„nachhaltige technologien 03 | 2022"

Ziel des Innovationscamps war die anwendbare Wis- sensvermittlung zur direkten Umsetzung in den Un- ternehmen. Vortragende der Fachhochschule Burgen- land (Standort Pinkafeld) sowie von AEE INTEC (Jürgen Fluch, Wolfgang Gruber-Glatzl) erarbeiteten mit den Betrieben die Grundlagen anhand konkreter Beispiele und leiteten daraus konkrete Maßnahmen für die Unternehmen ab. Zwischen den Workshops setzten die Verantwortlichen praktische Aufgaben in ihren Betrieben um und präsentierten diese danach. So wurden zum Beispiel nach dem ersten Block Daten zur Energieversorgung, der Energieeffizienz und den Be- darfsprofilen der Prozesse erhoben. Mit diesem Wis- sen konnten im zweiten Block Informationen zu er- neuerbaren Technologien direkt mit dem Status quo in den eigenen Betrieben verknüpft und mögliche Einsatzpotentiale abgeleitet werden. In Block 3 wurden die Grundlagen der Wärmerückgewinnung auch praktisch an einem Teststand im Technikum der FH Burgenland ausprobiert und gemeinsam diskutiert, welche Abwärmeströme sich für eine Nutzung eignen würden und welche technischen Rahmenbedingungen dafür erfüllt sein müssen. Methoden und Ansätze der Ökobilanzierung wurden dann konkret mit Maßnahmen der Energieeffizienz angewandt. Wie schon angeführt, wird Digitalisierung als Schlüs- sel zur Nachvollziehbarkeit umgesetzter Maßnahmen gesehen. Aber welche Daten kann ich wie messen und was mache ich dann auch wirklich damit? In Block 4 wurden Messstrecken aufgebaut und Methoden der Datenanalyse vorgestellt und auch gleich angewandt. Im abschließenden Workshop stellten alle Unterneh- men die identifizierten Optimierungsmaßnahmen vor. Um diese dann auch zu bewerten, wurden geeignete Tools für die energetische, ökologische und vor allem ökonomische Analyse und auch Möglichkeiten der Projektfinanzierung und mögliche Förderungen auf regionaler und nationaler Ebene aufgezeigt. Ausblick Die Idee des Innovationscamps mit der Einbindung von Unternehmen und praxisnaher Ausbildung hat sich bewährt. Jedes Unternehmen identifizierte kon- krete Optimierungsmaßnahmen, die durchwegs be- reits mit umsetzenden Firmen diskutiert wurden. Die Maßnahmen beginnen bei der Isolierung von Kesseln, gehen über die Nutzung von Abwärme über Wärme- tauscher oder Wärmepumpen bis hin zur Integration von Photovoltaik, Solarthermie oder Wasserkraft und deren optimiertes Zusammenspiel mit schwankenden Energiemarktpreisen. Die Auswahl der Partner für das geförderte Projekt hat gezeigt, welch hohe Innovati- onskraft und Umsetzungsbereitschaft in der Lebens- mittelbranche steckt. Es ist geplant, diese Ausbildung schon ab Herbst 2022 regelmäßig anzubieten und an die Bedürfnisse der Betriebe weiter anzupassen. Dann werden auch bereits die ersten Umsetzungen aus der Ausbildung gezeigt werden können. Dipl.-Ing. Jürgen Fluch ist Leiter des Bereichs „Industrielle Systeme“ bei AEE INTEC. j.fluch@aee.at Grundlagen der Wärmeübertragung Foto: Projekt Energy4Foods Wärmetauscherteststand Foto: Projekt Energy4Foods

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