„nachhaltige technologien 01 | 2025"

1980 wurde Gerhard Faninger zum österreichischen Vertreter im „Executive Committee“ des „SHC Solar Heating and Cooling“ ernannt. Dort arbeitete er maß- geblich an diesem Programm mit und war ferner über viele Jahre für die Entwicklung eines österreichischen Forschungsprogramms verantwortlich, das letztlich die österreichische Energiepolitik mitbestimmt hat. Am 17. September 2008 wurde Gerhard Faninger als Dank für dieses umfassende Engagement das große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Öster- reich verliehen. AEE INTEC verband seit der Gründung im Jahr 1988 eine enge Kooperation mit Gerhard Faninger, der immer großes Interesse an unserer Arbeit zeigte und uns über drei Jahrzehnte mit Ideen und wichtigen Impulsen zur Seite stand. Eine intensive Zusammenarbeit ergab sich vor allem im Rahmen von IEA Projekten sowie der österrei- chischen Solarmarktstatistik. Darüber hinaus war er auch das erste Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von AEE INTEC, der im Jahr 1990 ins Leben gerufen wurde. Mit Gerhard Faninger haben wir einen unserer wich- tigsten Wegbereiter und Wegbegleiter sowie einen guten Freund verloren, der unser Institut bis zuletzt mit regem Interesse begleitet hat. Der Vorstand und die Geschäftsführung von AEE INTEC In Memoriam Gerhard Faninger D er Solarpionier, Mitbegründer des IEA Programms für Solares Heizen und Kühlen sowie langjähri- ges Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von AEE INTEC, Univ.-Prof. Dr. Gerhard Faninger, ist am 25. Jänner 2025 im Alter von 87 Jahren verstorben. Lange bevor die Nutzung von Sonnenenergie breite Wissenschaftskreise und die Politik interessierte, stieß dieses Thema bei Gerhard Faninger auf zentra- les Interesse. Schon Anfang der 1970er-Jahre war er Mitglied des NATO-Ausschusses für „Solarenergie für eine moderne Gesellschaft“. Dieser NATO-Ausschuss wurde nach der Gründung der Internationalen Ener- gieagentur (IEA) im Jahr 1974 in die IEA integriert und im Jahr 1977 ging daraus eines der ersten IEA Techno- logieprogramme – das Programm für Solares Heizen und Kühlen hervor, dem er von Anfang an angehörte. Es war auch im Jahr 1977, als Gerhard Faninger von der damaligen Wissenschaftsministerin der öster- reichischen Bundesregierung, Hertha Firnberg, von seiner Auslandstätigkeit in Deutschland zurück nach Österreich geholt wurde. Nach dem Nein zur Atom- energie im Jahr 1978 arbeitete er an der Entwicklung eines Energieforschungskonzepts mit, das die Basis einer neu ausgerichteten österreichischen Energie- politik bilden sollte. Dies war der Startschuss für seine 30-jährige For- schungsarbeit auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien. Dies geschah zuerst im Rahmen der Aus- trian Solar und Space Agency (ASSA) und danach an den Universitäten Klagenfurt und der Technischen Universität Wien. Foto: BMVIT 35 34 NACHRUF

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