„nachhaltige technologien 03 | 2024"
Dabei ergaben die Analyse des Portfolios und Ge- spräche mit den Sektoren folgende Prioritäten, auf die man sich in den letzten drei Jahren des Horizon Europe (2021-2027)-Forschungsprogramms konzent- rieren sollte: Elektrifizierung der Prozessindustrien, alternative erneuerbare Energieträger und ihre Integration, beschleunigte Verbesserung der Ener- gie- und Materialeffizienz, Kohlenstoffabscheidung und -nutzung (CCUS), sichere und nachhaltige Werk- stoffe und Produktionsprozesse, Kreislaufwirtschaft sowie digitale und menschenzentrierte Industrie (Industrie 5.0). Die EU-Verarbeitungsindustrie schätzt, dass mindes- tens 34,5 Milliarden Euro erforderlich sind, um bis 2050 die notwendigen Innovationen zu entwickeln. Davon müssen mindestens 19,8 Milliarden Euro in den nächsten zehn Jahren investiert werden, um die Ziele des EU-Green Deals zu erreichen. Die P4Planet- Partnerschaft spielt dabei eine entscheidende Rolle bei der Bereitstellung von Finanzmitteln, um das erste „valley of death“ 3 für Innovationen in nachhal- tigen Produktionsprozessen und Materialien zu über- winden. Über ihr Impact Panel lenkt die Partnerschaft auch die Diskussionen, um das Bewusstsein für die Finanzierung und weitere Unterstützung zu schärfen, die notwendig sind, um das zweite „valley of death“ zu überwinden, damit diese Innovationen in der europäischen Industrie erfolgreich implementiert werden können. Proccesses4Planet-Innovationen, die Wirkung zeigen Die Europäische Kommission hat im Rahmen von Horizon Europe (2021-2027) 1,3 Milliarden Euro für Processes 4Planet zur Verfügung gestellt. In den drei Jahren von 2021 bis 2023 wurden 45 Projekte im Rahmen von Horizon Europe als Teil des Processes- 4Planet-Portfolios finanziert. Der Gesamtbeitrag der EU zu den Processes4Planet-Projekten beläuft sich auf 517 Mio. EUR. 45 Prozent (233 Mio. EUR) dieses Betrags wurden für Forschungs- und Innovations- maßnahmen bereitgestellt, während 54 Prozent (281 Mio. EUR) für Innovationsmaßnahmen bestimmt waren. Private Beiträge ergänzen die europäische Finanzierung in Form von Sachleistungen. Der Übergang zur Klimaneutralität und zu einer grünen, kreislauforientierten Wirtschaft wird nur gelingen, wenn die entwickelten Lösungen in syner- getischer Weise eingeführt werden. Keine einzelne Technologie kann die erforderlichen Veränderungen allein bewirken. Es ist die Gesamtheit der Innovati- onen aus dem Processes4Planet-Programm, die der Industrie den Weg ebnen und die Umsetzung der Klima- und Kreislaufziele ermöglichen wird. Dies geschieht zusätzlich zu den erheblichen Investitio- nen, die die europäische Prozessindustrie bereits in operative und ergänzende Maßnahmen getätigt hat. Gegenwärtig steht die Prozessindustrie unter starkem Druck, die Klimaziele zu erreichen. Die Not- wendigkeit, die Kreislauffähigkeit von Materialien zu erhöhen, die planetarischen Grenzen zu respektieren und die Prozessindustrien menschenzentrierter und widerstandsfähiger zu gestalten, zwingt die Unter- nehmen dazu, ihre Innovationen auf die dringends- ten Herausforderungen zu fokussieren, während sie zugleich nach zukunftsweisenden Lösungen suchen. Synergistischer Ansatz Sektorübergreifende Zusammenarbeit steht im Mittelpunkt der A.SPIRE-Initiativen, und die Partner- schaft mit führenden Initiativen und Exzellenzzen- tren ist dabei von entscheidender Bedeutung, um Forschungsthemen detailliert zu bearbeiten und ziel- gerichtete Entwicklungen für die Transformation vo- ranzutreiben. AEE INTEC ist Teil dieser erfolgreichen und fruchtbaren Kooperationen, wie der kürzliche Start von zwei A.SPIRE-Projekten mit Beteiligung von AEE INTEC beweist. Weiters zeigte sich die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit bei der „International Sustainable Energy Conference“ (ISEC) 2024 in Graz, Österreich, wo ein spezieller Workshop zum Thema „Exploring the Sectoral Hubs for Circularity Potential in EU Regions“ stattfand. Dieser Workshop ermög- lichte es, mit wichtigen Akteur*innen aus Mitteleuro- pa in Kontakt zu treten und die sektorübergreifende Zusammenarbeit zu stärken, um die ambitionierten Ziele von P4Planet zu erreichen. 3 Ein „valley of death“ tritt in der Frühphase wissenschaftsbasierter Innovation auf, wenn die Entwicklung der Technologie durch fehlende Finanzierung und Unterstützung behindert wird. Tabelle 1: Processes4Planet Strategic Research Agenda 2050 – Abschätzung der Entwicklung unterschiedlicher Innovationsbereiche 2040 2050 Der Fortschritt wird als Prozent der geplanten Projekte mit TRL9 im entsprechenden Innova- tionsbereich dargestellt, für „Kreislauffähige Regionen“, „Digitalisierung“ und „Nicht-tech- nologische Aspekte“ ist der Prozentsatz der notwendigen Investitionen bis 2050 dargestellt. Innovationsbereiche Integration erneuerbarer Energien Abwärmenutzung Elektrifizierung thermischer Prozesse Elektrisch betriebene Prozesse Wasserstoff-Integration CO 2 -Nutzung CO 2 -Nutzung in der Mineralstoffindustrie CO 2 - und CO-Nutzung für Chemikalien und Treibstoffe Energie- und Ressourceneffizienz Kreislauffähigkeit von Stoffen Symbiosen von Industrie und Städten Kreislauffähige Regionen Digitalisierung Nicht-technologische Aspekte 2024 2030 Fortschritt bis zu den Etappenzielen der Jahre 2030, 2040 und 2050
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