„nachhaltige technologien 2|2019“

"Für uns als traditionsreiches Familienunternehmen ist es wichtig auf Innovationen zu setzen, um uns von Mitbewerbern abzuheben. Nicht nur die vielfach umgesetzten Projekte im Bereich energieaktive Vorhangfassaden aus Holz, sondern auch der 2017 gemeinsam mit AEE INTEC gewonnene ACR- Ko- operationspreis bestätigen uns, auf dem richtigen Weg zu sein. Der Paradigmenwechsel hin zu einer ganzheitlichen Gebäudesanierung mit energieaktiven Fassaden und der Integration von Haustechnik in der Wohnbausanierung wird noch dauern. Er muss aber in Anbetracht der angestrebten Reduktion der CO2-Emissionen bei Gebäuden in nächster Zukunft erfolgen." Gernot Kulmer, Geschäftsführer Kulmer Holz-Leimbau GesmbH Integration in die Gebäudehülle In kleinen Wohnungen von Mehrfamilienhäusern gibt es häufig keinen Platz für die Installation von Haustechnik bzw. ist der dafür benötigte Platz wertvoll. Entsprechend bietet die Möglichkeit die Trinkwarmwasser-Wärmepumpe zumindest teilweise in die Fassade zu integrieren einen Vorteil. Auch wird die Erschließung der Außenluft als Wärmequelle bei Fassadenintegration einfacher und günstiger. Für die Integration in die Gebäudehülle stehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten in unmittelbarer Nähe der Wohnung zur Verfügung: Der Speicher kann in eine Holzleichtbau-Vorhangfassade integriert wer- den. Dies kann unterhalb des Fensters geschehen, wie im Titelbild rechts dargestellt. Aber auch eine Integration an anderer Stelle der Vorhangfassade ist möglich, wobei hier dann auch genügend Platz zur Verfügung stehen würde, um die Wärmepumpe und sonstige Hydraulik in der Fassade unterzubringen. Nachteil einer Integration in einer Holzleichtbau- fassade ist, dass die eine Seite des Speichers nach außen zeigt. Trotz Dämmung entstehen hier größere Wärmeverluste als bei Installation im geheizten Raum. Diese Verluste kommen außerdem im Winter nicht der Heizung zugute. Die bessere Alternative ist darum, den Speicher un- terhalb eines Fensters als Ersatz der Fensterbrüstung zu installieren. Bei einer Sanierung würde außen noch eine Dämmung auf die Fassade aufgebracht, was zu einer zusätzlichen Speicherdämmung führen würde. Bei Wandstärken über 25 cm kann auch innen noch zusätzlich gedämmt werden. Ein Nachteil bei dieser Variante ist, dass der Platz unter dem Fenster nicht bei allen Fenstergrößen ausreicht, um Speicher und Wärmepumpe unterzubringen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Wärmepumpe mit Außenluft zu versorgen. Eine Möglichkeit ist es, eine Außeneinheit mit Ventilator und Wärmetau- scher in der Fassade zu integrieren. Bei Installation der Wärmepumpe in einer Vorhangfassade wäre sogar ein kombiniertes Kompaktgerät möglich. Bei Nutzung des Platzes unter der Fensterbrüstung wäre auch eine Kältemittel-Split-Wärmepumpe denkbar. Das heißt, Kältemittelleitungen könnten durch die Fassade von der Außeneinheit zur Wärmepumpe geführt werden (25 cm Leitungslänge). Nachteil dieser Option ist, dass dafür ein Kältetechniker auf der Baustelle notwendig ist. Als Alternative könnte eine Sole-Split-Wärmepumpe eingesetzt werden, die an eine Außeneinheit an der Fassade oder eine zentrale Außeneinheit für das gesamte Gebäude angeschlossen ist. Vereinfachtes Hydraulikschema der Trinkwasserwärmepumpe mit kompaktem Wärmespeicher für die Sanierung. Quelle: AEE INTEC Außeneinheit -5°C Wärmepumpe E-Nachheizung Speicher Trinkwasserstation WW Speicher 90 l WW KW

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