„nachhaltige technologien 02 | 2023"
M it dem Ziel, ein emissionsarmes und flexibles Energiesystem zu schaffen, will die EU bis 2030 die Energieeffizienz um 32,5 Prozent steigern und den Anteil erneuerbarer Energie auf 32 Prozent erhöhen. Gegenwärtig ist der Gebäudebestand der EU nach wie vor energieintensiv und überwiegend ineffizient. Auf ihn entfallen 40 Prozent des Endener- gieverbrauchs und 36 Prozent der CO 2 -Emissionen. In diesem Zusammenhang müssen sich die Gebäude in der EU von ihrem derzeitigen statischen und ineffizienten Profil zu intelligenten, dynamischen Akteuren entwickeln, die eine optimale Kopplung mit dem Stromnetz anstreben. Ein großer Teil dieses Wandels muss durch Gebäuderenovierungen erfolgen, die derzeit hohe Investitionskosten erfordern. Die Erhöhung der Intelligenz bestehender Gebäude birgt ein großes Potenzial; ohne hohe Investitionskosten haben intelligente Gebäude das Potenzial, die Anforderungen des Energiesystems und die Bedürf- nisse der Bewohner*innen zu erfüllen, indem sie die Energieeffizienz, die Energiespeicherung, und die Nachfrageflexibilität erhöhen, ohne den Komfort zu beeinträchtigen. Nutzer*innen-zentrierte Energiedienstleistungen In der Literatur wird die Bedeutung der Nutzer*innen in Energiesystemen hervorgehoben und die drei wesentlichen Ziele der Energiepolitik (Versorgungs- sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umwelt) um eine vierte Dimension erweitert: die soziale Akzeptanz/ Toleranz. Die aktive Beteiligung der Nutzer*innen an künftigen intelligenten Energiesystemen ist durch vielfältige Faktoren motiviert: (i) Nutzer*innen sollen ihren Energieverbrauch aktiv reduzieren und die Energieeffizenz steigern. (ii) Sie sollen durch Anreize ihren Verbrauch flexibilisieren. (iii) Der Prozess der Nutzer*innenbeteiligung erzeugt Daten, die für verschiedene Akteur*innen wertvoll sein können; ein Beispiel wäre die Vorhersage des Energiebedarfs für den optimalen Betrieb von Quartieren oder ganzen Städten. Die Literatur zeigt, dass der Impact neuer Technologien viel stärker von technischen Bedin- gungen und sozialen Variablen wie individuellen Präferenzen, sozialen Beziehungen oder täglichen Routinen in einem Haushalt abhängen, als man ursprünglich angenommen hat. Es ist zentral, dass Leute neue Technologien in ihre täglichen Routinen einbinden. Foto: iStock/ArtistGNDphotography Energieeinsparung durch Erhöhung der Intelligenz von Bestandsgebäuden Thomas Schwengler, Manuel J. Fonseca, João Cravinho, Nuno Mateus, Gerald Schweiger
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