„nachhaltige technologien 03 | 2026"
Dominik Müller ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Angewandte Geologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland. dominik.mueller@geo.uni-halle.de Dr. Christoph Bott arbeitet als Postdoc in der Arbeitsgruppe Angewandte Geologie an der Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg, Deutschland. christoph.bott@geo.uni-halle.de Prof. Dr. Peter Bayer ist Fachgebietsleiter Angewandte Geologie und geschäftsführender Direktor des Instituts für Geowissenschaften und Geographie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland. peter.bayer@geo.uni-halle.de Mia Roslund arbeitet als Projektmanagerin bei Vantaa Energia Oy, Finnland. mia.roslund@htj.fi Weiterführende Informationen / Links im E-Paper Projekt INTERSTORES Projekt-Nr. 101136100 Kavernenspeicher Giga-CTES, Finnland Literatur: Müller D, Bott C, Hagström M, Bayer P. Cavern thermal ener- gy storage: State of play and prospects. Appl Energy 2026;404:127141. IEA SHC Task 7. Central solar heating plants with seasonal storage. Heat storage systems: concepts, engineering data and compilation of projects. Jean-Christophe Hadorn and Pierre Chuard 1983. „Giga-CTES“ – Ein Kavernenspeicher der Zukunft Der im Bau befindliche Kavernenspeicher in Vantaa bei Helsinki (Finnland) wird nach seiner Fertigstellung (geplant 2030) in einer Tiefe von 100 m unter der Geländeoberkante mit über 1.000.000 m³ Speicher- volumen der weltweit größte Kavernenspeicher sein. Beladen wird er über Abwärme einer nahegelegenen Müllverbrennungsanlage und durch erzeugte Wärme von zwei Elektrokesseln. Durch die Lage des Speichers unterhalb des Grundwasserspiegels sind Betriebs- temperaturen von bis zu 140 °C und damit eine Speicherkapazität von 90 GWh geplant. Im Gegensatz zu anderen Kavernenspeicher-Varianten werden Abb. 1: Verteilung von existierenden und geplanten Kavernenspeichern in Europa Quelle: Dominik Müller abgewandelt aus Müller et al. 2026 Abb. 2: Veranschaulichung des Kavernenspeicher-Konzepts des Demonstrators „Giga-CTES“ im Horizon Europe-Projekt INTERSTORES Quelle: Dominik Müller, Christoph Bott, Peter Bayer Espoo Kavernenspeicher Nurmijärvi Vantaa in Nutzung im Bau in Planung Helsinki Fern- wärme Abwärme- nutzung Umweltaus- wirkungen Be-/ Entladung 100m Abdichtungs design Betriebs- optimierung verbesserte Materialien Leckagen verhindern digitaler Zwilling für den Bau des Giga-CTES keine bestehenden unterirdischen Strukturen, wie ehemalige Öllager, umfunktioniert. Stattdessen werden die Kavernen im Festgestein neu errichtet, um bestmögliche technische Voraussetzungen (z. B. eine optimale Anbindung an das Fernwärmenetz) zu gewährleisten. Mit seinem Konzept, aber auch angesichts des Aufwands zur Errichtung der Kavernen, ist der Giga- CTES daher einzigartig. Die begleitende Forschung in INTERSTORES unterstützt und bewertet zahlreiche Facetten (Abb. 2) wie Wechselwirkungen mit dem Untergrund und dem Grundwasser sowie optimale Betriebs- und Netzeinbindungs-Strategien. Nach seiner Fertigstellung soll die Anlage als Blaupause für ähnliche Speicher dienen sowie wertvolle Daten für übertragbare Modellkonzepte und die Bewertung von Betriebsvorhersagen liefern. 25 24 THERMISCHE ENERGIESPEICHER
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