„nachhaltige technologien 04 | 2020"
ekarbonisierung, Digitalisierung, Flexibilisierung: Die Energieversorgung in industriellen Betrieben steht vor radikalen Änderungen. Komplexe Systeme brauchen komplexe Lösungen und diese werden durch einen „Digitalen Energie-Zwilling“ in den virtu- ellen Raum verlegt. Dadurch wird das Risiko in realen Umsetzungen deutlich reduziert und das Beste: Nut- zerInnen können die Produktion der Zukunft erleben. Ausgangspunkt Die industrielle Energieversorgung ist derzeit zu einem großen Teil auf den Einsatz einzelner (mono- valenter) Versorgungstechnologien ausgelegt. Diese können auf den schwankenden, prozessbedingten Energiebedarf sowie die Volatilität erneuerbarer (thermischer und elektrischer) Energieträger nur be- dingt reagieren. Durch Anforderungen an die Industrie im Zuge der Dekarbonisierung des Energiesystems ist es jedoch notwendig, das industrielle Energiesystem als hybride Kombination unterschiedlichster Versor- gungstechnologien zu konzipieren, die eng an die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien wie Sonne oder Wind in Abstimmung auf den Bedarf gekoppelt sind. Außerdem stellen die steigende Nachfrage nach Produkten aus der Industrie, verbunden mit der Erweiterung der Produktionskapazitäten und damit einhergehendem erhöhten Energiebedarf, sich stän- dig ändernde Kundenanforderungen und die Siche- rung der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes eine große Herausforderung für Betriebe dar. Unter diesen Rahmenbedingungen brauchen Betriebe bestmög- liche Unterstützung sowohl in der Optimierung des Betriebs als auch in der Auslegung der Prozess- und Energieversorgungsanlagen. Am Beispiel des österreichischen Leiterplattenher- stellers AT & S Austria Technologie & Systemtechnik AG (AT&S) lässt sich durch die zunehmende Digitali- D Digital Energy Twin – Der Schlüssel zur industriellen Dekarbonisierung Der Digital Energy Twin als der erlebbare Raum zukünftiger Energiesysteme Foto: AT&S Jürgen Fluch, Angela Laverde
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