„nachhaltige technologien 01 | 2021"

„Towards Net Zero Energy Resilient Public Communi- ties“ im Rahmen des IEA EBC Programms ins Leben gerufen [2] . Ziel der Kooperation ist die Entwicklung von Methoden und Tools, welche Entscheidungsträ- gerInnen darin unterstützen, sowohl die Steigerung der Resilienz als auch die nachhaltige Energieversor- gung gemeinsam zu betrachten und in die Planung zu integrieren. Das internationale ExpertInnenteam setzt sich aus WissenschafterInnen und PlanerInnen von der Technologieebene über Gebäude bis hin zu Energienetzen und Resilienz von mehr als 30 Organi- sationen in zwölf Ländern zusammen. Maßnahmen für Resilienz von Energiesystemen Die Analyse von Best-Practice Beispielen aus ver- schiedenen Ländern zeigt, dass Resilienz derzeit auf höchst unterschiedliche Arten berücksichtigt wird. Diese Unterschiede resultieren sowohl aus unterschiedlichen Herangehensweisen und „Pla- nungskulturen“ in verschiedenen Ländern als auch aus verschiedenen Best-Practice-Beispielen (z. B. Militärbasen gegenüber Uni-Campus). Beispiele für Maßnahmen sind Notversorgung mit Notstrom- aggregaten, die Integration von Warmwasser- als auch Batteriespeichern, aber auch Redundanz in Verteilung und Erzeugung 1 . In Fernwärmesystemen sind z. B. zusätzliche Wärmequellen wie Gaskessel in Kombination mit Gasspeichern vorgesehen. Auch erneuerbare Energieträger können zur Resilienz beitragen. Neben technischen sind auch organisa- torische Maßnahmen wie Notfallpläne und Evakuie- rungsroutinen sowie zivile Maßnahmen wie private Wasservorräte, Kerzen und Gaskocher, wie sie vom Zivilschutzverband regelmäßig in Erinnerung gerufen werden, von Bedeutung. ovid-19 hat uns gelehrt, wie bedeutsam Resilienz - also die Fähigkeit, auf „disruptive“ Ereignisse schnell zu reagieren, um wieder zum vorherigen (Gleichge- wichts-)Zustand zurückzukehren - auf persönlicher und gesellschaftlicher Ebene ist. Auch Infrastruk- turen wie Gebäude und Energiesysteme müssen eine gewisse Resilienz gegenüber punktuellen oder dauerhaften Störungen aufweisen. Diese Störungen können Naturkatastrophen wie Erdbeben und Stür- me oder durch Menschen verursachte Ereignisse wie Cyberattacken sein, und werden vielfach unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit diskutiert. Auch langfristige Veränderungen durch z. B. den Klimawandel sind hierunter zu verstehen (Stichwort „urbane Resilienz“). Gemessen wird die Zuverlässigkeit von Energiesyste- men a posteriori durch die Verfügbarkeit von Energie. In Österreich errechnet die zuständige Behörde E-Control jährlich Kennwerte zur Zuverlässigkeit mit Schwerpunkt auf der Stromversorgung. Die Versor- gungssicherheit ist im internationalen Vergleich im Strom- und Wärmebereich sehr hoch [1] . Berücksichtigung von Resilienz in der Planung Durch die Zunahme von disruptiven Ereignissen wie extremen Wetterereignissen werden die Anforderungen an die Infrastruktur stark erhöht. Ebenso steigert die Einspeisung aus dezentralen und mitunter volatilen Energiequellen die Komplexität des Gesamtsystems. Bei Planung und Betrieb von kritischer Infrastruktur wie Krankenhäusern und Universitäten ergeben sich neue Herausforderungen für PlanerInnen, öffentliche Körperschaften und Energieversorger, somit bedarf es einer vertieften Betrachtung. Aus diesen Gründen wurde der Annex 73 C 1 Redundanz lat. „Überfülle, Überfluss“. Redundanz bedeutet in diesem Fall das Vorhandensein von zusätzlichen technischen Ressourcen. Campus der Johannes Kepler Universität Linz Foto: AEE INTEC Anna Maria Fulterer, Ingo Leusbrock Resilienz – Integration von Versorgungssicherheit und disruptiven Ereignissen in der Energieplanung 25 24 GEBÄUDE

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