„nachhaltige technologien 1|2018“
Foto: MIRAS Mit dem Projekt der Internationalen Energieagentur (IEA MD TCP Annex 17) wird das übergeordnete Ziel verfolgt, die Vernetzung der österreichischen Membran- und Bioraffinerie- Forschungslandschaft zu stärken. Angestrebt wird die optimierte Nutzung von lignozellulosehaltigem Material in Bioraffinerien durch den Einsatz effizienter und nachhaltiger Mem- branverfahren. Dazu werden energieeffiziente Memb- ranverfahren bewertet und optimiert sowie Strategien zur Biomassebestandteilsverwertung entwickelt. Der Zellstoff- und Papierindustrie kommt aufgrund des Einsatzstoffes Holz sowie der hochvolumigen Produktion eine besondere Rolle in der Bioraffinerie zu. Außerdem gehört diese Industriesparte in Öster- reich zu den energieintensiven Industrien und liegt beim Endenergieverbrauch auf Platz zwei. Ziel der Bioraffinerie ist eine möglichst hohe Wertschöpfung im Sinne einer kaskadischen Rohstoffnutzung. Memb- rantrennverfahren vereinen die stoffliche Nutzung der Komponenten durch zum Teil selektive Trennmecha- nismen mit Energieeffizienzmaßnahmen. Von großem Interesse sind neu aufkommende Membranprozesse wie z. B. Forward Osmosis (FO), Membrandestillation (MD), Pervaporation (PV) und Flüssigmembranperme- ation (FMP). Im Rahmen des österreichischen Beitrags zum Projekt werden verschiedene energieeffiziente Membranver- fahren bewertet, optimiert und integriert, sowie Stra- tegien zur Verwertung von Biomassebestandteilen entwickelt. Technologische Zielsetzung ist es, einen maximalen Trockensubstanzgehalt der Lignozellulose zu erreichen und dabei durch optimale Einstellung der Prozessparameter sowie eine geeignete Reinigungs- strategie Fouling zu minimieren. Durch den Einsatz von Membrantrennverfahren und durch die Integrati- on von Abwärme soll ein Zugang zu einer nachhaltigen Verwertung von Prozess- und Abfallströmen und eine Reduktion der eingesetzten Wassermenge aufgezeigt werden. Im Fokus des österreichischen Beitrags wer- den zudem ausgehend von einem Abwasserstrom aus der Papier- und Zellstofffabrik Kenndaten durch Aufsetzen einer Versuchsreihe definiert. Alle erarbeiteten Erkenntnisse fließen in die Ent- wicklung eines Leitfadens für den effizienten Einsatz von Membrantrennverfahren, sowie die notwenige Verschaltung verschiedener Technologien ein. Den Entscheidungsträgern und betreffenden Akteuren aus Forschung und Industrie soll mit dem Leitfaden ein umfassender Überblick über Potenziale und Hand- lungsfelder für den Einsatz von Membrantrennverfah- ren am Beispiel der Zellstoff- und/oder Papierfabrik zur Verfügung gestellt werden. Auftraggeber: BMVIT im Rahmen der IEA IETS Forschungskooperation Projektpartner: AEE INTEC; TU Graz – Institut für Chemische Verfahrenstechnik und Umwelttechnik Ansprechpersonen: Dipl.-Ing. Judith Buchmaier, j.buchmaier@aee.at; Dipl.-Ing. Christoph Brunner, c.brunner@aee.at Membranverfahren zur energieeffizienten Trennung lignozellulose-haltiger Biomasse
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