„nachhaltige technologien 1|2018“

AmBeispieldesgemeinschaftlichgeplantenWohnpro- jekts „KooWo“ (Kooperatives Wohnen) in Volkersdorf in der Nähe von Graz soll Suffizienz umgesetzt und das übergeordnete Ziel einer ganzheitlichen Energie- und CO 2 -Reduktion erreicht werden. Suffizienz bezeichnet dabei das Bemühen um einen möglichst geringen Rohstoff- und Energieverbrauch. Ausgangssituation Große Teile der im österreichischen Gebäudebestand erzielten Ressourceneinsparungen (reduzierte Betrieb- senergie, Einsatz ressourcenschonender Baustoffe) werden auf Grund des ständig steigenden Wachstums an Wohnfläche pro Kopf, eines erhöhten Mobilitäts- verhaltens und steigenden Warenkonsums kompen- siert. Das Schweizer Modell der 2000-W-Gesellschaft trägt diesem Umstand Rechnung und bezieht die energetischen und ökologischen Kenn- und Zielwerte in ihrem Bilanzierungskonzept auf die einzelne Per- son. Mit dem im Programm klimaaktiv in Entwicklung befindlichen Siedlungsbewertungstool werden nun auch in Österreich erste Schritte in Richtung einer 2000-W-Gesellschaft forciert. Personenbezogene Betrachtungsweise Das Wohnprojekt verschiebt die Systemgrenze von einer nutzflächen-bezogenen zu einer Personen- und Sozialgemeinschaft-bezogenen Betrachtungsweise und generiert durch einen kollektiven Lebensraum Einsparungspotentiale beim Ressourcenverbrauch pro Kopf. Am Beispiel der alternativen Wohn- und Siedlungsform „KooWo-Volkersdorf“ soll gezeigt wer- den, dass durch ein umfassendes Maßnahmenbündel die für den städtischen Raum entwickelte Zielvorgabe der 2000-Watt-Gesellschaft in den ländlichen Raum transferiert werden kann. Angestrebte Ergebnisse und Erkenntnisse Gelingt die erfolgreiche Umsetzung, wird ein Demons- trationsprojekt mit Vorbildcharakter für den ländlichen Raum geschaffen, das in der praktischen Umsetzung aufzeigt, dass große Ressourcen- und Energieeinspa- rungen nicht nur im städtischen Kontext möglich sind. Mit der Umsetzung und der nachfolgenden Evaluierung können derzeit in Entwicklung stehende Bewertungs- methoden (wie das klimaaktiv Siedlungsbewertungs- tool) getestet und weiterentwickelt werden. Des Wei- teren können die im Forschungsprojekt gewonnenen Erkenntnisse mit dem Ansatz einer personenbezoge- nen Nachhaltigkeitsbilanzierung (von der Fläche zur Person) einen wichtigen Beitrag zur österreichischen Klima- und Energiestrategie leisten. Auftraggeber: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie Projektpartner: Die WoGen – Wohnprojekte-Genossenschaft e. Gen. (Projektkoordination) Schwarz Platzer ZT GmbH; AEE INTEC Ansprechperson: Dipl.-Ing. Heimo Staller, h.staller@aee.at Umsetzung der 2000 Watt-Gesellschaft im ländlichen Raum Foto: Schwarz Platzer ZT GmbH

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