„nachhaltige technologien 01 | 2025"
vor, welche im Behördenverfahren und der Raumord- nung Fuß fassen könnten. Eine Lösung für diese Problem bieten Hangwasser- karten, die unter Heranziehung vielseitiger Daten- grundlagen wie z. B. Niederschlagsdaten, digitale Geländemodelle, Oberflächenspezifika, etc. erstellt werden (siehe Titelbild). Die Lösung in mathematischer Sicht erfolgt unter Anwendung und vollständiger Lösung der zweidi- mensionalen Flachwassergleichung, die auf der Massenerhaltung und zwei Impulserhaltungsglei- chungen basiert. Die daraus generierten Simulationen werden oftmals mit Realereignissen validiert. Mit den berechneten Datensätzen und Simulationen wird es möglich, Gebäude bereits vor dem Bau anhand der vorlie- genden Planungsgrundlagen zu evaluieren und auf potenzielle Schwachstellen zu detektieren. Die nach- folgende Abbildung stellt die Simulationsergebnisse einem Realereignis gegenüber. Vergleich der Simulationsergebnisse mit einem realen Starkregenereignis: in beiden Bereichen wurden Wassertiefen über 20 cm simuliert und in der Realität nachgewiesen (www.elementarschaden.at) [7] Auf diesen parzellengenauen Aussagen zum Über- flutungsrisiko bei Starkregen basierend stehen eine Vielzahl an verschiedenen, meist baulichen, direkt am Objekt angebrachten Schutzmaßnahmen zur Aus- wahl, um Schäden zu vermeiden. In der Praxis stellen vielfach einfachste Maßnahmen wie z. B. hoch- gezogene Lichtschächte oder Rampen bei Gebäude- eingängen sehr wirkungsvolle und erprobte Schutz- möglichkeiten dar. Großmaßstäblich bietet der „Vorsorgecheck Naturge- fahren im Klimawandel“ speziell Gemeinden weitere Unterstützung, eine gezielte Risikovorsorge mit ge- eigneten, präventiven Maßnahmen umzusetzen. Der Vorsorgecheck basiert auf dem Konzept der mo- derierten Selbstanalyse, also der Bewertung eigener Kapazitäten und Leistungen für Risikovorsorge auf Gemeindeebene sowie der Ableitung notwendiger Verbesserungsmaßnahmen bzw. von Handlungsbe- darf. Mit diesem Instrument können also potenzielle Naturgefahren systematisch überprüft und bewertet werden, Gefahren damit frühzeitig erkannt und adäquat darauf reagiert werden. Der Vorsorgecheck unterstützt auch dabei, die Eigenvorsorge in der Bevölkerung zu steigern. Neben einer Standortbestimmung ist die Herstellung von Vergleichbarkeit (Benchmarking) zwischen Gemeinden möglich. Hagelprävention Hagelunwetter verursachen oft gravierende Schäden an Dächern, Fahrzeugen und landwirtschaftlichen Ernten. Die finanziellen Auswirkungen können verheerend sein. Zudem findet sich derzeit keine nor- mative Vorgabe oder gesetzliche Verankerung in der Baugesetzgebung – mit Ausnahme der Schweiz [8] , wo der Hagelschlag einen eigenen Lastfall beschreibt. Gerade deshalb kommt sowohl der Schadenpräventi- on als auch der Prüfung von Baumaterialien auf ihre Hagelresistenz eine immer größere Bedeutung zu. Wirkungsvoller Hagelschutz lässt sich durch die Berücksichtigung eines 3-Schritte-Systems erzielen: • Überprüfung der Hagelgefährdung des Standortes anhand der Hagelgefährdungskarte • Überprüfung von Baumaterialien auf deren Hagelresistenz mittels Hagelsimulationsmaschine • Eintragung der Prüfergebnisse in das Hagel- schutzregister www.hagelregister.at Um die Widerstandsfähigkeit von Baumaterialien der Gebäudehülle zu bestimmen, können Hersteller solcher Baumaterialien diese mittels Hagelsimula- tionsmaschine beim IBS – Institut für Brandschutz- technik und Sicherheitsforschung Linz, auf ihre Hagelresistenz überprüfen lassen. Übersicht der Produktgruppen des Hagelregisters des EPZ – Elementarschaden Präventionszentrums Austria Quelle: EPZ – Elementarschaden Präventionszentrum 25 24 LEBEN IM KLIMAWANDEL
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