„nachhaltige technologien 2|2019“
Herausforderungen Herausforderungen im Hinblick auf die Integration von PV in Gebäude finden sich in den Bereichen Planungs- und Entscheidungsprozesse von Baupro- jekten ebenso wie in Technologieentwicklung und Verfügbarkeit. Derzeit fehlen geeignete Prozesse und Werkzeuge, um Photovoltaik bereits in frühen Entwurfs- und Entscheidungsphasen von Bauwerken integrieren zu können. Eine Berücksichtigung bzw. eine Integration in Planung und Koordination der Gewerke ist für eine technische und wirtschaftliche Umsetzung jedoch essentiell und digitale Baupla- nungsmethoden stellen hier einen möglichen Lö- sungspfad dar. Für den vermehrten Einsatz bedarf es kostengünstiger Produkte, die sowohl die Anfor- derungen der Photovoltaik allgemein wie z. B. Anfor- derungen an Langlebigkeit und Sicherheit als auch Anforderungen an die PV-Module als Bauprodukt entsprechend erfüllen. Dazu zählen insbesondere Brandschutzeigenschaften, Festigkeit, Gewicht und Designmöglichkeiten (Farbe und Form). Nationale und internationale Demonstrationsprojekte der letzten Jahre zeigen, dass Gebäude mit BIPV im Plus- energiestandard errichtet oder saniert werden kön- nen, die breite Markteinführung derartiger Gebäude schreitet jedoch bislang nur sehr zögerlich voran. Erste Erfahrungen aus dem Projekt VITALITY 2 : neues Simulationswerkzeug Im Rahmen der Projektinitiative VITALITY wurden er- weiterte architektonische und urbane Designkriteri- en entwickelt, welche die traditionellen Kriterien für das Gebäudedesign mit den besonderen Merkmalen von BIPV im Rahmen der digitalen Entwurfsgestal- tung verknüpfen. Das Ergebnis ist ein Simulations- werkzeug zur Modellierung und Bewertung von BIPV-Projekten sowie Designregeln für spezielle und repräsentative Anwendungsfälle. Dies erlaubt es, Photovoltaik auch in komplexen Bauprojekten bereits im Entwurfsprozess planerisch einfach einzusetzen. In einem nächsten Schritt sollen Last- und Erzeu- gungsprofile von Stadtgebieten und Quartieren be- reits in der Entwurfsphase aufeinander abgestimmt und optimiert werden. 2 VITALITY, Energieoptimierte Designregeln und Planungsschnittstel- len für BIPV im urbanen Raum; gefördert von der FFG, Nr. 854663 im SdZ 3. Ausschreibung RL 2016; Partner: AIT Austrian Institute of Technology GmbH (Konsortialleitung), Academia Europea di Bolzano, Technische Universität Graz - Institut für Gebäude und Energie, Lund University, teamgmi Ingenieurbüro GmbH, ATB-Becker e.U. Berechnete solare Einstrahlung pro Jahr auf die Gebäu- deoberfläche unter Einbezug eines definierten, minimalen Sollwertes zur Stromerzeugung. In diesem Fall sind lila eingefärbte Flächen geeignet für die Stromproduktion. Quelle: Martin Kaftan, TU Graz - Institut für Gebäude und Energie
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MzkxMjI2