer Herausforderungen

© iStock

Unser aktuell lineares Wirtschaftssystem ist durch intensive Energie- und Ressourcennutzung geprägt und stößt speziell in industriellen Systemen, die auf den Konsum und die einmalige Nutzung von Gütern ausgerichtet sind, an seine Grenzen. Kreislauforientierte Leih- und Servicemodelle werden vor diesem Hintergrund bereits seit geraumer Zeit als vielversprechende Lösungsansätze für ökologische und ökonomische Herausforderungen diskutiert. Dennoch konnte eine breite Marktdurchdringung bisher nur in wenigen Bedarfsfeldern wie beispielsweise der Leihe von Druckern im Verwaltungsbereich oder punktuell der ausgelagerten Energieversorgung, erreicht werden.

Hier setzt das Projekt PRO-Service an, um ein besseres Verständnis der ökonomischen und ökologischen Potenziale einer Umsetzung von Leih- und Servicemodellen im produzierenden Gewerbe in Österreich zu erlangen und aufzuzeigen, welche Veränderungen und F&E-Leistungen notwendig sind, damit diese durch geeignete Geschäftsmodelle realisiert werden können.

 

Effiziente erneuerbare Nahwärme für Zentral-Europa

© ENTRAIN

ENTRAIN forcierte die systematische Energieplanung zur Reduktion der CO2-Fußabdrücke und den Ausbau erneuerbarer Nahwärme in fünf Zielregionen in Italien, Deutschland, Kroatien, Slowenien und Polen.

Dies wurde durch Knowhow-Aufbau, Initialisierung von Investitionen und Entwicklung innovativer Finanzinstrumente unterstützt. In Train-the-Trainer-Webinaren wurden Stakeholder durch Expert*innen aus Österreich und Deutschland, mit langjähriger Erfahrung in diesem Bereich, geschult.

Weitere Ziele waren die Übersetzung von Unterlagen (z. B. des überarbeiteten Planungshandbuchs) und der Transfer des österreichischen Qualitätsmanagementsystems "QM Heizwerke" für Biomasse Nahwärme in die Zielregionen. Besonders in Italien in der Region Friaul-Julisch Venetien wird derzeit intensiv daran gearbeitet. Dort wurden auch Qualitätsbeauftragte nach österreichischem Vorbild von AEE INTEC ausgebildet.

Das gesamte Schulungsmaterial und die übersetzten Dokumente sind auf der Projektwebsite frei verfügbar.

 

buildingTwin.at Plattform nimmt Gestalt an

© AEE INTEC

Im Rahmen des buildingTwin-Projekts untersucht AEE INTEC gemeinsam mit Projektpartnern, unter der Leitung der Österreichischen Bautechnikvereinigung (ÖBV), die Verbindung von virtuellen Gebäudemodellen mit Daten aus dem Gebäudebetrieb zu digitalen Gebäudezwillingen. Die Kopplung von BIM (Building Information Modeling)-Modellen mit Betriebsdaten und anderen externen Daten zu einem digitalen Zwilling ermöglicht Gebäudeeigentümer*innen und Betreiber*innen einen besseren Einblick in die Echtzeit-Gebäudeperformance während des gesamten Lebenszyklus.

 

Entlastung der Netze durch vor Ort erzeugte erneuerbare Energien und Speichertechnologien

Quelle: PA-ID PROCESS GmbH

Innerhalb des transnationalen Projekts Sol4City wurden in einer ersten Phase durch gezielte Bündelung von österreichischen und deutschen Kompetenzen aus Forschung und Industrie neuartige Energieversorgungskonzepte für den Geschossbau entwickelt. Kern dieser Konzepte bilden neue Komponenten wie abgedeckte PVT-Hybridkollektoren, Sorptionskollektoren, Vakuumwärmespeicher, Eisspeicher und Batteriespeicher.

Die zweite Phase des Projekts startet im März 2022 und bearbeitet technische Herausforderungen der integralen Kopplung aller lokalen, volatilen Energieerzeuger, Verbraucher, Speicher und Versorgungsnetze, die eine kombinierte Nutzung mit verfügbaren Energietechnologien im Kontext eines Gesamtenergiesystems für klimaneutrale Gebäude in Städten ermöglichen. Wesentliche Aspekte unter anderen sind optimiertes Design und Dimensionierung aller Einzeltechnologien hinsichtlich Versorgungssicherheit und Systemintegration, Maximierung der erneuerbaren Energieerzeugung für die Deckung des Wärme- und Strombedarfs (inkl. E-Mobilität) mit erneuerbaren Energien sowie aktive Entlastung der Versorgungsnetze durch Ausnutzung von Gebäude- und systemimmanenten Flexibilitäten.

Die Ergebnisse des Projekts Sol4City fließen zudem in eine Arbeitsgruppe der Internationalen Energieagentur zur Entwicklung von Gesamtenergiesystemen für klimaneutrale Gebäude in Städten ein (IEA SHC Task 66). Thomas Ramschak (AEE INTEC) leitet in diesem Projekt der Internationalen Energieagentur den Subtask „Current and future technologies and components“.

 

Innovationslabor RENOWAVE.AT für nachhaltige, klimaneutrale Gebäude- und Quartierssanierung

Quelle: AEE INTEC

Innovationslabor RENOWAVE.AT für nachhaltige, klimaneutrale Gebäude- und Quartierssanierung

Am 20.12.2021 wurde die Genossenschaft RENOWAVE.AT gegründet, die das neue gleichnamige Innovationslabor für nachhaltige, klimaneutrale Gebäude- und Quartierssanierung betreibt. Das Innovationslabor RENOWAVE.AT wird als zentrale Anlaufstelle für die Zusammenarbeit aller Stakeholder bei innovativen Sanierungsvorhaben fungieren und im Rahmen realer Entwicklungsumgebungen den systematischen und frühen Zugang zu neuen, skalierbaren Sanierungskonzepten und nachhaltigen Sanierungstechnologien bereitstellen und fördern.

AEE INTEC ist eines der Gründungsinstitute der Genossenschaft RENOWAVE.AT und stellt dort einen Aufsichtsrat. Armin Knotzer wurde neben Susanne Formanek und Ulla Unzeitig in den Vorstand der Genossenschaft gewählt.

Das Innovationslabor RENOWAVE.AT wird im Rahmen des Technologieprogramms „Stadt der Zukunft“ des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) gefördert und von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der Austria Wirtschaftsservice (AWS) und der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) abgewickelt.

Link zum Innovationslabor RENOWAVE.AT www.renowave.at (Ab Februar!)

 

Bhutan setzt auf Solarenergie

Foto: Gerhard Adam, ADA

Das Department of Renewable Energy (DoRE) des Wirtschaftsministeriums der königlichen Regierung von Bhutan hat AEE  INTEC im Jahr 2021 mit einem Ausbildungs- und Beratungsprojekt beauftragt, das sich zum Ziel gesetzt hat, Ausbildungskurse für Installateure und Entscheidungsträger des Ministeriums durchzuführen. Darüber hinaus wird das DoRE bei der Errichtung von unterschiedlichen thermischen Solaranlagen im Land sowie bei der Qualitätssicherung unterstützt.

Bhutan ist ein kleines, überwiegend buddhistisches Land in Asien mit etwas mehr als 700 000 Einwohnern, das die ganzheitliche Wachstumsphilosophie des Bruttonationalglücks verfolgt. In der Energiepolitik baut Bhutan auf erneuerbare Energien. Die Stromerzeugung wird fast zur Gänze aus Wasserkraft gedeckt. Außerdem weist Bhutan mit einer jährlichen Globalstrahlungssumme von rund 1 800 kWh/m² im Vergleich zu den meisten europäischen Ländern eine hohe, über das Jahr nur wenig schwankende Solarstrahlung auf. Dies macht das Land zu einem idealen Standort für Warmwassererzeugung und Heizungsunterstützung durch Solarthermie.

 

Staatspreis Umwelt- und Energietechnologie 2021: AEE INTEC ist Preisträger in der Kategorie „Forschung & Innovation“

Am 21 Oktober 2021 wurden AEE – INTEC, von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler für ihr innovatives Projekt „Ammonia-to-Power“ mit dem Staatspreis 2021 Umwelt- und Energietechnologie in der Kategorie „Forschung & Innovation“ ausgezeichnet.

Mehr als einhundert Unternehmen und Organisationen aus ganz Österreich hatten sich heuer um den Staatspreis 2021 für Umwelt- und Energietechnologie beworben.

In unterschiedlichen Reststoffen wie Produktionsabwässern, kommunalen Abwässern oder Gärresten sind große Mengen von Ammonium gebunden. Mangels effizienter Rückgewinnungstechnologien ging bisher der darin mitgeführte Wasserstoff ungenutzt verloren. Mit dem Projekt „Ammonia-to-Power“ wird ungenutztes Niedertemperaturabwärme über die Nutzung von Ammoniak in hochwertigen Strom und Hochtemperaturwärme umgewandelt. Im Rahmen des Projektes wurde von AEE INTEC ein optimiertes Vakuum-Membrandestillationsverfahren entwickelt mit der aus Abwasser- und Reststoffströmen Ammoniak gewonnen wird. Gemeinsam mit AVL LIST und der TU-Graz Institut für Wärmetechnik wurde weiter eine Feststoff-Brennstoffzelle zur Energieerzeugung aus dem so gewonnen Ammoniak entwickelt.

 

AEE INTEC und SOLID gewinnen den ACR Innovationspreis mit Digital Twin für solare Großanlagen

Am 19.10.2021 fand die jährliche ACR Enquete in Wien statt. Generalsekretär im BMDW Michael Esterl, Generalsekretär-Stellvertreterin der WKO Mariana Kühnel und ACR-Präsidentin Iris Filzwieser eröffneten den Abend und unterstrichen dabei den Nutzen und die Notwendigkeit von Forschung und Innovation für KMU in Österreich. Auch AEE INTEC leistet hier seit vielen Jahren einen maßgeblichen Beitrag. Umso mehr freut es uns, dass unser kooperatives Forschungsprojekt „MeQuSo“ bei der nachfolgenden Preisverleihung den ACR Innovationspreis gewinnen konnte.

Im Projekt wurde ein Digital Twin für solare Großanlage (100 – 10.000 m²) entwickelt, der anhand ausgewählter gemessener und berechneter Parameter die Leistungsfähigkeit im aktiven Betrieb automatisiert bestimmen kann. Diese Parameter sind vergleichbar mit den Ergebnissen eines Normtests für einzelne Solarkollektoren, jedoch erweitert auf die physikalischen Effekte in großen Kollektorfeldern. Die Leistungskennwerte beschreiben die optischen Eigenschaften, die Wärmeverluste und die Wärmeübergange im Kollektorfeld in Echtzeit. Ursachen für etwaigen Minderertrag können so rasch und spezifisch festgestellt, zugeordnet und behoben werden.

Die Ergebnisse von MeQuSo stärken das Vertrauen in Solarthermie als verlässliche Quelle erneuerbarer Wärme und leisten so einen essentiellen Beitrag zur Marktdurchdringung dieser Technologie. Österreichische KMU mit Technologieführerschaft in Kollektor- und Komponentenbau sowie Anlagenerrichtung und Regelung können direkt von diesen Ergebnissen profitieren. Ein Teaser Video zum Projekt ist hier verfügbar, weiterführende Informationen zur Veranstaltung und ACR hier. Weiterführende Informationen zum Projekt sind auf unserer Homepage unter MeQuSo zu finden.

 

Abwärmepotenziale für die steirische Wärmeplanung

Der 55. Energy Lunch der Energie Agentur Steiermark am 6. Oktober 2021 stand ganz im Zeichen der Abwärmenutzung in der Steiermark. Dipl.-Ing. Jürgen Fluch und Dipl.-Ing. Wolfgang Gruber-Glatzl (beide AEE  INTEC) zeigten bei dem Online-Event Potenziale zur Nutzung von Abwärme auf, die im Rahmen der Erstellung des steirischen Abwärmekatasters III (2021) in steirischen Industrie- und Gewerbebetrieben identifiziert wurden. Dipl.-Ing. Franz Mauthner (AEE  INTEC) berichtete über die Integration der erhobenen Abwärmedaten in das Geoinformationssystem (GIS) Steiermark als Grundlage für eine effektive räumliche Wärmeplanung. Weiters wurden im Rahmen des Energy Lunch die Abwärmenutzung der Marienhütte Graz sowie die Erweiterung der Abwärmenutzung bei SAPPI als erfolgreiche Praxisbeispiele vorgestellt.

Der Abwärmekataster Steiermark 2021 ist Teil der Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030. Mit der kompletten Überarbeitung des erstmals 2012 für energieintensive Betriebe erstellten Katasters wurde ein Projektteam mit AEE  INTEC als Konsortialführer, dem Lehrstuhl für Energieverbundtechnik der Montanuniversität Leoben und e-think energy research vom Land Steiermark, Abteilung 15 -Energie, Wohnbau und Technik beauftragt. Das identifizierte technische Abwärmepotenzial in 159 steirischen Betrieben mit insgesamt 246 Abwärmequellen beträgt 7,37 TWh/a, wobei das ungenutzte Potenzial 86 Prozent oder 6,34 TWh/a beträgt. Bilanziell könnten mit dem gesamten technischen Abwärmepotenzial rund 29 % des steirischen Wärmeendenergiebedarfs gedeckt werden. Der Großteil des Abwärmepotenzials liegt bei Temperaturen unter 50 °C vor, 10 % liegen zwischen 50 °C und 100 °C und 11 % über 100 °C. Durch eine im Projekt konzipierte „Abwärme-Kontakt-Plattform“ sollen Abwärme-AbnehmerInnen, Abwärme-AnbieterInnen sowie PlanerInnen und ProjektentwicklerInnen zusammengebracht werden, um auf Basis des erhobenen Potenzials zukunftsweisende Abwärme-Projekte zu entwickeln und umzusetzen.

 

ThermaFLEX bei Jahresveranstaltung Vorzeigeregion Energie als Vorbild hervorgehoben

Am 19.10.2021 fand die Jahresveranstaltung der Vorzeigeregion Energie mit dem Motto "Fit For 55 Made in Austria“ in Graz statt. Nach der Begrüßung mit Klima- und Energiefonds Geschäftsführerin Theresia Vogel, sowie einem Statement von Bundesministerin Leonore Gewessler zum Thema "Big Picture Vorzeigeregion Energie - Lösungen für Klimaschutz" wurden viele spannende Beiträge aus den drei Vorzeigeregionen vorgestellt. Dabei wurde das von AEE INTEC geleitete Leitprojekt ThermaFLEX unter dem Schirm des Green Energy Labs als Vorbild hervorgehoben. In der Podiumsdiskussion „The Top 5 - Failures, Challenges & KeyTakeAways“ gaben die ThermaFLEX Partner Ulrike Rabmer-Koller (Geschäftsführerin Rabmer GreenTech GmbH) sowie Werner Pink (Geschäftsführer Pink GmbH) Einblicke zu den erzielten Ergebnissen und gewonnen Erfahrungen im Projekt. Ein für die Jahresveranstaltung produziertes Video ist hier abrufbar. Die Aufzeichnung der gesamten Veranstaltung ist unter hier zu finden.

 

Solarthermische Großanlage "Fernheizwerk (FHW)" - Testanlage für neues FuE-Projekt HarvestIT

Drohnenflug über die solarthermische Großanlage "Fernheizwerk (FHW)" in Graz, Österreich.

Die Anlage dient als Testanlage und Anwendungsfall für das neue F&E-Projekt HarvestIT. Der Fokus des Projekts liegt auf der Entwicklung einer Open-Source-Software für eine umfassende Leistungs- und Ertragsanalyse von solarthermischen Großanlagen mittels eines automatisierten Testverfahrens.

 

Neue strategische Schwerpunkte des IEA Energy Storage TCP

Basierend auf den Zielen des Pariser Klimaabkommens 2015 wird ein kohlenstoffneutrales Energiesystem, das hauptsächlich erneuerbare Energiequellen nutzt, enorme Mengen an Energiespeichern in allen Arten und Kapazitäten benötigen, um die notwendige Flexibilität in einem zukünftigen Energiesystem bereitzustellen. Die Herausforderungen bestehen darin, die richtigen Technologien am richtigen Ort und zur richtigen Zeit im integrierten Energiesystem der Zukunft bereitzustellen. Energiespeicherung ist die Antwort auf die Maximierung der (variablen) erneuerbaren Energieerzeugung und stark schwankenden Muster auf der Nachfrageseite (sowohl bei Strom als auch bei Wärme und Kälte).

Für ein stabiles neues (und auf erneuerbaren Energien basierendes) Energiesystem ist Flexibilität zwischen dem Zeitpunkt des Verbrauchs und dem Zeitpunkt der erneuerbaren Energieerzeugung sowie eine Interaktion zwischen den Sektoren (Sektorkopplung) erforderlich. Für diese Flexibilität werden Energiespeicher in jeder Form benötigt, um wirtschaftliche Lösungen zu ermöglichen. Ob es sich dabei um Speicherlösungen im großen Maßstab handelt (wie z. B. Pumpspeicherkraftwerke oder die Umwandlung von überschüssigem Strom in Wasserstoff) oder um dezentralere Lösungen zur Speicherung von thermischer oder elektrischer Energie im Gebäudebereich, wie z. B. für Net Zero Energy Buildings oder im Industrie- und Mobilitätssektor; alle werden benötigt.

Die wichtigsten technischen Herausforderungen beziehen sich auf folgende Aspekte, die auch die wesentlichen inhaltlichen Schwerpunkte des TCP bilden:

  • Flexibilisierung der Nachfrageseite und der Stabilität der Energienetze durch den Einsatz von Energiespeichern
  • Maximierung der erneuerbaren Energieerzeugung durch Energiespeicher
  • Schaffung von Flexibilität im Energiebereich (Kopplung verschiedener Sektoren, d.h. Strom, Gas, Wärme und Kälte, Mobilität)
  • Beitrag zur Schaffung von mehr Resilienz und Versorgungssicherheit
  • Einbeziehung von KI, IoT sowie Last- und Betriebsvorhersageentwicklungen
  • Für die Speichersysteme selbst sind die Innovationsherausforderungen: Kompaktheit des Speichers, Lade-/Entladekapazitäten, Sicherheitsaspekte, Zuverlässigkeit / Langlebigkeit, Kostenreduktionspotenziale 

Österreich wird im Exekutiv Komitee des Energy Storage Technology Collaboration Programme der Internationalen Energieagentur durch Christian Fink, AEE – Institut für Nachhaltige Technologien, vertreten.

Kontakt:
AEE - Institut für Nachhaltige Technologien
Christian Fink
A-8200 Gleisdorf, Feldgasse 19
Tel.: +43 (0)3112 5886-214
E-Mail: c.fink@aee.at