„nachhaltige technologien 4|2016"
Dipl.-Ing. Philip Ohnewein ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs Thermische Energietechnoloien und hybride Systeme bei AEE INTEC und Leiter des Projekts Methodiqa. Dipl.-Ing. Harald Schrammel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gruppe Netzgebundene Energieversorgung und Systemanalysen bei AEE INTEC. h.schrammel@aee.at Dipl.-Ing. Daniel Tschopp ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs Thermische Energietechnologien und hybride Systeme bei AEE INTEC. Zur Unterstützung des Entwicklungsprozesses und zur Validierung der Methodik wurde ein software- technisches Funktionsmuster umgesetzt. Das Funkti- onsmuster ist grundsätzlich lauffähig und kann alle Prozessschritte eines automatisierten Monitorings ausführen, wobei aufgrund des aktuellen Entwick- lungsstandes insbesondere bei der Anlagenerfassung und -konfiguration sowie beim Ablauf der Analyse- Algorithmen und der Darstellung der Ergebnisse in Form von Plots noch manuelle Eingriffe erforderlich sind. Weiters ist die Anzahl an Algorithmen begrenzt, da der Fokus des Projekts METHODIQA in erster Linie auf der Entwicklung der Methodik für das automati- sierte Monitoring-System lag – dieses System bildet dann die Grundlage für die Entwicklung weiterer Analyse-Algorithmen. Dennoch wurden im Projekt METHODIQA einige wichtige und wirkungsvolle Algo- rithmen entwickelt. Wesentliche Vorteile des METHODIQA-Systems sind • die Automatisierung eines zeit- und ressourcenaufwendigen Prozesses (Aufbereitung sowie Aus- und Bewertung von Messdaten), • die Flexibilität des Systems hinsichtlich verfügbarer Anlagen-Messtechnik, Datenforma- ten und Anlagen-Hydrauliken (Blocksystem), • die Reproduzierbarkeit der Auswertungen und Analyse-Ergebnisse mit guter Vergleichbarkeit zwischen mehreren Anlagen auf Basis zentral entwickelter und gewarteter Algorithmen sowie • die automatisierte und hochqualitative grafische Darstellung der Ergebnisse. Im Zuge der Validierung wurden die erarbeiteten wissenschaftlichen und technischen Grundlagen auf reale Anlagen und deren Betriebsdaten angewendet und es konnte gezeigt werden, dass mit der entwi- ckelten Methodik ein tragfähiges Grundgerüst für die Realisierung eines wissenschaftlich fundierten, robusten und kostengünstigen Anlagenmonitorings zur Verfügung steht, das herstellerunabhängig anwendbar ist („proof of concept“). Durch den mo- dularen und intelligenten Aufbau der Methodik ist diese flexibel erweiterbar, sodass zukünftig nicht nur Solarthermie- und Biomasseanlagen sondern auch andere Anlagenkombinationen und Technologien (z.B. Wärmepumpen) oder auch anderen Themengebieten (Stromerzeugung und Versorgung, Haustechnik, Ge- bäudemonitoring, etc.) automatisiert analysiert und ausgewertet werden könnten. Mögliche nächste Schritte in Hinblick auf die Wei- terentwicklung des Systems und einer zukünftigen kommerziellen Nutzung sind der systematische Einsatz der Methodik in wissenschaftlichen Anlagen- auswertungen wie beispielsweise im Rahmen einer Begleitforschung für Wärmeerzeugungsanlagen und die technische und wirtschaftliche Auswertung von Anlagen und Komponenten. Ergänzend dazu sind weitere wissenschaftliche Grundlagenarbeiten zur Erweiterung der Methodik auf hybride Systeme und neue Anwendungsgebiete erforderlich, wie etwa die Erfassung weiterer Anlagenkomponenten, die signifi- kante Erweiterung der technisch-wissenschaftlichen Berechnungsgrundlagen in Form von Auswertealgo- rithmen oder die automatisierte und umfassende Evaluierung der Datenqualität und deren Implemen- tierung in die Berechnungslogik. Der Endbericht zum Projekt wird in Kürze auf der Seite des Klima- und Energiefonds veröffentlicht. Weiterführende Informationen: [1] Strategic Research Priorities for Solar Thermal Technology, European Solar Thermal Technology Panel (ESTTP) of the European Technology Platform on Renewable Heating and Cooling (RHC-Platform), Brussels 2012, www.rhc-platform.org/fileadmin/Publications/Solar_thermal_SRP.pdf
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