„nachhaltige technologien 03 | 2022"

Förderprogramm des Klima- und Energiefonds Im Rahmen des Programms „Energieflexibilität durch thermische Bauteilaktivierung“ werden gezielt Planungsleistungen für gesamtheitliche Wärme- versorgungskonzepte mit thermisch aktivierten Gebäudemassen als Wärmespeicher sowie lokal erzeugter Energie oder erneuerbarem Strom aus Erzeugungsspitzen in Verbindung mit Wärmepumpen unterstützt (Themenfelder 1 und 2). Zur Minimierung von Lastspitzen wird auch die Einbindung von bauteilaktivierten Gebäuden in Mikro-, Nah- und Fern- wärmenetze vom Klima- und Energiefonds adressiert (Themenfeld 3). Die Fachhochschule Salzburg - Smart Building ist gemeinsam mit der Zukunftsagentur Bau für die wissenschaftliche Begleitung zuständig. Dies beginnt mit dem Abhalten eines Informationsgesprächs mit den Förderwerbern, in dem die eingereichten Projekte besprochen und die Anforderungen des Förderpro- gramms aufgezeigt werden, um diese inhaltlich zu erfüllen. Das Informationsgespräch ist ein wichtiger Bestand- teil, da hier bereits in einer frühen Planungsphase bei etwaigen Problemen im Zusammenhang mit dem Förderprogramm eingegriffen werden kann und notwendige Adaptionen direkt besprochen werden können. Zudem werden mithilfe eines Monitoringleit- fadens die benötigten Datenpunkte je Themenfeld erklärt, sodass der Förderwerber diese entsprechend in die Planung miteinfließen lassen kann. Die FH Salzburg ist gemeinsam mit der Zukunftsagen- tur Bau auch Ansprechpartner bei technischen Fragen für die Förderwerber während der Planungsphase und zuständig für die Überprüfung der Meilensteine aus technischer Sicht. Während der Informationsge- spräche werden besonders innovative Konzeptideen vermerkt, um diese anschließend einer Kommission für ein wissenschaftliches Monitoring zu empfehlen. Ein besonders innovatives Projekt ist zum Beispiel das Objekt Alszeile 93 in Wien von ÖSW „Österreichisches Siedlungswerk - Gemeinnützige Wohnungsaktien- gesellschaft“ gemeinsam mit „Heimat Österreich gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesell- schaft m.b.H.“, welches die Abwärme eines im EG befindlichen Supermarktes in zwei Entwärmungs- schritten nutzt. Einerseits wird die Energie direkt zum Heizen verwendet, andererseits dient überschüssige Leistung zum Regenerieren eines Tiefensondenfelds. Die Gebäudekühlung erfolgt über die Tiefensonden mit Free-Cooling. "Die Thermische Bauteilaktivierung ist keine rocket science – es ist eine simple Technologie für nach- haltige Kühl- und Heizsysteme, aber mit großem Potenzial für die Klimaneutralität! Denn um diese für Österreich bis 2040 erreichen zu können, müssen die Emissionen auf null reduziert werden. Kern un- seres Förderprogramms ist die Beauftragung von Planungsdienstleistungen und die wissenschaftliche Begleitung von Bauträgern zur optimalen Nutzung von thermisch aktivierten Gebäudemassen." Ingmar Höbarth , Geschäftsführer Klima- und Energiefonds Foto: Klima- und Energie- fonds/Johannes Hloch Visualisierung des Projektes Alszeile 93 Quelle: OeSW_www .oln.at

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