„nachhaltige technologien 02 | 2026"
Wärmequellen wie Großwärmepumpen, Biomasse- Kraftwerke, industrielle Abwärme oder geothermi- sche Energie für die Beladung des Aquiferspeichers sowie für eine potenziell benötigte Temperaturan- hebung während der Entladung betrachtet, um die erforderlichen Temperaturen des Fernwärmenetzes zu erreichen. Eine vereinfachte ATES-Modellierung ermöglicht hierbei die effiziente Evaluierung ver- schiedener Systemkonfigurationen. Im Zuge dessen fließen technoökonomische Parameter unmittelbar in die Analyse ein, um die Wirtschaftlichkeit des Ge- samtsystems fundiert zu bewerten und zu optimieren. Fazit und Ausblick Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die geologi- schen Voraussetzungen im Raum Fürstenfeld grund- sätzlich sehr gut für einen Aquiferspeicher geeignet sind. Zur Vertiefung der bisherigen Ergebnisse wird eine weitere Verfeinerung der Modelle erfolgen und eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt. Um das Zusammenspiel des Aquiferspeichers mit den lokalen Energiesystemen zu untersuchen, sollen in den nächsten Projektphasen außerdem verschie- dene hydraulische Einbindungskonzepte modellba- siert analysiert werden. Die im ATES gespeicherte Energie könnte die Fern- wärmeversorgung in Fürstenfeld im Winter deutlich unterstützen und den Einsatz fossiler Brennstoffe er- heblich reduzieren. Damit würde das Aquiferspeicher- System nicht nur zur regionalen Energieversorgung beitragen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von CO 2 ‑Emissionen leisten. Sollte das Projekt umgesetzt werden, wäre es das erste hoch- temperaturfähige Aquifer-Wärmespeichersystem in Österreich. Die gewonnenen Erkenntnisse wären auch auf andere Regionen übertragbar und eröffnen damit neue Möglichkeiten für eine nachhaltige und klimafreundliche Wärmeversorgung. Nikolaus Petschacher, MSc, und Dipl- Ing. Dr. techn. Vilmos Vasvári sind Mitarbeiter der HYDRO GmbH, die als Projektleader des Projekts „ATESref“ fungiert. petschacher@hydro-gmbh.at Dipl.-Ing. Dr. mont. Marcellus Schreilechner ist Geschäftsführer der Geo5 GmbH. marcellus.schreilechner@geo-5.at Jakob Hütter, BSc. ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe „Thermische Energiespeicher“ bei AEE INTEC. j.huetter@aee.at Weiterführende Informationen / Links im E-Paper Projekt ATESref im Zielhorizont gespeichert und wird nur minimal durch die natürliche Grundwasserströmung ver- breitet. Auch die hydraulischen Auswirkungen des Betriebs bleiben begrenzt. Die Modellrechnungen zeigen einen Einflussbereich von etwa 1,5 Kilometern rund um die Brunnen. In diesem Bereich verändern sich die Druckverhältnisse im Grundwasser, jedoch kann aufgrund der Berechnungen davon ausgegan- gen werden, dass benachbarte Brunnen oder Wasser- nutzungen nicht beeinträchtigt werden. Eine technische Herausforderung bleibt allerdings die sogenannte Reinjektion – also das Zurückführen des Wassers in den Aquifer. Frühere geothermi- sche Projekte in der Region hatten Probleme mit Verlegung durch feine Sedimentpartikel. Im Projekt ATESref werden daher verschiedene Strategien un- tersucht, um eine langfristig stabile Reinjektion sicherzustellen. Abbildung 3: Simulierte Temperaturverteilung im Aquifer nach mehreren Betriebszyklen des Wärmespeichers Quelle: Hydro GmbH Ingenieurbüro für Hydrogeologie und Geothermie Systemintegration Neben den geologischen Untersuchungen spielt auch die Integration in das lokale Energiesystem eine zentrale Rolle. Analysen zeigen, dass im Raum Fürstenfeld mehrere potenzielle Wärmequellen für die Beladung des Speichers zur Verfügung stehen. Dabei werden sowohl bestehende als auch zusätzliche [1] Marcellus G. Schreilechner, Reinhard F. Sachsenhofer (2007): High Resolution Sequence Stratigraphy in the Eastern Styrian Basin (Miocene, Austria). – Austrian Journal of Earth Sciences – 100: 164 - 184. kalter Brunnen warmer Brunnen
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