„nachhaltige technologien 4|2016"
geplant wurden. Obwohl sich diese oftmals nicht in Betrieb befinden, ist eine Umrüstung in eine 4. Reinigungsstufe vergleichsweise einfach möglich. In Deutschland gibt es außerdem eine Abwasserabga- be, die vom Betreiber abzuführen ist und wesentlich durch die emittierten CSB-Frachten bestimmt wird. Durch den Einsatz von Aktivkohle als 4. Reinigungs- stufe wird nun auch an und für sich unbedenklicher CSB (z.B. Huminstoffe) entfernt, womit sich aber für den Betreiber die Abwasserabgabe deutlich reduziert und diese Einsparungen für die 4. Reinigungsstufe herangezogen werden können. Dieser Aspekt tritt bei der Ozonung nicht auf, sodass in Deutschland die Aktivkohle einen monetären Vorteil genießt. Rahmenbedingungen geschaffen. Seit Anfang 2014 ist in der Schweiz auf der Kläranlage Neugut (Zürich) mit einer Ozonung die erste großtechnische 4. Reini- gungsstufe in Betrieb. Auch in Deutschland gibt es bereits großtechnische Umsetzungen bzw. konkrete Planungen. Die Abbildung auf Seite 13 zeigt die mit Stand Sommer 2016 in Betrieb bzw. in Umsetzung befindlichen 4. Reinigungsstufen in der DACH-Region. Wie bereits oben angeführt, wirken sich länderspezi- fische Rahmenbedingungen auf die Implementierung einer 4. Reinigungsstufe aus. In Deutschland und der Schweiz sind nachgeschaltete Sandfilter weit verbreitet, die historisch für einen Partikelrückhalt PAK-V1 DENI Nitrifikation PAK-V3 GAK-V1 Ozonung Ozonung GAK-Filter offen oder geschlossen GAK-V2 Abklingeinheit zB. Sandfilter PAK-V2 PAK GAK Ozonung Für Österreich vorgeschlagene Lösung DENI Nitrifikation DENI DENI Nitrifikation Nitrifikation Varianten einer 4. Reinigungsstufe auf Kläranlagen zur weitergehenden Behandlung kommunaler Abwässer: Pulveraktivkohleanwendung (PAK) direkt im Belebungsbecken (PAK–V1), vor einem nachgeschalteten Filter (PAK–V2) oder in einem Kontaktor mit nachgeschalteter Sedimentation (PAK-V3); Granuläre Aktivkohle (GAK) in der Filtrationsstufe (offen - GAK–V1, geschlossener Druckfilter- GAK–V2); Ozonung und für Österreich entwickeltes Mehrbarrierensystem mit Ozonung und Aktivkohlefilter (DENI …Denitrifikation). Quelle: Norbert Kreuzinger, TU Wien, Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft
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