„nachhaltige technologien 2|2018“
27 26 BAUEN UND SANIEREN austauschen zu können. Das IFC-Format wird von buil- dingSMART international 2 entwickelt und beworben, um den Open-BIM-Ansatz zu fördern. In einer IFC-Datei sind alle Informationen gespeichert, die im gesamten BIM-Prozess gesammelt wurden. Derzeit wird die Version IFC2x3 am häufigsten verwen- det. Die neue Version IFC4 soll viele Verbesserungen bringen und gilt als neuer Standard. In der IFC-Datei besteht die Möglichkeit, nicht nur Geometriedaten der geplanten Objekte zu speichern, sondern auch eine Vielzahl von anderen Eigenschaften. Passivhaus-Kindergarten als Beispiel Im durchgeführten Forschungsprojekt diente der Passivhaus-Kindergarten „Wolkenschiff“ in Gänsern- dorf als Untersuchungsobjekt. Der Kindergarten ist seit 2012 in Betrieb und es stand eine hervorragende Datenbasis zu Verfügung. Das Gebäude wurde in Autodesk Revit modelliert und als IFC-Datei exportiert. Diese IFC-Datei war die Basis für den Datenaustausch und wurde in weiterer Folge im Simulationstool importiert. Die Ankopplung von Simulationstools an den BIM- Prozess wurde anhand von zwei typischen Vertretern von Gebäude- und Anlagensimulationsprogrammen, TRNSYS und IDA Indoor Climate and Energy (IDA ICE) getestet. Die Ankopplung an TRNSYS wurde vom Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie (IBO) untersucht, die an IDA ICE von AEE INTEC. Nur Geometrieinformation Geometrie-, Raum-und Materialinformation IFC-Import in IDA ICE IDA ICE besitzt eine direkte Importfunktion von IFC- Modellen, wobei nur IFC-Versionen bis 2x3 unterstützt werden. IFC4 Dateien werden derzeit noch nicht unterstützt. Beim Import werden die Geometrien des Gebäudes und der Einbauten (Fenster und Türen), die Rauminformationen sowie die in der IFC-Datei enthaltenen Informationen zum Materialaufbau der einzelnen Bauteile übernommen. Diese Materialien und Konstruktionen können dann in IDA ICE übernom- men bzw. zugeordnet werden. Beim untersuchten Kindergarten Wolkenschiff funk- tionierte der IFC-Import tadellos, Probleme ergaben sich allerdings im zweiten Schritt, der Zuordnung der importierten Räume zu den thermischen Zonen des Simulationsmodells. BeimAufbau des Simulationsmo- dells wurde versucht, Räume mit ähnlicher Nutzung zu einer thermischen Zone zusammenzufassen, um einerseits den Eingabeaufwand als auch den Zeitbe- darf für Simulation und Auswertung gering zu halten. Aufgrund von Ungenauigkeiten in der Gebäudemo- dellierung traten unterschiedliche Höhen einzelner Räume auf, und über diese Räume konnten keine gemeinsamen thermischen Zonen definiert werden. Zusätzlich ergaben sich bei der Zonierung Probleme mit der vorhandenen Geometrie des Kindergartens im Bereich des Sheddachs. Hier besteht dementsprechender Verbesserungs- bedarf. Derzeit muss ein besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, das Gebäudemodell „richtig“ zu zeichnen und als IFC Datei zu speichern, damit das Simulationsprogramm die Datei anschließend verarbeiten kann. Ein anderer Ansatz wäre, die Soft- ware, also das Simulationstool, robuster zu machen, um Ungenauigkeiten in der vorhandenen Geometrie behandeln zu können. Externe Softwareprogramme könnten hier unterstützend beitragen, dies müsste aber noch genauer untersucht werden. 2 http://www.buildingsmart-tech.org Der Passivhauskindergarten „Wolkenschiff“ in Gänserndorf diente als Untersuchungsobjekt Fotos: AEE INTEC IFC (Industry Foundation Classes) als Open-BIM- Datenaustauschformat. Schnittstellen bzw. Import- Exportmöglichkeiten zwischen verschiedenen Gebäudesimulationsmodellen. SketchUP TRNSYS IDA ICE IFC Importfunktion von IDA ICE Direkter Export nicht möglich Importfunktion über Plugin Direkter Export möglich Export über Tool „SIMLabExport“ möglich
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