„nachhaltige technologien 3|2016"
Weiterführende Informationen: www.comtes-storage.eu ergeben, dass eine Kapazität von etwa 5 m 3 Lauge die 100%-ige Versorgung von einem Niedrigenergie- Einfamilienhaus ermöglichen würde. Potenzial für zukünftige kompakte Wärmespeicherung Im Betrieb der Anlage wurde erkannt, dass gerade im Bereich der Massen- und Wärmetauscherent- wicklung noch Verbesserungspotential besteht. Das angewandte Speicherprinzip erweist sich aber grundsätzlich als vielversprechend. In kommenden Arbeiten werden nun neue Ansätze zur Massen- und Wärmetauscheroptimierung verfolgt. Die Arbeiten im COMTES-Projekt Linie B haben ge- zeigt, dass der gewählte Lösungsansatz über ein erhebliches Potential für eine zukünftige kompakte und preiswerte Speicherung von solarer Wärme im Gebäude verfügt. Dipl. El.-Ing. Benjamin Fumey arbeitet als Forschungsingenieur im Bereich Urbane Energiesysteme bei Empa - Materials Science and Technology, Schweiz. Demonstrationsanlage Im COMTES-Projekt wurde eine entsprechende De- monstrationsanlage aufgebaut und in Betrieb genom- men. Die Anlage ist als hybrides System gebaut; zur Tages-Warmwasserspeicherung wird ein Wassertank und für die saisonale Wärmespeicherung ein Absorp- tionsspeicher verwendet. Das Titelbild zeigt den Mas- sen- und Wärmetauscher (Chemische Wärmepumpe) der Absorptionsspeicheranlage. Die gesamte Anlage wurde möglichst realitätsnah gebaut. Sie verfügt über thermische Solarkollektoren als Wärmequelle für die Einspeicherung und einen Anschluss für Erdsonden, welche je nach Betrieb als Wärmesen- ke oder –quelle dienen. Die Anlage ist eingerichtet um Brauchwarmwasser und Heizungswasser an ein Gebäude abzugeben. Zu Testzwecken wurde dieses Demonstrationssystem mit einer Natronlaugenkapa- zität von 1,5 m 3 gebaut. Simulationsresultate haben Langzeitspeicherung von Wärme mittels Phasenwechselmaterialen Hermann Schranzhofer, Christoph Moser, Gerald Englmair, Simon Furbo Demonstrationsanlage mit segmentiertem PCM- Speicher mit 4 Modulen Foto: DTU (Technical University of Denmark). und lässt es dann wieder abkühlen. Dabei bleibt das Material bis weit unter die Phasenwechseltemperatur flüssig. Wird die so gespeicherte thermische Energie wieder benötigt, löst man die Kristallisation aus und die Wärme wird bei der Phasenwechseltemperatur wieder frei. Speichermaterial undPotenzial des Speichersystems Als Speichermaterial wird Sodium-Acetat- Trihydrat (SAT) verwendet, das mit ca. 260 kJ/kg eine relativ hohe Schmelzwärme aufweist [1]. Um ungünstige Materialeigenschaften wie etwa die geringe Wär- meleitfähigkeit zu verbessern, wurden umfangreiche Laborexperimente durchgeführt [2] und in Versuchen verschiedenste Aufgabenstellungen, wie Vorausset- zungen für stabile Unterkühlung, Leistungsabgabe, Auslösemechanismen für Kristallisation etc., unter- n der Entwicklungslinie C des EU-Projektes COMTES wurde die Verwendung eines Phasenwechselmateri- als (PCM) für die Speicherung thermischer Energie mit Anwendung von Unterkühlung für eine Langzeit- speicherung untersucht. Dieser Effekt wird auch bei den am Markt erhältlichen PCM-Handwärmern ausge- nutzt: Man erwärmt das Material bis es flüssig wird I
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