„nachhaltige technologien 2|2018“
35 34 VERANSTALTUNGEN / PORTRÄT Das Foto zeigt mich beim Wandern in der Sierra Nevada, als ich in Almería lebte. ein Name ist Elena Guillen, ich bin Spanierin und arbeite seit letztem September bei AEE INTEC. Davor arbeitete ich am Cyprus Institute in Nikosia, wo ich die Gelegenheit hatte, an einer CSP-Testan- lage zur Erzeugung von Elektrizität und Wasser zu forschen (und sie zu bauen!). Mein beruflicher Hin- tergrund ist die Meerwasserentsalzung. Ich lebte und arbeitete zwei Jahre in Nikosia und meine For- schungsarbeiten beschäftigten sich mit dem zent- ralen Receiver und dem Entsalzungssystem (einer Mehrstufen-Destillationseinheit). Vor meiner Arbeit in Zypern arbeitete ich drei Jah- re in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Abu Dhabi. Ich war Postdoc-Mitarbeiterin des Masdar Institute of Technology und beschäftigte mich mit der Entwicklung von speziellen experimentellen Pro- tokollen zur Charakterisierung von Membrandestil- lation, Membranen, Fouling-Prozessen und weiteren Anwendungen von Membranen. Der Schwerpunkt meiner Arbeit lag auf Tests und dem Verstehen der Dynamik der vielfältigen physikalisch-chemischen Prozesse der Membrandestillation. Eine Vielzahl von verschiedenen kommerziellen Membranen wurde untersucht sowie neue Membranen entwickelt und bewertet. Die Bewertung von neuartigen Membranen umfasste ausführliche Tests im Hinblick auf Permea- tionsraten, Durchbruchverhalten, Salzausstoß, Trenn- leistung und thermische Leistung etc. Ein weiterer Schwerpunkt war es, die Fouling-Mechanismen mit ihrem Einfluss auf das „Wetting“ 1 der Membranen, die Qualität des Destillats und den gesamten Mem- brandestillationsprozess zu untersuchen. Es war eine tolle Erfahrung, auch wenn die Arbeit in solch einem Land hart war. Viele Leute fragten mich, ob es einen Unterschied mache als Frau dort zu arbeiten. Und ja, es gibt viele Unterschiede in der Art wie Frauen im alltäglichen Leben behandelt werden, aber es beein- flusste meine Arbeit nicht. Das wunderbare dort war aber, dass ich mit Menschen aus der ganzen Welt zusammentraf, besonders aus Afrika und Asien, und dass ich viel reisen konnte. Eines meiner Hobbies ist Reisen, sonst habe ich nicht viele Hobbies, ich denke, ich bin eine einfache Person und liebe einfache Annehmlichkeiten wie Lesen oder einen guten Film. Und ich liebe es, mit Freunden etwas zu unternehmen. Ich bin nicht sehr sportlich... Es tut mir leid das sagen zu müssen, denn in Österreich ist jeder gut in irgendeiner Sportart! Aber ich probiere gerne neue Dinge aus und hier in Österreich hatte ich schon die Gelegenheit, langlau- fen und bouldern zu gehen. Ich kam zu AEE INTEC, da ich das Institut bereits von gemeinsamen Projekten kannte. Ich wusste, dass die IPE-Gruppe daran arbeitet, die Membrandestillation in realen Prozessen anzuwenden und ich bin sehr interessiert daran, das in all den vorhergehenden Jahren erworbene Wissen praxisnah zu nutzen. Als ich zum Vorstellungsgespräch kam, gefiel mir Graz sehr gut und die MitarbeiterInnen von AEE INTEC waren wirklich sehr freundlich. Das hat mich über- zeugt hierherzuziehen. Bei AEE INTEC arbeite ich in der Anwendung der Membrandestillation zur Abwas- serbehandlung und in der Rückgewinnung wertvoller Substanzen (zum Beispiel Ammonium für den Einsatz in einer Brennstoffzelle) oder zur Gewinnung von sauberem Wasser, um den Prozesswassereinsatz in der Industrie zu verringern. Ich arbeite hauptsächlich im Labor, im Austesten verschiedener Konzepte, aber ich arbeite auch an Modellentwicklungen und der In- tegration der Membrandestillationstechnologie. M Foto: AEE INTEC Foto: privat 1 Wetting: „Durchnässung“ - Verlust der hydrophoben Eigenschaften einer Membran ¡Hola!
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