„nachhaltige technologien 02 | 2023"
"Mit der Finanzierung unserer größtenteils auf fossilen Energieträgern aufgebauten Energieversorgung fließen jährlich Millionen Euros in ausländische Regionen ab, anstatt damit auf Energieeffizienz und heimische Energieressourcen mit maximaler Wertschöpfung und Versorgungssicherheit zu setzen. Die Stadt Gleisdorf hat sich per Gemeinderatsbeschluss zur notwendigen Transformation des Energiesystems bekannt und setzt den gemeinsam mit AEE INTEC und zahlreichen Stakeholdern erstellten kommunalen Klimaschutzplan nun Stück für Stück um." Christoph Stark , Bürgermeister der Stadt Gleisdorf Foto: Karl Schrotter Dipl.-Ing. Franz Mauthner, MSc ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs „Städte und Netze“ bei AEE INTEC. f.mauthner@aee.at . Dipl.-Ing. Regina Höfler, BSc ist Mitarbeiterin des Bauamtes der Stadt Gleisdorf. regina.hoefler@gleisdorf.at Ing. Christian Fink ist Geschäftsführer von AEE INTEC. Weiterführende Informationen / Links im E-Paper Götzlich, L., Mauthner F., et al.: Gebäudemodell für die räumliche Energieplanung, AGIT – Journal für Angewandte Geoinformatik, 7-2021, doi:10.14627/537707011, Salzburg (2021) Download gispoint.de Projekthomepage AEE INTEC Klimaschutzplan / e5 auf der Homepage der Stadtgemeinde Gleisdorf Größenordnung von 20-30 Prozent berücksichtigt. Ein technologischer Wechsel des verbleibenden MIV vom Verbrennungsmotor in Richtung Elektromobilität führt aufgrund der höheren Effizienz zu weiteren Energieeinsparungen, erhöht aber den zukünftigen Strombedarf und stellt somit neben dem PV-Ausbau und der zunehmenden Anzahl an Wärmepumpen in der Raumwärmeversorgung hohe Anforderungen an die zukünftige Stromnetzinfrastruktur. Insgesamt wurde in den Szenarien angenommen, dass bis 2040 60-70 Prozent des verbleibenden MIV elektrifiziert ist. Die Szenario-Annahmen zur Dekarbonisierung des gasversorgten Prozesswärmesektors umfassen die vollständige Substitution von fossilem Erdgas im Niedertemperaturbereich (<80°C), sowie die teilweise Substitution von fossilem Erdgas mit er- neuerbarem Dampf (vorzugsweise als KWK) und / oder synthetischem („grünem“) Gas im Mittel- und Hochtemperaturbereich (>200°C). Die Ergebnisse des ambitionierten Szenarios als Energie- und Ökobilan- zen für die Jahre 2030 und 2040 sind ebenfalls in der vorangehenden Abbildung dargestellt: Die in den Szenarien berücksichtigten Maßnahmen resultieren in Endenergieeinsparungen in der Höhe von 34 Prozent bis 2040 (vor allem Gebäudesanierung und Hei- zungstausch, Verlagerung und Elektrifizierung der Mobilität). Der verbleibende Endenergiebedarf kann entsprechend dem Szenario bis 2040 zu 81 Prozent mittels erneuerbarer Primärenergieträger bereitge- stellt werden. Operationalisierung der Maßnahmen und Ziele des Klimaschutzplans in der Stadtgemeinde Neben einem Maßnahmenplan wurde im Projekt eine Organisations- und Prozessstruktur zur Umsetzung der Maßnahmen auf kommunaler Ebene erarbeitet und erprobt. Den Kern dieser Struktur bilden zwei neue interdisziplinäre Gremien (Board und Arbeitsgruppe), in denen lokale Akteur*innen der Energiewende und Verwaltung vernetzt und von einer Klimaschutzbe- auftragten koordiniert werden. Intention ist es, alle Beschlusssachen des Gemeinderates zu Beginn auf ihre Klimarelevanz hin zu prüfen und bei positiver Prüfung weiterführende Schritte entsprechend den Festlegungen im Klimaschutzplan in die Wege zu leiten. Das Board dient hierbei als Entscheidungs- gremium, von dem Aufgaben an die Arbeitsgruppe zur operativen Bearbeitung delegiert werden. Die Klimaschutzbeauftrage koordiniert die Maßnahmen- planung, Erfolgskontrolle und Vernetzung innerhalb und außerhalb der Stadtgemeinde und treibt die Ent- wicklung neuer Projekte, Ideen und Finanzierungs- möglichkeiten voran. Die erarbeiteten Leitziele, Maßnahmen und Struktu- ren im Klimaschutzplan der Stadtgemeinde Gleisdorf bilden ein solides Fundament, das den beschleunig- ten Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe anleitet und so einen wichtigen Beitrag zum Klima- schutz leistet.
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