nachhaltige technologien_04_17_web
Die meisten Projekte werden von StudentInnen der Ingenieurswissenschaften oder ForscherInnen ein- gebracht. Um eine Idee reif für den Markteintritt zu machen, wurde ein dreistufiger Prozess entwickelt. „STarmac-Prozess“ der Hochschule für Wirtschaft und Ingenieurswissenschaften des Kantons Waadt: Geschäfts- konzept - Geschäftsvalidierung – finanzielle Förderung. Die erste Phase ist die Beurteilung des Geschäftskon- zepts („Business Concept“). Mit einemMix aus Training und Coaching beschäftigen sich die Gründer mit der Analyse des Marktes („Customer Discovery“). Es wird erwartet, dass am Ende dieser Phase die Marktmög- lichkeiten klar identifiziert sind. Customer-Development-Methodologie zur Entwick- lung des Geschäftsmodells (angelehnt an Steve Blank 3 ) Die zweite Phase ist die Bewertungsphase („Business Validation“), in der während einer Zeitphase von etwa vier Monaten die Gründerteams aus der Komfortzone geholt werden. Basierend auf dem Ansatz von Steve Blanks zur Kunden-Validation 3 und Eric Ries „Lean Startup Method“ 4 müssen Gründer ihr „Minimum Viable Product“ 5 direkt auf dem Markt testen. Die dritte Phase betrifft die finanzielle Förderung des Projekts („InnoGrant“): Ausgewählte Gründer und Gründerinnen, deren Projekt nach den vorangehenden zwei Phasen einen zufriedenstellenden Reifegrad er- reicht hat, erhalten eine finanzielle Unterstützung, um den Markt weiter zu validieren und das Produkt für die spezifischen Bedürfnisse des Marktes maßzu- schneidern. Eine Mischung aus Produktentwicklung und Marketing, in deren Zuge technischer Support von den universitären Forschungslabors und Unter- stützung der Geschäftsentwicklung von Wirtschafts- Coaches und sachkundigen ExpertInnen stammt, sorgt für die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells. Förderung von Innovation im Energiemanagement An der Hochschule für Wirtschaft und Ingenieurswis- senschaften des Kantons Waadt werden hauptsäch- lich zwei Förderungsschemen für die Förderung von Forschung und Entwicklung im Energiemanagement angewendet: > Innovationsförderung Ein- oder zweijährige Stipendien werden an Forscher vergeben, die ein Geschäftsmodell rund um Technolo- gien, die an der Hochschule entwickelt werden, starten wollen. Zusammen mit dem Stipendium werden Res- sourcen für Material und Infrastruktur innerhalb der Forschungslabors zur Verfügung gestellt. Außerdem wird den Unternehmern ein Vorkaufsrecht geboten, sodass die Unternehmer am Ende der Förderung das geschaffene intellektuelle Eigentum leicht erwerben können. > Kofinanzierungs-Schemen Förderungsstellen wie die Schweizer Kommission für Innovation und Technologie (CTI/KTI) und andere öf- fentliche oder private Stiftungen bieten Forschungs- förderung für Forschung in Forschungseinrichtungen und akademischen Institutionen, und ermöglichen dadurch weiteres Investment auf Seiten der Firma. Es kommt vor, dass Universitäts-Spin-offs durch diese Förderungsschiene weiterhin unterstützt werden, was eine Win-win-Situation sowohl für die Firma als auch die Forschungsinstitution darstellt. Intellektuelles Eigentum bleibt dabei im vollen Besitz der Firma. Ein Spin-off im Bereich Energiemanagement Eine fruchtbare Kooperation zwischen der For- schungs- und Entwicklungsabteilung der Hochschule für Wirtschaft und Ingenieurswissenschaften des Kantons Waadt und der Unterstützung von STarmac für Wirtschaftsentwicklung kann am Beispiel eines erfolgreichen Start-ups im Bereich Energiemanage- ment gezeigt werden. Das Unternehmen DepSys ist ein Spin-off des IESE (Institut für Energie und elek- 3 S. Blank and B. Dorf. The startup owner’s manual. The Step-by-step guide for building a great company. K&S Ranch (2014). 4 E. Ries, The Lean Startup: How Today's Entrepreneurs Use Con- tinuous Innovation to Create Radically Successful Business. Crown Business. New York, 2011. 5 Ein Minimal Viable Product, wörtlich ein „minimal überlebensfähi- ges Produkt“ muss von Start-up-Unternehmen entwickelt werden, um die Marktchancen einer Produktidee abschätzen zu können.
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