„nachhaltige technologien 2|2019“

9 8 Dr.-Ing. Fabian Ochs ist im Arbeitsbereich „Energieeffizientes Bauen“ an der Universität Innsbruck tätig. fabian.ochs@uibk.ac.at Funktionsmuster einer vorgefertigten Holzfassade mit integrierter Außeneinheit der Heizungs-Lüftungs-Wärme- pumpe in der PASSYS Testzelle der UIBK (Ausführung: Kulmer Holz-Leimbau GesmbH) Foto: UIBK Innsbruck Vermessung im Labor, Simulation und Optimierung Die Funktionsmuster wurden detailliert im Labor ver- messen. Die Vermessung der Lüftungs-Heizungswär- mepumpe erfolgte im Kompaktgeräteprüfstand der UIBK. Die einzelnen Komponenten wie Wärmeüber- trager, Feuchteübertrager, Verdampfer, Kondensator, Kompressor, Inverter und Ventilatoren wurden vorab vermessen. Abschließend wurde die Performance des Gesamtsystems vermessen und mit Hilfe der Simulationen validiert. Für alle Komponenten wurden eigene Simulationsmodelle erstellt. Durch Vergleich von Messung und Simulation kann das jeweilige Modell parametriert werden und durch die Verwen- dung von parametrierten Modellen eine Bewertung des Systems über den Messbereich hinaus z. B. für Volumenströme, Temperaturen, etc. erfolgen. Die parametrierten Komponentenmodelle ermöglichen zudem – in Abgrenzung zu häufig eingesetzten Blackbox-Modellen und Lookup-Tables – in weiterer Folge eine Optimierung des Designs. Die Limitierung des Luftwechsels auf den hygienisch notwendigen Wert sind insbesondere im alpinen Raum mit längeren Phasen niedriger Außentem- peraturen und entsprechend geringer absoluter Luftfeuchte von hoher Wichtigkeit, um trockene Innenraumluft zu vermeiden bzw. zu reduzieren und damit die Akzeptanz zu erhöhen. Feuchterückge- winnung reduziert dieses Problem. Ein Schwerpunkt lag daher bei der Komponentenvermessung auf der vergleichenden Bewertung zwischen Wärme- und sogenannten Enthalpieübertragern. Letztere werden mehr und mehr nachgefragt, um dem Problem von zu trockener Luft bei kalten Außenlufttemperaturen im Winter entgegenzuwirken. Außerdem wird durch die Verwendung eines Enthalpieübertragers Konden- satbildung im Wärmeübertrager vermieden, wodurch es möglich ist, das Gerät als deckenhängendes Gerät auszuführen. Der Einfluss der Feuchteübertragung auf die Effizienz bei einer Fortluft-Zuluft-Wärmepum- pe konnte im Rahmen des Projekts SaLüH! erstmals systematisch untersucht werden. Zusammenfassung und Ausblick Im Projekt SaLüH! konnten kostengünstige Lösungen für die Sanierung von mehrgeschossigen Wohnge- bäuden ausgearbeitet werden. Mit der präsentierten Fortluft-Zuluft-Wärmepumpe wurde gezeigt, dass ein bestehendes Objekt bei einer entsprechenden thermischen Sanierung mit einem kombinierten Lüftungs- und Wärmepumpensystem für die Hei- zung ausgestattet werden kann. Ergänzt mit einer kompakten Außenluft-Trinkwasserwärmepumpe, (vgl. Beitrag von Dagmar Jähnig in diesem Heft), steht damit eine Lösung für die dezentrale Sanierung von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern zur Verfügung. Der Einsatz von erneuerbaren Energien wird durch dieses System aktiv unterstützt und Systeme dieser Art werden in den nächsten Jahren in den Fokus von Entscheidungsträgern rücken. Das Projekt wurde vom BMVIT im Programm Stadt der Zukunft finanziert. Unser Dank gilt außerdem den weiteren Projektpartnern Kulmer Holz-Leimbau GesmbH, Pichler Luft, SIKO GmbH und Internorm. ENERGIEAKTIVE FASSADEN

RkJQdWJsaXNoZXIy MzkxMjI2