„nachhaltige technologien 03 | 2025"
13 er Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft er- fordert eine grundlegende Transformation der Art und Weise, wie Industrien, Städte und Gemeinden miteinander interagieren. In diesem Kontext erweist sich industrielle Symbiose als zentrale Strategie, bei der Industrien Ressourcen, Energie, Wasser und Materialien teilen bzw. austauschen, um Emissionen zu reduzieren, Abfälle zu minimieren und für alle Beteiligten einen Mehrwert zu schaffen. „Hubs for Circularity“ (H4C) repräsentieren integrierte kreislauforientierte Wirtschafts-Systeme, in denen industrielle, städtische und ländliche Akteure gemein- sam eine nachhaltige regionale Entwicklung anstre- ben. Durch die Verbindung von Industriegebieten mit angrenzenden Gemeinden, ländlichen/städtischen Räumen und gesellschaftlichen Akteuren ermöglichen H4Cs eine systemische Symbiose – nicht nur zwischen Unternehmen, sondern auch über Sektoren hinweg. Dieser integrierte Ansatz ist entscheidend für regio- nale Dekarbonisierung, Ressourceneffizienz, Resilienz sowie für die Souveränität in Bezug auf Ressourcen und Energie. Diese H4C dienen als Referenzmodelle für eine nachhaltige Transformation in ganz Europa. Forschungsbedarf Die erfolgreiche Umsetzung von H4Cs erfordert jedoch mehr als Kooperation: Es braucht technische, infra- strukturelle und institutionelle Innovationen. Kreis- lauftechnologien wie Carbon Capture and Utilization (CCU), fortschrittliche Abwasserbehandlung, grüne Wasserstoffproduktion und „Oxy-Fuel-Combustion 1 “ müssen skaliert und an lokale Gegebenheiten ange- passt werden. Parallel dazu muss die Infrastruktur aufgerüstet oder umgewidmet werden – beispielswei- se durch die Integration sanierter Erdgasleitungen zu neuenWasserstoffkorridoren. Diese Modernisierungen sind entscheidend, um regionale Energieintegration und Dekarbonisierung zu ermöglichen, die über reine Ressourceneffizienz hinausgehen. (Weiter-)Entwicklung von Schlüsseltechnologien Im Rahmen des Horizon-Europe-Projekts Industrial Symbiosis to Hubs for Circularity (IS2H4C) mit 35 Partnern in 9 Ländern verfolgen wir das Ziel, diese D Hubs-for-Circularity-Pioniere: Industriell-urbane Symbiosen für ein nachhaltiges Europa Devrim Murat Yazan, Kerstin Pfleger-Schopf, Josephin Paetzold In den vier Industriehubs werden die Synergien in Bezug auf den Einsatz von unterschiedlichen Technologien erprobt Quelle: Projekt IS2H4C 1 Verbrennung unter reinem Sauerstoff 12 INDUSTRIELL-URBANE SYMBIOSEN
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