„nachhaltige technologien 03 | 2024"

ren Ebenen – neben der Darstellung der Wasserbilanz in Wasser-Sankeys werden Komponentenbilanzen, das heißt Bilanzen von Wertstoff-Komponenten in den Wasserströmen erstellt sowie die Kosten der Wasserströme dargestellt. Die Kosten werden einer- seits durch die erforderliche Wasserqualität, was sich in den Kosten der Aufbereitung niederschlägt, beeinflusst, sowie durch die Prozessführung, die Energieeinsatz und Chemikalieneinsatz beinhaltet. Der Wertstoffinhalt reduziert die Kosten sowie die Kosten der Abwasseraufbereitung. Durch diese Analyse auf mehreren Ebenen können jene Was- serströme identifiziert werden, deren Einsparung bzw. Rückgewinnung auch maximale Wertstoff- und Kostenreduktion ermöglicht. In der Analyse der Optimierungsmöglichkeiten wurden 5 zentrale Analyseblöcke definiert: • Minimierung des Wassereinsatzes (durch Technologie-Änderungen/Prozessoptimierung) • Kaskadierung und Recycling von Wasserströmen • Rückgewinnungspotentiale von Wertstoffen • Analyse von Aufbereitungstechnologien • Optimierung des Nutzerverhaltens n einer Welt, in der Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit immer größere Bedeutung erlangen, stellt die effiziente Nutzung von Wasser, insbeson- dere in der Industrie, eine zentrale Herausforderung dar. Wasser ist ein wichtiges Betriebsmittel und teilweise essenzieller Rohstoff, in jedem Fall ein kritischer Faktor in der industriellen Produktion. Die effiziente Nutzung von Wasserressourcen gewinnt vor dem Hintergrund der globalen Klimakrise und der Notwendigkeit zur Schonung natürlicher Ressour- cen zunehmend an Bedeutung. Ziel des Projektes „iWaterCheck“ war es, den derzeit hohen Wasserver- brauch bzw. Abwasseranfall in besonders wasserin- tensiven Industriezweigen durch Wassereinsparung und Schließung von Wasserkreisläufen zu senken und Wertstoffrückgewinnungspotenziale zu erkennen. Methodik für Wassereinsparung und -Recycling Im Projekt iWaterCheck wurde erstmals eine struk- turierte Methodik entwickelt, um Wasserspar- und Wasser-Recyclingpotenziale in Unternehmen effizi- ent zu identifizieren und zu bewerten. Ein weiteres wichtiges Ziel war die Schaffung einer algorithmus- basierten Optimierungsmethode für die Identifi- kation von Recyclingpotenzialen, um eine spätere Digitalisierung des Auditprozesses zu unterstützen. iWaterCheck-Methodik - ein qualitätsgesichertes Vorgehensmodell für Wasseraudits In Anlehnung an die Vorgehensweise bei Energie- audits wurde eine methodische Vorgehensweise für Wasseraudits entwickelt. Im ersten Schritt werden die Betriebe nach ihrer Wassernutzung klassifi- ziert, je nach Wassereinsatz in den Prozessen als Betriebsmittel bzw. Produktrohstoff, Wasserqualität sowie Abwassersituation (Direkt/Indirekteinleitung). Die Visualisierung des Status quo erfolgt auf mehre- I Optimierung der Wassernutzung in der Industrie: iWaterCheck Klassifizierung der Industrie und wasser-nutzender Prozesse, Datenerhebung Identifizierte Maßnahmen zur Reduktion des Wasserverbrauchs und zur Verringerung des Abwassers, Gewinnung von recyclebaren Stoffen, Betrachtung der Behandlungstechnologien Techno-ökonomische Evaluierung der identifizierten Maßnahmen Reporting Visualisierung des Status quo Darstellung aller Wasser und Abwasserströme im Unternehmen auf Prozessebene • Kosten der Wasserversorgung und Abwasseraufbereitung • Analyse von Komponenten und Wertstoffströmen in den Wasserströmen • Anteil der Wasserkosten an den Produktionskosten und Wasserintensität 2. 1. 3. 4. 5. Mathematischer Algorithmus Neue systematische Optimisierungsmethode Analysebereiche Analyse von Wassereinsparpotenzialen (Erneuerung der Prozesstechnologie und Prozessoptimierung) Analyse von Wasserkaskadierung und Recyclingpotenzialen Analyse des Rückgewinnungspotenzials von Wertstoffen aus Abwasserströmen Analyse optimaler Reinigungstechnologien Optimierung des Nutzer*innenverhaltens Christian Platzer Quelle: AEE INTEC

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