„nachhaltige technologien 01 | 2022"
hierzu auch Bewusstsein und Verständnis aus dem Gewerbe- und Industriesektor gibt, zeigen deutlich Initiativen wie beispielsweise CEO`s for Future, die CO 2 -Bepreisung als zentrale Maßnahme sieht. 3 Wie man aus dem Vergleich des österreichischen Wirtschaftswachstums mit dem BIP-Wachstum von Schweden, Finnland, Dänemark und der Schweiz (also Ländern mit CO 2 -Bepreisung) sieht, haben CO 2 - Preise keinen negativen Effekt auf die wirtschaftliche Entwicklung (siehe Abbildung). Sie wirken sich aber vorteilhaft auf den Treibhausgasausstoß aus. Mindestens genausowichtigwie ein starkes CO 2 -Preis- Signal ist die Verwendung der daraus generierten Mit- tel. Zweckwidmung in Projekte zur Dekarbonisierung reduzieren den CO 2 -Gehalt und schaffen Rahmen- bedingungen für eine dekarbonisierte Wirtschaft, in der niedrige CO 2 -Emissionen einen Marktvorteil darstellen. 5 Die Basis der Energiewende, die erneuerbaren Quel- len, sind bereits vorhanden. Nun liegt es an uns, das Energiesystem zu 100 Prozent erneuerbarer Ener- gieerzeugung zu wandeln. Es ist ein komplexes und kraftintensives Vorhaben, das nicht scheitern darf – und rasch umgesetzt werden muss. Nur wenn Wirt- schaft, Politik, die gesamte Energiebranche und alle Bürgerinnen und Bürger an einem Strang ziehen und die vorhandenen Stolpersteine aus dem Weg räumen, kann dieses Vorhaben gelingen. Wir als Salzburg AG stehen zu 100% hinter den Maßnahmen und Anstren- gungen, die für ein nachhaltiges und sicheres Morgen von Bedeutung sind. erbaren Energieerzeugungsformen wird die Akzeptanz für zukunftsrelevante Techniken gestärkt. Denn jedes Windrad, jeder Zusammenschluss von Solardächern macht Bürger*innen ein Stück weit unabhängiger. Dekarbonisierung durch Energieeffizienz Der Strombranche kommt bei der Dekarbonisierung eine spezifische Rolle zu. Durch Digitalisierung und Innovation sowie durch CO 2 -freie Wärme, Mobilität und durch die Dekarbonisierung von Industriepro- zessen wird die Strombranche an Zulauf gewinnen. Der Strombedarf steigt insgesamt, dennoch ist der Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energie umsetzbar. Zu berücksichtigen ist außerdem die Tatsache, dass etwa 50 Prozent des Endenergiebedarfs im Wärme- bereich verbraucht wird. Energieeffizienz spielt in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle. Auch im europäischen Green Deal wurde die Energieeffizi- enzrichtlinie noch weiter verschärft. Die Kommission befürwortet somit alle Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz. Sie werden als Mittel anerkannt, mit dem nicht nur die Energieversorgung nachhaltig gemacht wird, mit denen man die Treibhausgasemis- sionen senken kann und die Versorgungssicherheit verbessert. Auch die Verbesserung der Wettbewerbs- fähigkeit der EU zählt zu den Vorteilen der Energieef- fizienzrichtlinien. 2 CO 2 -Bepreisung: Ein sinnvolles Instrument der Energiewende CO 2 -Emissionen sind die größten Treiber des Klima- wandels. Die Reduktion dieser Klimaschadstoffe ist nötig, um die Energiewende zu realisieren und den Klimawandel aufzuhalten. Weltweit gibt es bereits eine Vielzahl von CO 2 -Bepreisungssystemen. Auch in Österreich gilt für Teile der Wirtschaft bereits eine CO 2 -Bepreisung nach dem europäischen Emis- sionshandelssystem (EU-ETS). Die Energiewirtschaft, energieintensive Industrie sowie die innereuropä- ische Luftfahrt sind hier erfasst. 64 Prozent der in Österreich produzierten Treibhausgase fallen aber in den Non-ETS Sektor und werden daher nicht erfasst. Damit der Anreiz für den Umstieg auf dekarbonisierte Lösungen und Systeme auch in den nicht EU-ETS- regulierten Sparten steigt, braucht es CO 2 -Preise für alle Sektoren der Wirtschaft und Industrie. Dass es Hon. Prof. Mag. Dipl.-Ing. Dr. Brigitte Bach, MSc ist seit 2021 als Vorständin bei der Salzburg AG tätig und ist im Verein CEOs for Future aktiv. 1 vgl. CEOs FOR FUTURE, Positionspapier „Ein Preis für CO2“, September 2021, S. 5, online verfügbar unter https://ceosforfuture.at/wp-content/uploads/2021/09/c4f-positionspapier-co2-preis.pdf 2 vgl. https://www.europarl.europa.eu/factsheets/de/sheet/69/energieeffizienz 3 vgl. CEOs FOR FUTURE, Positionspapier „Ein Preis für CO2“, September 2021, S.9 ff. 4 CEOs FOR FUTURE, Positionspapier „Ein Preis für CO2", Sept. 2021; S.8 (basierend auf Weltbank, Europäische Umweltagentur 2019, Darstellung Global 2000). 5 vgl. CEOs FOR FUTURE, Positionspapier „Ein Preis für CO2“, September 2021, S.7 ff. Entwicklung von BIP und THG-Emissionen unterschiedlicher Länder 4 Quelle: World Bank. European Environment Agency (EEA) 1990 2000 2010 2017 160 140 120 100 80 Bruttoinlandsprodukt THG-Emissionen Schweden +77 % Österreich +66 % Finnland +57 % Dänemark +57 % Schweiz +51 % Österreich +6% Schweiz -7 % Finnland -20 % Schweden -24 % Dänemark -29 % LEITARTIKEL 5 4
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