„nachhaltige technologien 03 | 2020"

absolute Raumfreiheit liegt. Ein gleichmäßiges Tem- peraturprofil, geringe Luftbewegung und dadurch fehlende Staubaufwirbelungen sowie hohe thermi- sche Behaglichkeit sorgen für ein arbeitsförderndes Umfeld. Im Sommer wird die Industrieflächenheizung zur Kühlung der Halle verwendet. Simulation des Heizenergiebedarfs Beim IKEA-Projekt wurde der Heizenergiebedarf aufgrund der Gebäudeplanung und standortbe- zogener Klimadaten mit dem Programm Polysun vorab simuliert. Vom simulierten Heizenergiebedarf (2820 MWh) werden rund 2259 MWh von der Wär- mepumpen-/Eisspeicheranlage bereitgestellt und rund 570 MWh durch den zweiten Wärmeerzeuger, einen Spitzenlast-Gaskessel, abgedeckt. Der durch die Wärmepumpe erzeugte Heizenergiebedarf setzt sich aus 420 MWh Eisspeicherbetrieb, 1325 MWh Solar-Direktbetrieb und 505 MWh Antriebsenergie der Wärmepumpe zusammen. Somit entsteht eine Quellenenergiemenge von 1745 MWh. Abzüglich der aufgewandten Primärenergie ergibt das eine jährliche Einsparung von 275 Tonnen CO 2 gegenüber der Erzeugung mit Gas. Die Brutto-Kollektorfläche der unabgedeckten Absorbermatten (Viessmann SLK-600) zur Regeneration des Eisspeichers beträgt 1342 m². Durch die Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 1 MWp, die aus 3350 Modulen mit einer Fläche von rund 20 000 m 2 besteht, wird der Primärenergieeinsatz noch weiter gesenkt. Im Rah- men des Projektes werden zwei Anlagen mit einer Gesamtleistung von ca. 1095 kWp errichtet: Anlage 1 läuft mit einer Leistung von ca. 965 kWp und einem Ertrag von rund 1080 MWh pro Jahr und Anlage 2 mit ca. 130 kWp und einem Ertrag von rund 133 MWh pro Jahr. bei eine Regeneration einerseits durch Solarabsorber und andererseits durch das den Speicher umgebende Erdreich erfolgt. Die Kühlung wiederum erfolgt über einen Plattenwärmetauscher im Eis-Energiespeicher. Gekühlt werden kann sowohl durch Natural Cooling als auch durch Active Cooling. Der Eisspeicher hat ein Fassungsvermögen von ca. 1,5 Millionen Liter Wasser – das entspricht ungefähr der Füllmenge von 30 Pools. Bau des 1500 m³ großen Eisspeichers im Zuge der Errichtung des IKEA-Logistikzentrums in Wien Foto: IKEA Die Beheizung des gesamten Lagerbereichs im Erd- geschoß erfolgt über eine Industriefußbodenheizung, deren Vorteil in der großen Wirtschaftlichkeit durch Wärmefluss Heizen Wärmefluss Kühlung Wärmefluss Rückkühlung Blockschaltbild des Energieversorgungskonzepts, IKEA Logistikzentrum Wien Quelle: AEE INTEC Solarkollektor Kühlung Heizung Sole/Wasser- Wärmepumpe Heizungs- puffer Wasser/Wasser- Wärmepumpe Eisspeicher Kältepuffer Brunnen Gaskessel 13 12 INNOVATIVE DEMONSTRATIONSGEBÄUDE

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