„nachhaltige technologien 3|2016"
29 28 Beteiligte Techniker, Firmenvertreter und Betreiber geben einander direkte Rückmeldungen bei einem persönlichen Treffen vor Ort Foto: AEE INTEC Die schon im Jahr 1858 von Pettenkofer geforderte CO 2 -Grenzkonzentration von 1000 ppm in der Raum- luft wurde in mehr als der Hälfte der Schulzeit einer Woche in der Übergangszeit überschritten. Und auch nach der geltenden ÖNORM EN 13799 „Lüftung von Nichtwohngebäuden – Allgemeine Grundlagen und Anforderungen für Lüftungs- und Klimaanlagen und Raumkühlsysteme“ schafft der EDV-Raum in dieser Woche zur Hälfte der Zeit nur die IDA Klasse 4 (IDA... Indoor Air Quality), das ist niedrige Raumluftqualität. Erfahrungen im Praxiseinbau Ein sehr wichtiger Teil der Umsetzung war eine eindeutige und klare Kommunikation zwischen den herstellenden und installierenden Firmen sowie den Betreibern. Einzelne detaillierte Voraussetzungen für den Einbau eines der Geräte waren im Schriftverkehr zwischen Hersteller und der Stadtverwaltung verloren gegangen, wie z.B. Situierung und Funktion des Kon- densatablaufs, Anschlussleistungen von Heizrohren für Nachheizmöglichkeit u.ä. Der Montageaufwand für die Außen- und Fortluftanbindung der Geräte wurde unterschätzt. Vor Ende der Übergabe wurde allen in einem persönlichen Treffen die Möglichkeit gegeben, Fragen und Probleme rückzumelden. Eine wichtige Erfahrung für alle Beteiligten. Die natürliche Lüftung über die Fenster muss auch während des Betriebs des Lüftungsgerätes möglich sein und ist bei entsprechenden Wetterbedingungen energetisch wie komforttechnisch sinnvoll. Ergebnisse der Messungen und Rückmeldungen im Betrieb Bei den Messungen der SchülerInnen gemeinsam mit dem Physiklehrer war interessant, dass die Werte für die relative Luftfeuchtigkeit und die Temperaturen mit oder ohne Lüftungsgerät im Mittel ähnlich, bei der CO 2 -Konzentration aber doch deutlich unterschiedlich ausfielen (vgl. Abbildungen auf der nächsten Seite). Die relative Luftfeuchtigkeit fiel in den Klassenzimmern mit mechanischer Lüftung auf tie- fere Werte von zum Teil unter 20%. Ohne mechanische Lüftung waren die Temperaturen unterschiedlicher verteilt und tendenziell ein wenig höher. Die Rückmeldung der LehrerIn- nenschaft war neutral, das heißt, sie hatte die Lüftungsgeräte auf Nachfrage kaum bemerkt. Gerüche wurden weiterhin wahrgenommen und diese empfinden die meisten als unangenehm. Es ist jedoch nicht ungewöhnlich, dass die gemessen frische Luft durch Gerüche über- lagert und als schlechte Raumluft wahrgenommen wird. Häufigkeitsverteilung der CO 2 -Konzentration im Süd- orientierten Klassenzimmer mit Lüftungsgerät zwischen 8:00 und 16:00 Uhr, von 28.9.2014 bis 10.7.2015 Quelle: AEE INTEC 4,500 4,000 3,500 3,000 2,500 2,000 1,500 1,000 500 0 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% 50% 55% 60% 65% 70% 75% 80% 85% 90% 95% 100% CO 2 -Konzentration in ppm Prozent der Stunden Mo-Fr 8-16 Uhr Klassenzimmer NMS BAUEN UND SANIEREN
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