„nachhaltige technologien 02 | 2025"

ANZEIGE KOMPLETTANBIETER FÜR GREENTECH LÖSUNGEN www.bdi-bioenergy.com für höchsten Ertrag Maßgeschneiderte Perfektion Verfahrens- konzepten Scale-Up von >70 internationale Referenzprojekte Wiederverwendung führt in Richtung Klimaneutralität Neben der baulichen Umsetzung ist die Erforschung und die Demonstration der positiven Klimawirkung durch Wiederverwendung („ReUse“) ein Aspekt, um die neuen Prozesse standardisierbar zu beschrei- ben und die Hauptprinzipien in die derzeit gültigen Leistungsphasen in der Planung und Ausführung zu übertragen. Durch den Fokus auf (Wieder-)Einsatz und effizienten Materialeinsatz lassen sich große Anteile der Emissionen vermeiden, was zur angestreb- ten Klimaneutralität beiträgt. Eine Möglichkeit, um die positive Wirkung darzustellen und in die Breite zu bringen, sind Vergleiche zwischen „neu“ und „ReUse“. Die Gegenüberstellung erfolgt in Tragwerks-, bauphy- sikalischen und Lebenszyklusanalysen (LCA). Anhand einer ökologischen Vergleichs-Bewertung – einer LCA – wird aufgezeigt, in welchem Ausmaß ein ReUse– Gebäude gegenüber einem konventionellen Neubau positive Auswirkungen für Mensch und Umwelt hat. Ebenso ist der Vergleich bzw. die Analyse von auf- gewendeten Zeiten und Baukosten relevant für das Vorhaben, um die Stellschrauben für zukünftige Pro- jekte zu ergründen. Dass ReUse imVergleich zuRecycling einVielfaches an Ressourceneinsparung ermöglicht, wird auch anhand einzelner entwickelter ReProducts® sichtbar: der neue Dachstuhl aus einer rückgebauten Zwischenebene, der industriell aufbereitete Wiener Stabparkettboden in einem 2. Lebenszyklus mit neuer geölter Oberfläche und die rezertifizierte Brandschutztüre sind drei Bei- spiele für erfolgreiche Bauteilwiederverwendungen. Herausfordernd im Projekt LenA ist die Vorfinanzie- rung zur Ernte der verfügbaren Bauteile. Es fallen früher als im üblichen Projektverlauf Kosten zur Ma- terialbeschaffung an. Hier würden geeignete Finan- zierungsmodelle (-> Taxonomie) oder eine Förderung wie der Reparaturbonus Erleicherung bringen. RosinA – Digitaler Notizblock für ReUse-Bauteile Für die Dokumentation der Verfügbarkeit von Bau- teilen und deren Daten spielen Digitalisierung und Bauteilkatalogisierung eine wesentliche Rolle, damit Informationen zu Verfügbarkeit, Demontagezeiträu- men, Mengen sowie Eigenschaften für neue Planun- gen genutzt werden können. Mit dem „digitalen Notizblock“ RosinA können ReU- se-Datenblätter erstellt werden. Bauteile, Materia- lien und Produkte, die für eine Weiterverwendung in Frage kommen, werden vor Ort erfasst, um Bild-, Objekt- und Materialeigenschaften ergänzt und in eine Datenbank übertragen. Aus den digital verfüg- baren Informationen zu den jeweiligen Potenzialen lassen sich Bauteilkataloge erstellen. Diese dienen als Grundlage für den weiteren „ReDesign“-Prozess. Die Schnittstellen-Offenheit der App RosinA ermög- licht den essenziellen Informationsaustausch durch BIM-Integration für die weiteren Planungsphasen, sowie Anbindung an ERP-Systeme (Logistik und Ge- werbe) zur Umsetzung einer Anschlussnutzung. Innovative Instrumente wie die digitale ReUse-Er- fassung müssen in die Abläufe einer herkömmlichen Architekturplanung (Leistungsphasen) beziehungs- weise eines Hochbauprojektmanagements integriert werden. Beispielsweise wird in herkömmlichen Pla- nungsprojekten der Rückbau bisher nicht berücksich- tigt. In der Kreislauf-Bauwirtschaft hingegen soll in der Rückbau-Phase eine Bauteildatenbank erstellt werden. Zur Gestaltung der neuen flexiblen und anpas- sungsfähigen Prozesse werden unvorhergesehene Herausforderungen im Projekt LenA Circular House analysiert und Lösungen aufgezeigt. Unter anderen ist auch BASEhabitat (Kunstuni Linz) 2 am Konsortium beteiligt, um das Bewusstsein und die Wertschätzung für das Vorhandene zu stärken und den Planenden von Morgen mit auf den künftigen Weg zu geben. Ebenso ist das Camillo Sitte Bautech- nikum (HTL Wien) involviert. Die Materialprüfanstalt wurde damit betraut, wieder eingesetzte Materialien zu prüfen und zu testen. Deckenelemente werden zum Beispiel auf ihre Belastbarkeit hin geprüft. Alle Resul- tate werden festgehalten und die Lösungsansätze für kreislauffähiges Bauen in ein Handbuch für „Circular Architecture Design Rules“ eingearbeitet.

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