„nachhaltige technologien 01 | 2022"

Das White Paper unterstreicht die Bedeutung von Digitalisierungsmaßnahmen für die Entwicklung, den Betrieb und die Wartung industrieller Anlagen. Öster- reich zählt durch die große Anzahl umgesetzter und laufender Projekte im Bereich der Digitalisierung zu den führenden Ländern in diesem Bereich. Das zeigen auch aktuell laufende Projekte bei AEE INTEC und den anderen österreichischen Partnern. Die Erkenntnisse beispielsweise aus dem Projekt „Digital Energy Twin“ (vom Klima- und Energiefonds gefördertes Leitprojekt unter der Leitung von AEE INTEC) werden direkt in Task 2 eingebracht. Damit sollen auch standardisierte Schnittstellen zwischen bestehenden industriellen Anlagen und dem aufzubauenden digitalen Zwilling inklusive Optimierung des Systems erreicht werden. Die Wertschätzung und Akzeptanz aller Beteiligten sowie der Gesellschaft spielen eine entscheidende Rolle, um eine weitreichende digitale Transformation der Industrie zu erreichen. Digitale Zwillinge in industriellen Energiesystemen In allen teilnehmenden Ländern gibt es ähnliche Hindernisse bei der Umsetzung von Digitalisierungs- maßnahmen in der Industrie. Es besteht mangelndes Verständnis darüber, wie Digitalisierungsmaßnahmen zu einer erhöhten Energieeinsparung und der Redu- zierung von Treibhausgasemissionen in der Industrie führen können bzw. welchen potenziellen Nutzen und welche Auswirkungen digitale Zwillinge auf die globa- len Klimaziele haben. Außerdem besteht Inkonsistenz bei relevanten Begriffen und Definitionen. Derzeit führt das österreichische Konsortium eine Umfrage zu den Herausforderungen rund um digitale Zwillinge durch, um die Expertise zwischen den Teil- nehmern auszutauschen. Die Grundidee des vorbereiteten Fragebogens ist es, den Stand der Technik von digitalen Zwillingen Das Projekt startete 2018 mit „Assessment Studies“ (Task 1), in denen die brennendsten Themen für die weiteren Arbeiten identifiziert wurden. Nach einem einjährigen Konsultations- und Diskussionsprozess standen dann die Themen für die zweite Phase des Projekts fest: • Methoden und Anwendungen digitaler Zwillinge (Task 2) • Lehren aus der Digitalisierung (Task 3) • Roadmap für die Implementierung von Digitalisierungsmaßnahmen in der Energie-intensiven Industrie (Task 4) Der Schwerpunkt „Methoden und Anwendungen digita- ler Zwillinge“ (Task2) wird von Prof. René Hofmann (TU Wien) geleitet und wird hauptsächlich vom österrei- chischen Konsortium vorangetrieben. Das Ziel ist es, einen Überblick über Methoden und Anwendungen von digitalen Zwillingen für industrielle Energie- systeme zu geben und die Vorteile und Nachteile dieser Technologie zu analysieren. Des Weiteren soll ein internationales, interdisziplinäres Netzwerk von Expert*innen aus Industrie und Forschung in diesem Bereich aufgebaut werden, in demWissen zu digitalen Zwillingen für die Industrie ausgetauscht und neue Partnerschaften geknüpft werden, sowie innovative Ideen entstehen können. White-Paper Digitalisierung in der Industrie Im Wesentlichen sind die erzielten Ergebnisse der Eingangsstudien in einemWhite Paper zusammenge- fasst. Darin wird festgestellt, dass es - obwohl Digita- lisierungsmaßnahmen große Potenziale bieten - noch vieleHerausforderungen zumeistern gibt. Dazu zählen zum Beispiel heterogene Technologielandschaften, die durch natürliches Wachstum in vielen Betrieben entstanden sind. Dadurch ist die Datenverarbeitung und die Implementierung von Digitalisierungsmaß- nahmen ein komplexes Unterfangen. Zusätzlich wird Digitalisierung zwar mit Produktionslogistik verbun- den, jedoch kaum mit einer effizienten und nach- haltigen Energieversorgung von Industriebetrieben. Außerdem behindern unterschiedliche Schnittstellen diverser Systeme die Verfügbarkeit und Nutzung gro- ßer Datenmengen. In einem ersten Schritt wurde der Status quo von be- reits gesetzten Digitalisierungsmaßnahmen erhoben und deren Nutzung bewertet. Im White Paper werden wichtige Begriffe definiert und eine Klassifizierungs- methodik vorgestellt, konkrete Digitalisierungs- maßnahmen in der energieintensiven aber auch -extensiven Industrie erhoben sowie ein Überblick über Digitalisierungsprojekte in der österreichischen Industrie gegeben. Außerdem werden relevante Techniken, Technologien und Anwendungen der Digi- talisierung identifiziert und in Hinblick auf Anforde- rungen, Barrieren und Potenzial analysiert. Im Whitepaper „Digitalization in Industry – an Austrian Perspective” wird der Stand der Digitalisierung in der Industrie analysiert und zukunftsweisende digitale Technologien aufgezeigt Quelle: IEA TCP IETS Annex XVIII 7 6 FLEXIBILISIERUNG INDUSTRIELLER ENERGIESYSTEME

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