„nachhaltige technologien 01 | 2023"
Dipl.-Ing. Dagmar Jähnig, MSc. und Dipl.-Ing. Franz Hengel sind wissenschaftliche Mitarbeiter des Bereichs „Gebäude“ bei AEE INTEC. d.jaehnig@aee.at Dipl.-Ing. Barbara Beigelböck und Dipl.-Ing. Dr. techn. Katharina Eder sind Mitarbeiter im Bereich Gebäudetechnik von VASKO+PARTNER INGENIEURE Ziviltechniker für Bauwesen und Verfahrenstechnik GesmbH. Dr. Sven Moosberger ist CEO und Dipl.-Ing. Daniel Ruepp Mitarbeiter der EQUA Solutions AG, Schweiz. der Volumenstrom der Lüftungsanlage entsprechend heruntergefahren werden konnte. Die Tests hierzu dienten als Potenzialabschätzung für eine mögliche Reduktion des Luftvolumenstroms im gesamten Gebäude. Dabei wurde deutlich, dass durch die Maß- nahme eine Reduktion des Stromverbrauchs erreicht werden kann. Erkenntnisse durch vertiefte Datenanalyse Einige Betriebsoptimierungen konnten bereits im Zuge der Modellvalidierung durchgeführt werden. Mit dem Modell besteht zusätzlich die Möglichkeit, ein energietechnisches Betriebsoptimum unter Einhaltung von definierbaren Nutzervorgaben zu ermitteln, wobei folgende Beispiele dafür genannt werden können: - Kaltwasseraustrittstemperatur in Abhängigkeit der Abnehmer (z. B. 6 °C bei Lüftungsanlagen nur im Entfeuchtungsfall). Dadurch kann die Free Cooling- Betriebszeit verlängert werden. - Massenströme in Abhängigkeit einer maximalen Rücklauftemperatur (Sollwerteingabe) bzw. einer Temperaturdifferenz - Kühlwassereintrittstemperatur in die Kältemaschine in Abhängigkeit der Außenlufttemperatur - Anpassung der Kältemaschinenleistung beispiels- weise durch Sperren von Kältemittelkreisen oder Nutzung von geringeren Leistungsstufen. Ausblick Die Entwicklung des Digitalen Zwillings ist mit diesem Projekt noch nicht abgeschlossen. Weitere mögliche Anwendungen sollen getestet und deren Nutzen be- wertet werden. Zum Beispiel ist geplant, Algorithmen zu entwickeln, die basierend auf der Echtzeitsimula- tion beispielsweise Sollwerte für Heizen und Kühlen vorschlagen und an die Gebäudeleittechnik übermit- teln. Auch soll es möglich sein, Stellsignale für Heizen, Kühlen oder die Lüftung zu bestimmen. Ein weiteres Ziel ist es, externe Services wie Wetter- vorhersagen einzubinden oder Belegungspläne für Büro- oder Besprechungsräume als Input für die Si- mulation zu verwenden und damit die Regelung der Gebäudetechnik genauer auf die tatsächlichen Rand- bedingungen anzupassen. Damit kann sowohl Ener- gie eingespart, als auch der Nutzer*innenkomfort erhöht werden. Die hier präsentierten Arbeiten wurden vom Bun- desministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie innerhalb des Programms „Stadt der Zukunft“ gefördert (Projekt- nummer 867345). Das Projekt ist gleichzeitig eine der Case Studies im IEA EBC Annex 81. "Für uns ist ganzheitliches Denken, weit über den Tellerrand hinaus, eine Selbstverständlichkeit. Dazu gehören Visionen für eine klimafitte Zukunft – jenseits der fossilen Lobby. Gerade in der Gebäudetechnik spielt die Digitalisierung eine entscheidende Rolle. Wir sind stolz, bei dem Projekt Digitaler Zwilling mitzuarbeiten und eine Vorreiterrolle in der Forschung einzunehmen und sind davon überzeugt, dass die Erkenntnisse daraus die Gebäude der nächsten Generationen noch intelligenter und effizienter machen werden und ein kluger und sinnvoller Umgang mit den Daten möglich wird." Christian Steininger, Gebäudetechnikexperte bei Vasko+Partner Foto: Aleksandra Pawloff Weiterführende Informationen / Links im E-Paper I EA Forschungskooperation P rojektlink
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