„nachhaltige technologien 4|2018“

Fernwärme-Anschluss bzw. die Photovoltaik-Anlage dar. Vergleicht man die gesamten Investitionskosten für die Heizungs- und Elektroinstallationen inkl. PV- Anlage, so waren diese im elektrisch beheizten Ge- bäude um 12 % höher (299 € zu 267 €/m²WNF). Für die Nettobetriebskosten der Heizungsanlagen konnte im Jahr 2017 ein Wert von 291,8 € für die durchschnittliche mit Fernwärme beheizte Wohnung (73,0 m²) ermittelt werden, beim elektrisch beheiz- ten Objekt ergaben sich 266,6 € (-8,6 %) bei gleicher Wohnungsgröße. Bei der Übertragung dieser Ergebnisse auf ande- re Objekte gilt es zu berücksichtigen, dass die Kos- tenstruktur für den Betrieb sehr unterschiedlich ist. Der Anteil der betriebsgebundenen Kosten ist bei der Stromdirektheizung deutlich höher, dementspre- chend sind die Heizkosten stark vom jeweiligen spe- zifischen Heizwärmebedarf abhängig. Vergleich der monatlichen Treibhausgas-Emissionen zweier Wohnungen (73 m² WNF) Quelle: AEE INTEC Energie, Primärenergie und Treibhausgasemissionen Beim Vergleich des Energieverbrauchs der Heizung ergab sich ein um ca. 20 % geringerer Energiever- brauch bei der Stromdirektheizung. Bei einer detail- lierten Betrachtung zeigte sich, dass diese Differenz vorwiegend auf die Verteilverluste in bzw. zu den Fernwärme-Objekten zurückzuführen ist. Die in den Wohnungen abgegebenen, nutzbaren Energiemen- gen waren also weitgehend vergleichbar. Zur Analyse der Umweltauswirkungen wurde eine stündliche Bewertung der aktuellen Elektrizitätszu- sammensetzung in Österreich durchgeführt. Bei die- ser zeigte sich, dass insbesondere im Winter auch in Österreich ein hoher Anteil an nicht-erneuerbaren Energiequellen zur Bereitstellung der Elektrizität be- nötigt wird. Aus diesem Grund lag der Primärenergie- bedarf aus nicht erneuerbaren und nuklearen Ener- giequellen beim elektrisch beheizten Objekt um den Faktor 8 höher. Folglich waren auch die Treibhaus- gasemissionen, welche bei der Beheizung verursacht wurden, markant höher. Während bei der Bereitstel- lung einer Kilowattstunde nutzbarer Heizenergie mit Fernwärme 53 g CO 2 -Äquivalente emittiert wurden, waren dies in der elektrisch beheizten Wohnung 310 g (+487 %). Behaglichkeit Sowohl bei den Befragungen der BewohnerInnen, als auch bei den Begehungen wurden signifikante Be- einträchtigungen der Behaglichkeitssituation in den mit Infrarotpaneelen beheizten großen Räumen mit lediglich einem zentral angeordneten IR-Paneel fest- gestellt. Beinahe alle BewohnerInnen bemängelten die ungleichmäßige Verteilung der Wärme im Raum. Insbesondere im Wohn-/Essbereich scheint die Be- heizung mit nur einem Infrarot-Deckenpaneel un- günstig zu sein. Es konnte durch Modellierung und dreidimensionale Auswertung gezeigt werden, dass zentral im Raum eine physiologisch ungünstige, hohe vertikale Strahlungsasymmetrie vorliegt, wäh- rend weiter entfernte und abgeschattete Bereiche des Raums als zu kühl empfunden werden. Die gleichmäßige Verteilung der Strahlungswärme im Raum stellt insbesondere bei Paneelen mit ge- ringen Flächen und hohen Oberflächentemperatu- ren auf Grund der physikalisch wirksamen Prinzipien eine maßgebliche Herausforderung dar. Insbesonde- re bei Deckenmontage gilt es zusätzliche physiologi- sche Sensitivitäten zu berücksichtigen. Monatlicher spezifischer Heizstromverbrauch und Eigendeckung durch PV-Anlage Quelle: AEE INTEC Photovoltaik-Eigendeckung Bei der Analyse der Photovoltaik-Eigendeckung des Heizstroms zeigt sich das natürlich bedingte Miss- verhältnis zwischen Bedarf und Angebot. Natur- 300 250 200 150 100 50 0 Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sept Okt Nov Dez MW Infrarot-Wohnung inkl. PV Fernwärme-Wohnung CO 2 -Äq.Emissionen [kg] 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sept Okt Nov Dez MW Heizstromverbrauch Eigendeckung kWh/m 2 WNF

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