„nachhaltige technologien 02 | 2023"
mit einem bestehenden Kraftwerk errichtet werden soll. Der Vorteil besteht darin, dass der Speicher das Fernwärmesystem um eine Regelungsflexibilität von 150 MW erweitern wird, aber es war eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich, bei der die Einbindung in die Landschaft, Probleme mit Natur- schutzgebieten, Auswirkungen auf Pflanzen und wild lebende Tiere, Treibhausgasemissionen durch Bau und Betrieb des Erdbecken-Wärmespeichers, Über- schwemmungsrisiken, Risiken für die Verschmutzung des Grundwassers, Lärm, Staub und Verkehr während der Bauphase geklärt wurden. Zu den Fragen, die beantwortet werden mussten, gehörten auch Fragen nach den Abbauprodukten der Liner 1 und ihrer potenziellen Verschmutzungs- gefahr für die umliegenden Böden, oder die Frage, ob Regenwasser, das mit Abdeckmembranen in Kontakt kommt, umweltschädliche Chemikalien aus den Membranen enthalten wird. Das Verfahren dauerte mehr als zwei Jahre und der UVP-Bericht umfasst 260 Seiten mit Anhängen und Zeichnungen. Das zeigt, dass der Entwicklungsprozess für ein Erdbecken-Wärmeprojekt sehr langwierig sein kann. Die Ergebnisse und Erfahrungen aus der dänischen Praxis werden in Task39 genutzt, um Genehmigungs- und Gesetzgebungsverfahren und -prozesse in allen Ländern zu straffen. Beispiel Westbalkan Seit 2018 hat SOLID mehrere Vormachbarkeits- und Machbarkeitsstudien für BigSolar-Systeme in den westlichen Balkanländern durchgeführt. Die Idee von BigSolar besteht darin, einen höheren Anteil an solar- thermischer Wärme zu erreichen als bei typischen solaren Fernwärmesystemen, die hauptsächlich für die Deckung des Sommerbedarfs ausgelegt sind. Die meisten Fernwärmesysteme in südlichen Ländern liefern im Sommer überhaupt keine Wärme. Die Netze sind von April bis Oktober abgeschaltet. Daher muss die Solarwärme in großen Speichern gespeichert werden, und in allen Vormachbarkeits- und Machbarkeitsstudien für den westlichen Balkan wurden Erdbecken-Wärmespeicher berücksichtigt. Obwohl PTES ein technisch und wirtschaftlich sinn- volles Konzept darstellen, müssen noch viele Hürden überwunden werden. Während bei den in Dänemark realisierten BigSolar- Projekten das Verhältnis von Speichervolumen zu Solarkollektorfläche zwischen 1,7 und 2,9 Kubikmetern pro Quadratmeter Solarkollektorfläche liegt, beträgt es bei den Konzepten für denWestbalkan aufgrund der fehlenden Fernwärme-Sommerlast zwischen 4,3 und 5,9 Kubikmetern pro Quadratmeter. Dies führt zu einem höheren Flächenverbrauch für das gesamte Beispiel Dänemark In Dänemark gibt es sechs Erdbecken-Wärmespeicher zur Integration von Solarwärme in das Fernwärme- netz. PlanEnergi war Berater für drei dieser Anlagen: Marstal, Dronninglund und Høje Taastrup. Vor dem Bau eines Erdbecken-Wärmespeichers sind in Däne- mark umfangreiche Planungsarbeiten erforderlich, inklusive einer Umweltanalyse. Bei der Umwelt- analyse werden die Emissionen in Luft, Boden und Wasser analysiert, und die Ergebnisse der Analyse werden öffentlich bekanntgemacht. PTES haben normalerweise keine Emissionen in Luft und Boden, aber da das Wasser im Speicher als Trinkwasser behandelt wird, muss eine mögliche Verschmutzung des Trinkwassers berücksichtigt und Risiken geklärt werden. Wenn die Risiken nicht restlos geklärt werden, können die durch das Vorhaben betroffenen Gemeinden auch eine Umweltverträglichkeitsprü- fung verlangen. In Marstal und Høje Taastrup wurde keine Umweltverträglichkeitsprüfung verlangt, und es gab keine Beschwerden. In Dronninglund war eine Umweltverträglichkeitsprüfung aufgrund einer Beschwerde über das Solarkollektorfeld erforderlich. Der Speicher in Marstal liegt in der Nähe einer Stadt mit 3 500 Einwohnern, der Speicher in Dronninglund ist 2 km von der Stadt entfernt, und der Speicher in Høje Taastrup befindet sich auf einem landwirt- schaftlich genutzten Gelände in der Nähe einer Autobahn und 1 km von einer Hochspannungsleitung in Kopenhagen entfernt (siehe Titelbild). Die Not- wendigkeit einer Umweltverträglichkeitsprüfung ist daher nicht unbedingt auf die Lage in der Nähe einer Stadt zurückzuführen. Herausforderung städtisches Umfeld Befindet sich der einzig mögliche Standort für einen Erdbecken-Wärmespeicher innerhalb einer Stadt, so sind die Herausforderungen nicht auf die oben ge- nannten Punkte beschränkt. In Odense, Dänemark, ist ein 700 000 m³ fassender Erdbecken-Wärmespeicher geplant, der innerhalb der Stadt in enger Verbindung Wärmebildaufnahme des noch leeren Speichers von Høje Taastrup, der zur Vorbeugung von Frostschäden am Liner geheizt wird Quelle: Planenergi 1 Liner - Auskleidung des Speichers (z. B. Kunststoffmembranen)
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