„nachhaltige technologien 02 | 2023"
2020 [GWh/a] Status quo Endenergiebedarf nach Sektoren (ambitioniertes Szenario) Endenergie Aufbringung nach Energieträger (ambitioniertes Szenario) 2030 (ambitioniert) -20% Energienachfrage (Endenergiebedarf) -49% THG-Emissionen (CO2e) 51% Anteil erneuerbare Primärenergie 2040 (ambitioniert) -34% Energienachfrage (Endenergiebedarf) -82% THG-Emissionen (CO2e) 81% Anteil erneuerbare Primärenergie 2020 [GWh/a] Status quo Methodik bei der energietechnischen Statusanalyse Für die Stadtgemeinde Gleisdorf wurde aufbauend auf einer umfassenden räumlichen Bestandserhe- bung und Analyse eine Energie- und Ökobilanz für die Energiesektoren Raumwärme, Strom, Mobilität und Prozesswärme im Referenzjahr 2020 erstellt. Daten mit Raumbezug wurden in einer Datenbank abgespeichert und sind über ein Web-GIS abrufbar. Bei der sektoralen Betrachtung waren aufgrund der verfügbaren Informationen unterschiedliche metho- dische Ansätze erforderlich: Zu den Bestandsgebäuden in Gleisdorf liegen aus dem Projekt GEL S/E/P 1 eine Vielzahl an Informa- tionen vor, aus denen die Energieträgerverteilung nach Heizungsart im Gemeindegebiet sowie die Endenergiebedarfe und Treibhausgasemissionen für den Raumwärmesektor objektgenau ermittelt wurden [Methodenbeschreibung siehe Götzlich et al. 2021]. Zur Analyse und Bilanzierung des Stromsektors wurden hingegen Messdaten vom örtlichen Strom- netzbetreiber Feistritzwerke STEWEAG GmbH heran- gezogen, auf deren Basis je Katastralgemeinde die jährlichen Stromverbräuche nach Nutzungskategori- en (Gemeinde, Gewerbe, Haushalt, Landwirtschaft, Straßenbeleuchtung) sowie die jährlichen Strom- einspeisungen ins Netz (PV, Wasserkraft) ermittelt wurden. Letztere Information wurde dazu verwendet, die elektrische Einspeiseleistung und Modulfläche der installierten PV-Anlagen sowie auch die bilan- zielle Eigenerzeugungsquote im Gemeindegebiet (ca. 8 Prozent im Referenzjahr) abzuschätzen. Der Erdgas- verbrauch für Prozesswärme in der Industrie wurde differenziert nach Nieder-, Mittel- und Hochtempe- raturanwendungen im Zuge von Energieaudits bei den relevanten Unternehmen ermittelt. Der Energie- verbrauch im Bereich Mobilität ist schwierig zu mes- sen und umfasst den Personenverkehr als auch die Gütermobilität. Das Projekt Energiemosaik Austria 2 diente hier als Datengrundlage. Alle untersuchten Energiesektoren wurden zu einer Gesamtbilanz für das Referenzjahr 2020 zusammengeführt. Nachfol- gende Abbildung zeigt diesen Status quo in Form der Endenergiebilanz differenziert nach Energiesektoren und Energieträgern sowie in Form der Ökobilanz mit den CO 2 -äquivalenten Treibhausgasemissionen pro Jahr. Der Endenergiebedarf der Stadtgemeinde Gleisdorf betrug demnach im Referenzjahr 292 GWh (davon 48 Prozent für Raumwärme, 22 Prozent für Strom, 19 Prozent für Mobilität und 11 Prozent für Prozessgas). Die jährlichen THG-Emissionen beliefen sich auf rund 63 200 t CO 2 -Äquivalente und der Anteil erneuerbarer Primärenergie lag bei 27 Prozent. 2030 [GWh/a] Prognose 2030 [GWh/a] Prognose 2040 [GWh/a] Prognose 2040 [GWh/a] Prognose Sektor-Ziele des Klimaschutzplans Gleisdorf THG-Emissionen… Treibhausgasemissionen, KWK … Kraft-Wärme-Kopplung, MIV…motorisierter Individualverkehr; ÖPNV…öffentlicher Personen-Nahverkehr 19 19 19 37 34 35 32 31 30 148 108 86 57 40 24 27% 51% 81% 0 50 100 150 200 250 300 Endenergie in GWh/a 108 4 % % 8 % 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% Anteil ern. Energieträger n 27% 51% 81% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% Anteil ern. Energieträger 0 50 100 150 200 250 300 Endenergie in GWh/a Haushaltsstrom / öffentl. Strom Gewerbe / Industrie Prozesswärme >80°C Personenmobilität Gewerbe / Industrie Strom Raumwärme und BWW Anteil erneuerbare Energieträger fossil flüssig biogen fest Strom (Netzbezug) Fernwärme (erneuerbar) fossil gasf. biogen flüssig / gasf. Strom (lokale Erzeugung aus EE) Anteil erneuerbare Energieträger – 20% – 20% – 34% – 34% SEKTORZIELE KLIMASCHUTZPLAN GLEISDORF Bauen und Sanieren, Raumwärme Dekarbonisierung des Raumwärmesektors bis 2040 durch A) energieeffiziente Gebäude, B) Umstellung der Heizungssysteme auf erneuerbare Energien und C) großflächigen Ausbau der erneuerbaren Fernwärme Strom 50% Eigendeckung Strom bis 2040 aus lokaler Erzeugung (PV, KWK) sowie planvoller Ausbau der Stromnetz- und Speicherinfrastruktur Mobilität und Verkehr 50-60% Energieeinsparung in der Mobilität bis 2040 durch A) Verlagerung von 20-30% des MIV in Richtung Fuß, Rad, ÖPNV und B) Elektrifizierung von 60-70% des verbleibenden MIV Prozessgas Reduktion Erdgas für Prozesswärme um bis zu 72% bis 2040 durch A) Dekarbonisierung von Niedertemperatur-Wärme (<80°C) und B) 35-70% Substitution von verbleibendem Erdgas mit grünem Gas
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MzkxMjI2