„nachhaltige technologien 2|2019“
nicht verlassen mussten. Somit konnte die Belastung der MieterInnen gering gehalten werden. Das Potenzial dieses Sanierungsansatzes ist alleine im Geschoßwohnbau enorm, wenn man bedenkt, dass 75 Prozent aller Gebäude in Österreich älter sind als 35 Jahre. Er kann aber auch auf andere großvolumi- ge Gebäudekategorien wie etwa Hotels oder Heime übertragen werden. Derzeit liegt die jährliche Sanierungsrate deutlich unter einem Prozent. Nicht nur die Nachhaltigkeit, der ökologische Gedanke, sowie die individuell ge- staltete und hochwertige Fassade bei kürzester Bau- zeit sind als USP’s 1 der Fassade zu nennen, sondern letztendlich auch ihre Wirtschaftlichkeit bezogen auf den Lebenszyklus. Mittlerweile kann GAP-Solution aufzeigen, dass nach- haltiges, qualitativ hochwertiges Sanieren bei den meisten Projekten rein über Energie-Einsparungen finanziert werden kann und eine Instandhaltungs- komponente gar nicht strapaziert werden muss. Dipl.-Ing. Mag. Johann Aschauer ist Geschäftsführer der GAP-Solution GmbH. aschauer@gap-solutions.at Dipl.-Ing. Christian Liebminger ist Leiter des Holzbaus bei Kulmer Holz-Leimbau GesmbH. holzbau@kulmerbau.at Weiterführende Informationen / Links im E-Paper • Photovoltaik-Water-Solution: Passivhaussanierung Graz, fassadenintegrierte gleichstrombasierte Warmwasser Vorwärmung, Endbericht: Berichte aus Energie- und Umweltforschung 00/2010 • https://nachhaltigwirtschaften.at/de/hdz/projekte/photovoltaik-water-solution.php • https://nachhaltigwirtschaften.at/de/hdz/projekte/wohnhaussanierung-auf-passivhausstandard-makartstrasse-linz.php Erfahrungen aus der praktischen Umsetzung Die Firma Kulmer Holz-Leimbau GesmbH, mit rund 70 Mitarbeitern und einer Produktionsfläche von 14 500 m² auf ihrem Produktionsstandort in Pischelsdorf, durfte bereits eine Vielzahl von Projekten mit ener- gieaktiven Fassaden und Vorhangfassaden aus Holz umsetzen. Im Jahr 2008 wurde das erste Projekt am Dieselweg Graz erfolgreich mit GAP-Solution umgesetzt. Mittlerweile wurden rund 50 000 m² an innovativen Fassadenflächen verbaut. Besonders hervorzuheben ist die Generalsanierung von drei achtgeschossigen Wohnblöcken in der Lie- benauer Hauptstraße in Graz. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Sanierung mit einem Wärmedämmverbundsystem, bei der auf- wändige Gerüstungen, Lärm, Schmutz und vor allem lange Bauzeiten zu erwarten gewesen wären, konnte die Sanierung mit weitestgehend vorgefertigten Wandbauteilen in Holzbauweise realisiert werden. Ein fertiges Fassadenelement war rund 2,8 m hoch und bis zu 13,6 m lang. Sowohl Fenster, Sonnen- schutz, und Fassadenelemente, als auch Gap- bzw. Photovoltaikelemente waren in der Wand ab Werk integriert. Hier wurde ein Vorfertigungsgrad von rund 90 % erreicht, dadurch konnte eine gleichmäßige und sehr hohe Qualität erzielt werden. Im Schnitt konnten pro Tag rund 300 m² mit einer „Arbeitspartie“ auf der Baustelle verbaut werden. Die Anforderung an die Logistik im Werk ist bei so einem Projekt enorm. Die Lieferungen der tragenden Massivholzplatten und der zu verbauenden Kom- ponenten erfolgte „just in time“. Insgesamt wurde bei diesem Projekt eine Fassadenfläche von rund 14 000 m² produziert, transportiert und montiert. Für diese Fläche wurden 950 m³ Holz, 620 Fenster, 5050 Waben-Paneele, 545 Photovoltaikelemente, 17,5 km Fassadenprofile und rund 4,0 km Fensterleibungen aus Blech verbaut. Im Vergleich dazu werden bei ei- nem Dachstuhl eines klassischen Einfamilienhauses rund 5 m³ Holz benötigt. Der größte Vorteil war aber, dass die Montage aus- schließlich von außen erfolgte und die Bewohner- Innen ihre Wohnungen für die Zeit der Sanierung Vorgefertigte Wandelemente auf der Baustelle Foto: Kulmer Holz-Leimbau GesmbH 1 Unique Selling Points: Alleinstellungsmerkmal, Verkaufsargument 19 18 ENERGIEAKTIVE FASSADEN
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