„nachhaltige technologien 2|2017“

33 32 SOLARE FERNWÄRME - EXKURSION NACH DÄNEMARK UND SCHWEDEN Vertreterinnen von Ministerien, Förder- stellen des Bundes, den Sozialpartnern, Gemeindeverbänden, des Landes Stei- ermark, von Fernwärmebetreibern und der Forschung bei der Besichtigung der Kollektoranlage in Dronninglund (DK) emeinsam mit der Abteilung 15 - Energie, Wohn- bau und Technik - des Landes Steiermark und unter wesentlicher Mitarbeit von Dipl.-Ing. Moritz Schubert von der Firma S.O.L.I.D. ist es gelungen, Vertreterinnen und Vertreter der österreichischen Sozialpartner, der Verwaltung, der relevanten Förderstellen und großer Fernwärmenetzbetreiber zu einer kompakten Fachex- kursion nach Schweden und Dänemark einzuladen. Die 17-köpfige Delegation wurde Anfang Mai in Göte- borg von Jan-Olof Dalenbäck, Professor an der Chal- mers Universität, begrüßt und über die lange Tradi- tion der solaren Fernwärme in Schweden informiert. Trotz eines großen Anteils von elektrischem Strom im Wärmebereich und einem enormen Angebot an Bio- masse, können solarthermische Anlagen in Fernwär- menetzen realisiert werden. Angesichts eines Atom- stromanteils von über 30 %, setzt Prof. Dalenbäck auf Solarthermie mit dezentralen Wärmespeichern und Biomasse als Alternative zur weiteren Verstromung des Wärmebereiches. Als Beispiel für die Kombina- tion Biomasse-Pellets und Solarthermie wurde eine Neubauanlage mit Mehr- und Einfamilienhäusern in Vallda Heberg, südlich von Göteborg besichtigt, wo insgesamt 680 m² Solarkollektoren die 14 000 m² Nutzfläche zu ca. 20 % mit Wärme von der Sonne ver- sorgen. Und das 1 200 km nördlich von Wien und Graz. Nach der abendlichen Überfahrt mit der Fähre von Göteborg nach Frederikshavn (Norddänemark) ging es weiter nach Dronninglund. Hier wurde eine 37 500 m² (26 MWth) große Freiflächen-Kollektoranlage besich- tigt, mit der – in Verbindung mit einem 60 000 m³ fassenden Erdbeckenspeicher - ca. 40 % des Wärme- bedarfes der 3 300 Einwohner zählende Gemeinde ab- gedeckt werden. Nachdem Dänemark bereits in den 1980er-Jahren den Ausstieg aus Erdöl im Wärmebe- reich beschlossen hatte und Biomasse in Dänemark kaum verfügbar ist, beruhte die genossenschaftlich organisierte Wärmeversorgung in Dronninglund aus- schließlich auf Erdgas. (4 Gas-BHKWs mit in Summe 3,6 MWel und 6.4 MWth, 8 MW Gaskessel und 6 MWth Absorptions-Wärmepumpe, 10 MWth Bio-Ölkessel). Wie Per-Alex Sörensen vom Projektpartner PlanEner- gi ausführte, sind in Dänemark Solarthermieanlagen dank günstiger Finanzierungsinstrumente und einer im Vergleich zu Österreich fünffach so hohen Besteu- erung von Erdgas umsetzbar. Neben diesen Aspekten wurde von den Teilnehmerinnen die Notwendigkeit einer weiteren Anschlussverdichtung im Fernwärme- bereich diskutiert und nach Möglichkeiten gesucht, wie auch die Raumplanung eine zukunftsorientierte, CO 2 -freie Energieversorgung berücksichtigen kann. G Solare Fernwärme AEE INTEC organisiert hochkarätig besetzte Delegationsreise nach Schweden und Dänemark Foto: AEE INTEC

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