„nachhaltige technologien 3|2017“

31 30 NEUE PROJEKTE Auftraggeber: Klima- und Energiefonds Projektpartner: TU Wien - Energy Economics Group (Konsortialführer); TU Graz – Institut für Wärmetechnik AIT Austrian Institute of Technology; Salzburg AG; Salzburg Wohnbau; Wien Energie; Energie AG Stadtwerke Gleisdorf; Allplan Ansprechperson: DI Harald Schrammel, h.schrammel@aee.at Die signifikante Reduktion der Temperaturniveaus in Fernwärmenetzen ist ein wichtiger Baustein zur Schaffung zukunftsfähiger Nah- und Fernwärmesyste- me. In dem Projekt des Klima- und Energiefonds mit dem Kurztitel T2LowEx werden systematische Metho- den zur Abnehmer- und Netzanalyse sowie Geschäfts- modelle entwickelt, die eine Umsetzung von tempera- tursenkenden Maßnahmen unterstützen. Fernwärme versorgt derzeit in Österreich mehr als 20 % des gesamten Energiebedarfs zur Raumwärme- und Warmwasserbereitstellung - Tendenz steigend. Es ist allgemein zu erwarten, dass der zusätzliche Fernwärmeausbau vorwiegend durch den Ausbau von existierenden Netzen erfolgen wird. Dieses Projekt widmet sich daher der systematischen Erforschung, Umsetzung und Evaluierung von sekundär-/ kunden- seitigen energieeffizienzsteigernden Maßnahmen in bestehenden Wärmenetzen mit Fokus auf die Reduk- tion der Vor- und Rücklauftemperaturen. Diese spielen eine zentrale Rolle für die Effizienz der Wärmevertei- lung und Wärmebereitstellung sowie der Integrierbar- keit von erneuerbaren, niederexergetischen Wärme- quellen (z.B. Solarthermie). Reduktionen der Wärmenetztemperaturen können aber nur dann erzielt werden, wenn vor allem bei be- stehenden sekundärseitigen Anlagen (Kundenanla- gen) Optimierungsmaßnahmen identifiziert und um- gesetzt werden. Durch die Forschungsarbeiten sollen systematische Antworten auf die folgenden Fragestel- lungen gefunden werden: Mit welcher Methodik können automatisiert Optimie- rungspotentiale und Maßnahmen bei bestehenden Kunden zur Reduktion der Wärmenetztemperaturni- veaus identifiziert werden? Welcher Stakeholder profitiert in welchem Umfang von Maßnahmen und wer trägt in welchem Ausmaß die Kosten? Welche Tarif- und Geschäftsmodelle bieten Kunden wie auch Fernwärmeversorgungsunternehmen Anrei- ze, solche Maßnahmen umzusetzen? Der innovative Ansatz dieses Projektes liegt darin, dass die systematische und kosteneffiziente Optimie- rung von bestehenden Kundenanlagen (Sekundärsei- te) in das Zentrum der Analyse gesetzt wird. Auf den techno-ökonomischen Analysen aufbauend, werden im Rahmen eines Stakeholderpartizipationsprozes- ses Tarif- und Geschäftsmodelle entwickelt, welche sowohl den Kunden als auch den Wärmeversorgern Anreize liefern, solche Maßnahmen umzusetzen. Bei mindestens fünf existierenden, verschiedenarti- gen Wärmenetzen (u.a. Wien, Salzburg, Gleisdorf, Ried) werden umfassende Vor-Ort-Datenerhebungen und Analysen der Potenziale und Maßnahmen durchge- führt, sowie ausgewählte Maßnahmen umgesetzt und evaluiert. Zusätzlich werden die Netze und Wärmeab- nehmer in umfassenden dynamischen Simulationen abgebildet und die Wirkungen weiterer Maßnahmen unter verschiedenen Rahmenbedingungen evaluiert. Basierend auf Informationen aus bestehenden Daten- banken werden die Fallstudienergebnisse auf den ge- samtösterreichischen Fernwärmesektor umgelegt und energiepolitische Handlungsempfehlungen entwickelt. Foto: Franz Promitzer Transformation von konventionellen Wärmenetzen in Richtung Niedertemperaturnetze

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