„nachhaltige technologien 02 | 2026"
F Expert*innen eines Projektes der Internationalen Ener- gieagentur (IEA ES Task45) am Rand des in Bau befindlichen 18 000 m³- Erdbeckenwärmespeichers in Hechingen, Deutschland Foto: AEE INTEC / Wim van Helden ernwärmesysteme machen einen großen Anteil der Wärmeversorgung europäischer Haushalte aus, und dieser Anteil wird in den kommenden Jahrzehn- ten voraussichtlich deutlich steigen. Die europäische Fernwärmeerzeugung ist derzeit noch stark von fossi- len Brennstoffen abhängig. Im Zuge des Übergangs zu einem vollständig erneuerbaren europäischen Energiesystem müssen die Wärmequellen jedoch auf erneuerbare Systeme umgestellt und vielfältiger gestaltet werden. Eine gute Integration dieser meist variablen erneuerbaren Quellen kann nur mit in das Fernwärmesystem integrierten thermischen Energie- speichern realisiert werden. Beschleunigte Einführung großer thermischer Energiespeicher notwendig Nach Schätzungen benötigen die europäischen Fern- wärmesysteme im Jahr 2050 ein Speichervolumen von etwa 71 000 GWh, was mehr als 5000 sehr großen Wärmespeichern mit einem Volumen von jeweils 500 000 m³ entspricht. Derzeit sind in Europa etwa 250 große thermische Energiespeicher in Betrieb. Eine starke Beschleunigung der Errichtung großer thermischer Energiespeicher (LTES) ist daher erfor- derlich, um diese Lücke zu schließen. Internationale Forschungs-Zusammenarbeit Die Internationale Energieagentur IEA verfügt über mehrere Technologiekooperationsprogramme (TCP`s), in denen Expert*innengruppen in soge- nannten „Tasks“ an Themen arbeiten, die mit technologischen Fragen und Herausforderungen zusammenhängen. Im Energy Storage TCP arbeitet aktuell gerade eine zweite Arbeitsgruppe (Task) an der Technologieentwicklung großer thermischer Ener- giespeicher (Large Thermal Energy Storages - LTES). IEA ES Task 39 war ein erstes, auf drei Jahre an- gelegtes Forschungsprojekt, das 2021 begann und darauf abzielte, grundlegende Informationen für die wichtigsten Akteure zu sammeln, die an Planung, Konzeption, Bau und Betrieb von LTES beteiligt sind. Teilaufgaben im Projekt waren die Entwicklung von LTES-Integrations- und Anwendungsszenarien (Main Report Subtask A: Method to carry out an LTES project – Main cases, case studies and KPIs), die Sammlung von Informationen zu Komponenten und Materialien sowie der Entwurf einer Material- datenbank (Main Report Subtask B: Components and materials database), Entwicklung von Methoden zur Überprüfung und Verbesserung numerischer Simula- tionsmodelle für Speicherkonzepte (Report Numeri- cal Models List – Overview and collection of model fact sheets, Report Modelling Guidelines – Round robin test case description), sowie die Sammlung und Bereitstellung von allgemeinem Wissen über LTES für politische Entscheidungsträger*innen und weitere Stakeholder*innen (Broschüren, Ergebnisse von Simulationsstudien etc.). Die Arbeitsergebnisse sind über die Website zugänglich (siehe Link unten). Während des Projekts verstärkten der Krieg in der Ukraine und die daraus resultierende Gaskrise die Notwendigkeit, Heizungsalternativen in Europa zu entwickeln, und es wurde beschlossen, die Arbeit in einem weiteren Projekt (IEA ES Task45 – „Beschleuni- gung der Markteinführung großer thermischer Ener- giespeicher“) fortzusetzen. Wie der Titel schon sagt, zielt die Arbeit nun darauf ab, bessere Rahmenbedin- gungen für eine rasche und effektive Markteinführung von LTES zu schaffen. Die Arbeiten im Rahmen von Task45 begannen im Jahr 2024 und werden bis Ende 2027 fortgesetzt. Nutzung des Untergrunds zur saisonalen Energiespeicherung Wim van Helden 21 20 ENERGIE AUS DEM UNTERGRUND
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