„nachhaltige technologien 01 | 2025"
as Klimainformationssystem (KIS) der Stadt Graz Der fortschreitende Klimawandel erfordert sowohl weltweit als auch lokal ein rasches Gegensteuern und die Umsetzung wirksamer Maßnahmen auf allen Ebenen. Städte und Ballungsräume sind wärmer als umgebende ländliche Gebiete. Dieser städtische Wärmeinseleffekt ist auf mehrere Faktoren zu- rückzuführen, insbesondere aber auf die geringere Vegetation sowie die Bebauung und die wärmeab- sorbierenden Eigenschaften von Beton und anderen städtischen Baumaterialien. Nicht zuletzt deshalb sind besonders in Städten die Folgen des Klimawan- dels spürbar: Höhere Temperaturen, zunehmende Hitzewellen und intensivere Regenfälle stellen städ- tische Räume vor große Herausforderungen. Mit der Gründung des Klimainformationssystems (KIS 1 , kis.graz.at) hat die Stadt Graz eine Plattform geschaffen, um diesen Herausforderungen effektiv zu begegnen. Klimarelevante Daten für die Stadt und den steirischen Zentralraum werden systematisch gesammelt, analysiert, bereitgestellt und laufend aktualisiert. Somit steht den Fachabteilungen der Stadt Graz und des Landes Steiermark ein effektives D Werkzeug zur Verfügung, faktenbasiert planen und entscheiden zu können. Zudem können die Bewohner*innen auf viele Erkenntnisse und Daten zugreifen, was eine breite Bewusstseinsbildung und ein Auseinandersetzen mit der lokalen Klimasitua- tion und -veränderungen ermöglicht. Das interdis- ziplinäre Team des KIS besteht unter anderem aus Expert*innen der Bereiche Klimatologie, Raumpla- nung, Fernerkundung, Siedlungswasserwirtschaft und Umwelt, wobei der thematische sowie der räumliche Fokus Schritt für Schritt ausgeweitet werden. Somit liefert das KIS elementare, dynamische, strategisch unverzichtbare und hochaufgelöste Grundlagen und Erkenntnisse für klimarelevante Entscheidungen und Weichenstellungen und ermöglicht damit eine nach- haltige Stadtplanung. Unter anderem ermöglichen Wärmeinselanalysen 2 aus dem KIS, vorherrschende klimatische Bedingun- gen im Zuge von Neugestaltungen des öffentlichen Raumes zu berücksichtigen. Wie im Fall der Neuge- staltung des Grazer Tummelplatzes, wo die gewonnen Erkenntnisse bereits in den planerischen Vorgaben Eingang fanden. 1 KIS (2024a): Klimainformationssystem, Stadtvermessungsamt, Stadt Graz http://kis.graz.at/ 2 KIS (2024b) Wärmeinselanalysen, Klimainformationssystem, Stadtvermessungsamt, Stadt Graz, https://geodaten.graz.at/portal/apps/experiencebuilder/experience/?draft=true&id=59f2927dc3134c03af2a09d9c25aa19a&page=W%C3%A4rmeinselanalysen Drohnenbefliegung mit Messbaum, die im Zuge der Smart-City-Sensing Methode zum Einsatz kommen Foto: AEE Intec/Skyability Die Rolle von Mikroklimaanalysen bei Neugestaltungen des öffentlichen Raumes Martin Jury, Oliver Konrad, Immanuel Karner für die AG KIS 9 8 LEBEN IM KLIMAWANDEL
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