„nachhaltige technologien 02 | 2025"
verbleibt, sondern in Open-loop-Anwendungen wie Schalen, Fasern oder Umreifungsbändern verwendet wird. Ein unzureichendes Recycling von PET-Verpackungsprodukten außerhalb des Geträn- keflaschensegments könnte daher die bestehenden Recyclingziele erheblich gefährden. Das Potenzial bestehender PET-Ströme bleibt weitgehend unge- nutzt, da PET-Restfraktionen vorrangig der ther- mischen Verwertung zugeführt werden. Dies liegt unter anderem an der Heterogenität, da sich die Fraktionen aus diversen nicht-Getränke Flaschen (z.B. Essig, Öl, Haushaltsreiniger, Waschmittel), Monolay- er-Trays (z. B. Schalen für Beeren oder Tomaten) und Multilayer-Trays (z. B. Wurst- und Käseverpackungen) zusammensetzen. Fallstudie im Rahmen des österreichischen Leitprojekts „circPLAST-mr“ Das Leitprojekt circPLAST-mr stellt ein kooperatives Großforschungsvorhaben der Kategorie „Industrielle Forschung“ dar, das im Rahmen der 1. Ausschreibung der FTI-Initiative Kreislaufwirtschaft vom Bundesmi- nisterium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobili- tät, Innovation und Technologie (BMK) gefördert und von der österreichischen Forschungsförderungsge- rotz der in den letzten Jahren ausgeprägten Volatilität des europäischen PET-Marktes befindet sich das PET-Recycling im Aufschwung. Mit einer installierten Recyclingkapazität von 3,2 Mt fällt 24 Prozent der gesamten europäischen Recyclingka- pazität auf PET, wobei vor allem das Recycling von PET-Getränkeflaschen als Treiber gilt. Ab dem Jahr 2030 sollen verpflichtende Rezyklatgehalte einge- führt werden, die sich stark auf PET konzentrieren, da dieses Material die Möglichkeit bietet, wieder zu lebensmitteltauglichen Produkten recycelt zu werden. Für PET-Getränkeflaschen ist ein Mindestre- zyklatgehalt von 30 Prozent vorgesehen, der bis 2040 auf 65 Prozent ansteigen soll. Statistiken aus dem Jahr 2022 zeigen eine Recyc- lingrate von PET von 38 Prozent, womit rechnerisch die Anforderungen an den Rezyklatgehalt für das Jahr 2030 bereits erfüllt wären. Betrachtet man ausschließlich PET-Getränkeflaschen, so lässt sich eine Recyclingrate von 29 Prozent berechnen. Obwohl PET-Getränkeflaschen 85 Prozent der zur Wiederver- wertung gesammelten PET-Verpackungsprodukte ausmachen, fließen lediglich 47 Prozent des Recyc- lingoutputs wieder in die Flaschenproduktion zurück. Dies verdeutlicht, dass ein erheblicher Anteil der Flaschenrezyklate nicht im geschlossenen Kreislauf T Vom Problemstoff zur Ressource: Recycling von PET-Reststoffströmen zu Recycling-Bigbags Moritz Mager, Nikolai Kuhn, Gerhard Bräuer, Jörg Fischer Recycling-Bigbag hergestellt aus der österreichischen PET-Restfraktion Foto: JKU
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