„nachhaltige technologien 4|2018“
Regionen verbessert wird, um regionale Abregelungen von Windstrom zu vermeiden. Gleichzeitig müssen ge- eignete Flexibilitätskonzepte dafür sorgen, dass die Stromnutzung vor Ort gesteigert wird, um die bislang durch konventionelle Kraftwerke abzudeckende Last zu reduzieren. Daher wird durch intelligentes Lastma- nagement, Speicher und Sektorkopplung untersucht, wie die Regelung des Verbrauchs flexibel gestaltet werden kann. WindNODE: Das Schaufenster für intelligente Energie aus dem Nordosten Deutschlands Im Schaufenster WindNODE soll gezeigt werden, wie die effiziente Einbindung großer Mengen erneuer- barer Energien in einem energieträgerübergreifend optimierten System gelingen kann. Dazu werden die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität integrierend untersucht und Flexibilitätsoptionen auf allen Ebenen berücksichtigt. Auf diese Weise entsteht ein groß- flächiges Reallabor, in dem innovative, nutzerorien- tierte Produkte und Dienstleistungen erprobt werden können. Gleichzeitig sollen Verbraucherschutz- und Sicherheitsstandards geschaffen werden, um die beteiligten Menschen und Unternehmen wirksam vor Datenmissbrauch zu schützen. Herausforderungen Eine der größten Herausforderungen in SINTEG ist es, die vielen einzelnen Ergebnisse und Erkenntnisse aus jedem Schaufenster zusammenzuführen, zu diskutie- ren und zu übertragbaren „Blaupausen“ weiterzuent- wickeln. In Arbeitsgruppen beraten Experten zu schau- fensterübergreifenden Themen wie beispielsweise zu Rechtsfragen und zum regulatorischen Rahmen, zu digitalen Geschäftsmodellen oder zu Energieberufen. Die methodischen Abstimmungen zwischen den Schaufenstern u.a. zur Nutzung des SGAM-Modells (Smart Grid ArchitectureModel) und zur Strukturierung von Pilot-und Demonstrationsvorhaben in „use cases“ tragen ebenfalls zu einer besseren Vergleichbarkeit und Synthese der Einzelergebnisse bei. Eine stärkere Vernetzung und der Erfahrungsaus- tausch zu vergleichbaren Projekten in Europa wie der „Vorzeigeregion Energie“ in Österreich ist die Voraussetzung dafür, dass eine kritische Diskussion von Fragen der zukünftigen Energieversorgung in Deutschland und Europa geführt wird und hieraus gemeinsam gelernt wird. DESIGNETZ: Baukasten Energiewende – von Einzellö- sungen zum effizienten System der Zukunft Die DESIGNETZ-Regionen repräsentieren eine in Deutschland typische regionale Situation, in der sich ländliche Strukturen mit urbanen Ballungszentren und Industriestandorten abwechseln. Das Schaufens- ter zeigt die optimierte markt-, netz- und systemdien- liche Nutzung von Flexibilitäten auf. Es will Lösungen entwickeln, wie dezentral bereitgestellte Energie aus Sonne und Wind für die Versorgung von Lastzentren mit urbanen und industriellen Verbrauchern genutzt werden kann. Der Flexibilitätsbeitrag zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage sowie zur Behebung von Netzengpässen wird auf verschiedenen Spannungs- ebenen unter Einbindung aller Akteure untersucht. enera: Der nächste große Schritt der Energiewende Das Schaufenster enera testet, wie sich Stromnetze und Märkte, Speicher-, Kommunikations- und Ver- brauchstechnologien mit Hilfe digitaler Technologien intelligent kombinieren lassen. Netzbetreiber bekom- men Lösungen an die Hand, die es ihnen erlauben, das Energiesystem der Zukunft, in dem alle beteiligten Ak- teure eingebunden sind, zu moderieren und zu gestal- ten. Ein solches, neues Energiemarktdesign zeichnet sich dadurch aus, dass Flexibilitäten identifiziert und bereitgestellt sowie neue Marktprodukte für System- dienstleistungen entwickelt werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Bedarfe und Herausforderungen der Netzbetreiber bekannt sind. Dann kann das Zusam- menwirken von Netz und Markt dazu beitragen, die Versorgungssicherheit unter Einsatz eines übergrei- fenden Datensystems, das wesentlicher Baustein für die Digitalisierung der Energiewende ist, weiterhin auf höchstem Niveau zu halten. NEW 4.0: Norddeutsche Energiewende Die Schaufensterregion NEW 4.0 ist sowohl durch ein großes Energieverbrauchszentrum als auch durch ein bedeutendes Windenergie-Erzeugungszentrum gekennzeichnet. Es soll aufgezeigt werden, dass die Gesamtregion bereits im Jahr 2035 sicher und zuverlässig mit 100 Prozent regenerativer Energie versorgt werden kann. Hierfür müssen Erzeugung und Verbrauch optimal aufeinander abgestimmt werden. Der Umgang mit lokalen Stromüberschüssen muss intelligent erfolgen, indem der Stromexport in andere Diplom-Volkswirtin Ute Roewer ist wissenschaftlich-technische Mitarbeiterin beim Projektträger Jülich im Geschäftsbereich Energiesysteme. Derzeit ist sie ins Bundesministerium für Wirtschaft und Energie abgeordnet, um dort bei themenübergreifenden Prozessen und Aufgabenstellungen im Rahmen des SINTEG-Programms fachlich zu unterstützen. LEITARTIKEL 5 4
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