„nachhaltige technologien 3|2017“

17 16 SCHWERPUNKT WACHSTUMSMÄRKTE UND EXPORTERFOLGE Solare Früchtetrocknung in Usbekistan – 850 m² (600 kW) Solarkollektorfläche und 2,8 MWh thermischer Speicher. Foto: CONA SOLAR AUSTRIA Aber nicht nur die Leuchtturmprojekte mit gewal- tigen Einzelleistungen an einem Standort sind für CONA interessant. Da das Unternehmen z.B. auch um die Ernährungssicherheit benachteiligter Bevöl- kerungsgruppen bemüht ist, wurden bisher ca. 80 Einzeltrocknungsanlagen in elf Regionen Nicaraguas exportiert, die dort nach Einschulung des jeweiligen Betreiberteams wertvolle Dienste liefern. Da mit den Trocknungsgeräten hauptsächlich Frauen Beschäfti- gung finden, tragen sie nachhaltig zur Linderung der internationalen Frauenarbeitslosigkeit bei. In Mexiko konnten 120 Kleinanlagen für Biokaffeebau- ern realisiert werden, die nun mit solaren Trocknern Rohkaffee rechtzeitig und sicher konservieren. Wenn der Kaffeepreis lange nach der Ernte wieder steigt, können höhere Preise erzielt werden. In einigen in Europa fair gehandelten Kaffeesorten sowie in nam- haften österreichischen und deutschen Schokoladen ist solar getrockneter Kaffee bzw. Kakao enthalten. Durch die langjährigen intensiven Bemühungen in Lateinamerika wurde schließlich auch der ehemalige Staatschef Kubas auf das oberösterreichische Unter- nehmen aufmerksam. Das nationale Gesundheitspro- gramm des lange Jahre auch von Pharmakonzernen isolierten karibischen Inselstaats förderte unter Fidel Castro die Naturheilkunde, was schließlich professi- onelle Heilkräutertrocknung nötig machte. Da Kuba massiv von Energieimporten abhängig ist, wurde die Energielücke zur Trocknung der Heilkräuter durch Solarkollektoren geschlossen. Dieses Programm zur dezentralen Heilkräuterproduktion in allen Regionen Kubas ist auch nach Castros Tod fester Bestandteil der nationalen Gesundheitspolitik. Entwicklung von Systemlösungen Die aktuellen Erfolge und das Erschließen weiterer Marktsegmente sind derzeit aber nur möglich, weil neben der reinen Produktweiterentwicklung und -op- timierung auch die Entwicklung von Gesamtsystemlö- sungen für solare Trocknungsprozesse vorangetrieben wird. Hocheffiziente solare Luftkollektoren, die auch bei wechselhafter Witterung, in der Regenzeit oder bei Bewölkung neben dem Sommer auch im Frühling und Herbst nutzbare Prozesswärme liefern, sind nur eine Seite der Erfolgsmedaille – die andere Seite sind solar kompatible Systemprozesse. Als KMU kann das natürlich ein einzelnes Unternehmen allein nicht schaffen, daher ist CONA immer an der Zusammen- arbeit und der Nutzung von Synergien mit anderen innovativen Unternehmen interessiert, die in ihrer Philosophie den sparsamen Umgang mit thermischer und elektrischer Energie ebenfalls verankert haben, unabhängig davon, ob es sich um Bauteilzulieferer, komplementäre Heutechnik-, Heizkessel- oder Photo- voltaikunternehmen handelt. Energieverschwendern auf der Spur, werden auch be- stehende Trocknungsanlagen optimiert, soweit dies in der jeweiligen Situation möglich ist. Außerdem werden viele Trocknungsprozesse so angelegt, dass sie zur Gänze mit Sonnenenergie betrieben werden können. Das heißt, nicht nur die kleinen Solartrockner in Mexiko oder imBuschNicaraguas arbeiten energieautark, auch für solare Biomasse- und Getreidetrocknung werden bereits Insellösungen angeboten. Dies ist natürlich nur durch besonders sorgsamen Umgang mit der zur Verfügung stehenden Energie möglich. Eine seit langem entwickelte, nun wieder aufgegriffene Technologie ist ein optimierter Steinspeicher, welcher die Fortsetzung des Trocknungsprozesses in der Nacht gewährleistet. Durch diese Technologie ist es auch abseits eines Heizkesselbackups möglich, die energie- sparende solare Trocknung nicht nur allwetter-, sondern auch nachttauglich zu machen. Mit einer raschen Zu- nahme der Bedeutung dieses Systems wird gerechnet. Resümee In nunmehr fast 40 Ländern weltweit werden CONA Solartrockner verwendet, die das Leben der Bauern vereinfachen, Familien Perspektiven bieten und zur betriebswirtschaftlichen Sicherheit beitragen, da sie alternative Einkommensquellen generieren können – in Mittelamerika genauso wie in Mitteleuropa und im speziellen in Österreich, wobei die Technologie hier vor allem zur Hackgut-, Getreide- und Heutrocknung sowie für Industrietrocknungsprozesse eingesetzt werden kann. Achim Astecker, MBA ist Vertriebsleiter bei Cona Solar Austria. achim.astecker@cona.at

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