nachhaltige technologien_04_17_web

Das „roll out" der Photovoltaiknutzung auf Mehrparteienhäusern Die Nutzung von Photovoltaikanlagen (PV) auf Mehr- parteienhäusern attraktiver zu gestalten, ist ein Arbeitsschwerpunkt von SEFIPA. Dachflächen und Fassadenflächen im dicht verbauten, urbanen Raum eignen sich ideal für die PV. Es müssen keine zusätzli- chen Flächen in Anspruch genommen werden und der produzierte Strom findet meist genügend Abnehmer vor Ort. Die Arbeitsgruppe hat konkrete Vorschläge erarbeitet, die Eigenverbrauchsnutzung von PV-Strom in Mehrparteienhäusern – die bisher nicht erlaubt war - zu ermöglichen. Im Juni 2017 wurden diese Vorschlä- ge im Rahmen der kleinen ElWOG 2 -Novelle umgesetzt. Das SEFIPA-Team hat weiters fünf Geschäftsmodelle analysiert und auf ihre Praxistauglichkeit geprüft. Momentan bietet das SEFIPA-Team Unterstützung bei der konkreten Umsetzung von PV auf Mehrparteien- häusern für die ersten zehn Projekte an. Kombination von energierelevanten Förderungen Österreich hat ein langjähriges, etabliertes System zur Förderung von Umweltvorhaben. Die SEFIPA Arbeitsgruppe „Optimierung des energiebezoge- nen Fördersystems in Österreich“ hat sich mit der Kombination und Ausweitung (z.B. Kreis der zuläs- sigen Fördernehmer) der bestehenden Förderungen beschäftigt. Eine konkrete und schnelle Umsetzung der in der Arbeitsgruppe diskutierten Ideen ist für Energieeffizienzprojekte in der Hotel- und Tourismus- industrie gelungen. Obwohl die von der Kommunalkredit Public Consul- ting GmbH (KPC) abgewickelte Umweltförderung im Inland (UFI) als Investitionsförderung mehr Energie- effizienzvorhaben in Hotels wirtschaftlich attraktiv macht, konnten diese in der Vergangenheit teilweise nicht von Banken finanziert werden, wenn die Bonität der Hotels nicht ausreichend war. Eine Kombination der UFI mit der von der Österreichischen Hotel und Tourismus Bank (OEHT) abgewickelten Übernahme von Haftungen für Tourismusbetriebe war nicht mög- lich, da die Richtlinien der beiden Förderungen nicht aufeinander abgestimmt waren. Die SEFIPA-Arbeitsgruppe hat den Prozess der Ab- gleichung zwischen den Förderstellen begleitet und unterstützt, sodass sich seit Juni 2017 die UFI mit geförderten Haftungen für Tourismusbetriebe kombi- nieren lässt und zusätzliche Energieeffizienzprojekte umgesetzt werden können. Nachhaltige Immobilienfonds In Österreich gibt es momentan (Stand Ende 2016) sieben offene Immobilienfonds mit einem Gesamtin- vestitionsvolumen von 6,7 Mrd. EUR. Allein im Jahr 2016 wurden zirka zusätzlich 1,1 Mrd. EUR in offene Immobilienfonds investiert. Acht börsennotierte Immobilen AGs weisen 5,9 Mrd. EUR Marktkapitali- sierung auf. Aufgrund der steigenden Nachfrage der AnlegerInnen und der seit 2017 möglichen Umweltzei- chenzertifizierung von Immobilienfonds, beabsichti- gen einige Immobilienfonds ihren gegenwärtigen Bestand und den Neukauf von Gebäuden gemäß Nachhaltigkeitskriterien auszurichten. Die SEFIPA Ar- beitsgruppe „Nachhaltige Energie-Finanzprodukte für institutionelle (und private) Investoren“ unterstützt zwei österreichische Immobilien-Fonds mit einem ge- genwärtigen Gesamtvolumen von über 800 Mio. EUR bei der Ausrichtung ihres Fonds in Richtung Nachhal- tigkeit. In Hinblick einer Umweltzeichenzertifizierung müssen Immobilien in einem Fonds den klimaaktiv Basiskriterien genügen. Über Immobilienfonds den Immobilienstandard in Richtung Energieeffizienz an- zuheben ist ein wichtiger Hebel für eine nachhaltige Energiezukunft. Crowd4Energy, die neue Crowdinvesting- Plattform für die Finanzierung von Nachhaltigen Energieprojekten Crowdinvesting als Finanzierungsform erlebt seit einigen Jahren einen wahren Boom. Im Juni 2017 ist die Crowdinvestingplattform Crowd4Energy im Rah- men von SEFIPA gestartet, mit dem Ziel, Projekte im Bereich Energieeffizienz und Erneuerbare Energien (mitzu-)finanzieren. Dabei investiert die „crowd“ (viele KleinanlegerInnen) in eines dieser Projekte, bei positivem Projektverlauf bekommen die AnlegerInnen ihr Kapital fair verzinst zurück. Die Vorteile für den Projektbetreiber liegen in der Art des eingesammelten Kapitals (Eigen- bzw. Mezzaninkapital). Zudem stehen die AnlegerInnen verstärkt hinter ihrem mitfinanzier- ten Projekt, das vielleicht sogar aus ihrer Region kommt. Mit Beträgen ab 250 EUR können BürgerInnen in Projekte auf der Plattform investieren. Die Plattform ist im Juni 2017 mit der ersten Projekt- kampagne gestartet, zwei bereits errichteten Klein- wasserkraftwerken in Kottingbrunn und Pfaffstätten am Wiener Neustädter Kanal. Der Projektbetreiber „UnserKraftwerk“ hat sich für eine Teilfinanzierung (300.000 EUR - 75 Prozent der Investitionssumme) ent- schieden. Beim Finanzinstrument handelt sich um ein nachrangiges Darlehen, in diesem konkreten Fall mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einer Verzinsung von 4,5% p.a.. Die Finanzierung dafür konnte innerhalb von 6 Wochen vermittelt werden. 2 Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz

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