„nachhaltige technologien 2|2019“

er überwiegende Anteil der Photovoltaik- und Solar- thermieanlagen ist mit Befestigungssystemen auf Dächern montiert. Doch auch in Fassaden und Dach- flächen vollständig integrierte Solarmodule und -kol- lektoren bieten Gebäudeeigentümern große Vorteile. Vor allem Städte könnten so ihren Energieverbrauch nachhaltiger gestalten. Doch noch immer handelt es sich bei der bauwerksintegrierten Photovoltaik, kurz BIPV, und der bauwerksintegrierten Solarthermie (BIST) um Nischenmärkte. An den Nutzern liegt es nicht, bei ihnen ist die Ak- zeptanz hoch. Architekten und Planer haben solare Gebäudehüllen in der Vergangenheit jedoch nur zögerlich eingesetzt. Ein Grund für die mangelnde Verbreitung: Die Produkte wurden für die Branche anstatt mit ihr entwickelt. Bauwerksintegrierte Photovoltaik und bauwerksintegrierte Solarthermie sollten daher stärker als bislang den Erfordernissen von Architekten und Planern angepasst werden. Die Technologien müssen aus der Perspektive der Bran- che gedacht werden, sich dort ein- und unterordnen. Wichtige Bausteine für einen größeren Markt sind deswegen die gemeinsame Entwicklung von For- schung und Industrie sowie die Integration in die Planungswerkzeuge und Prozesse der Baufachleute. Erst dann ergibt eine industrielle Fertigung Sinn, um die Kosten zu senken. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE treibt daher in mehreren Projekten die Technologie mit den Wirtschaftsakteu- ren voran. D Solaren Gebäudehüllen den Weg in den Massenmarkt ebnen Tilmann E. Kuhn, Michael Hermann, Christoph Maurer Exponate TABSOLAR® »Premium« (links) und TABSOLAR® »Design« (rechts). Foto: Fraunhofer ISE

RkJQdWJsaXNoZXIy MzkxMjI2