„nachhaltige technologien 03 | 2021"
Netz kann hier ebenso analysiert werden, wie der Einsatz von innovativen Technologien, die den Weg zur ARA der Zukunft ermöglichen. Die Verwendung solcher Tools ermöglicht auch eine Bewertung der Anschlussmöglichkeit an lokale Wärmenetze. So kann und wird im Rahmen der Energieraumplanung das Potenzial verschiedenster Wärmequellen wie industrielle Abwärme oder aus der ARA ausgewiesen. Dadurch können durch Berücksichtigung aktueller Trassenführung, Entwicklung des zukünftigen Wär- mebedarfs und Abschätzung des Potenzials der ARA- Einbindung effizient Konzepte und Machbarkeiten für eine Integration der ARA entwickelt werden und Richtung Umsetzung getrieben werden. Umsetzungen Die bereits angeführten Umsetzungen in Kapfenberg (siehe Artikel Seite 15) und Gleisdorf sind Beispiele für die Potenziale. Im Zuge des Leitprojekts ThermaFLEX 5 wurde beim Demonstrator Gleisdorf das Konzept einer Wärmekopplung zwischen der ARA Gleisdorf und dem Fernwärmenetz der Stadtwerke Gleisdorf entwickelt. Das Projekt befindet sich in Detailplanung und Aus- schreibungsvorbereitung mit folgenden technischen Eckdaten • 1.050 m Wärmeleitung vom Gleisdorfer Süden (ARA Gleisdorf) ins Stadtzentrum • Biogasüberschüsse und eine Wärmepumpe (650 kW Wärmeleistung) werden über diese Wärmeleitung das Fernwärmenetz in den 4 Sommermonaten (gemeinsam mit vorhandenen Solaranlagen) vollständig versorgen • Im Winter wird auf niedrigem Temperaturniveau Fernwärme-Bandlast zur Verfügung gestellt. Conclusio Die Dekarbonisierung stellt für alle Sektoren eine große Herausforderung dar, der mit innovativen Lösungen zu begegnen ist und somit einen Business-Case für die beteiligten Stakeholder darstellt. Die Transformation der Abwasserreinigungsanlage in eine Energie- und Ressourcendrehscheibe stellt für diese einen radikalen Paradigmenwechsel dar. Durch die Nutzung der Ener- gieerzeugungspotenziale wird der Eigenbedarf weit überschritten, die Initiierung als lokale Energiezelle ein logischer Schritt in der notwendigen Sektorkopp- lung zwischen Gas-, Strom- und Wärmenetz. Jetzt gilt es alle Beteiligten einzubinden und die kommunale Energieraumplanung neu zu gestalten. Dipl.-Ing. Wolfgang Gruber-Glatzl ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs „Industrielle Systeme“ bei AEE INTEC. w.gruber-glatzl@aee.at Dipl.-Ing. Dr. Ingo Leusbrock ist Leiter des Bereichs „Städte und Netze“ bei AEE INTEC. i.leusbrock@aee.at Dipl.-Ing. Jürgen Fluch ist Leiter des Bereichs „Industrielle Systeme“ bei AEE INTEC. j.fluch@aee.at Weiterführende Informationen / Links im E-Paper www.ar-hes-b.aee-intec.at https://greenenergylab.at/projects/thermaflex/ https://www.oewav.at/Publikationen?current=424466&mode=form Photovoltaik-Anlage und Biogasspeicher an der Abwasserreinigungsanlage Kapfenberg Foto: Wasserverband Mürzverband Umsetzungsplanung Wärmekonzept ARA Gleis- dorf. N-MD (Stickstoff Membran-Destillation) ist als Container zu Forschungszwecken integriert. Trocknung und zweite PV-Anlage als zukünftig angedachte Erweiterungen Quelle: AEE INTEC 60-75 °C Überschuss- schlamm Gebäude ARA Photo- voltaik 200 kWp Photo- voltaik 300 kWp Stromnetz Wärme- speicher 15 m 3 Kessel Ablauf Biogas 120 kW 50 °C Fernwärme Vorlauf 75 °C Wärme- leitung 1050m Fernwärme Einspeise- punkt Hauptklär- becken Kanal Dünger Nachklär- becken Faulturm 38 °C 1200 m 3 Zentrifuge Zentrat- wasser Trocknung Kondensat Klärschlamm- entsorgung Wärme- pumpe 650 kW Membran- destillation Wärme Niedrig-Temperaturen Wärme Mittel-Temperaturen Strom Dünger Gas Schlamm Wasser
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