„nachhaltige technologien 04 | 2020"

7 6 Seit August 2020 sind alle Sensoren installiert und über die Gebäudeleittechnik mit einem zusätzlichen Rechner, auf dem der digitale Zwilling installiert ist, verbunden. Simulationsmodell Die betrachteten Bereiche des Gebäudes wurden in der Software IDA ICE abgebildet. Dies inkludiert das Gebäude selbst und auch die implementierte Haustechnik, wie Heizung, Kühlung und Lüftung. Vor Bezug der Büros wurden einige Heiz-, Kühl- und Lüf- tungssequenzen aufgezeichnet. Das Simulationsmo- dell wird derzeit mit Hilfe von Messdaten kalibriert. Im Gebäudemodell wird eine Vielzahl von Parame- tern berechnet, die nicht gemessen werden. So zum Beispiel Temperaturen in einzelnen Bauteilen oder auch die operative Raumtemperatur, die das Tem- peraturempfinden der NutzerInnen deutlich besser wiedergibt als die reine Lufttemperatur. Dieser Wert wird in der Praxis wegen des hohen Aufwands so gut wie nie gemessen. Der virtuelle Wert aus dem digitalen Zwilling könnte für die Regelung der Hei- zung und Kühlung verwendet werden, wodurch der NutzerInnenkomfort optimiert wird. Des Weiteren können vom Simulationsprogramm an die jeweilige Situation angepasste Sollwerte oder Stellsignale an die Regelung gesendet werden. Mit dem in diesem Projekt entwickelten Verfahren können die Rege- lungsparameter eines Gebäudes sehr effizient an die tatsächlich im Betrieb vorhandenen Bedingungen angepasst werden. Das System kann auf aktuelle Wetterverhältnisse reagieren und sich selbstständig an wechselnde Nutzungen der Räume anpassen. Dazu zählen zum Beispiel veränderte Belegung der Büros oder geänderte Arbeitszeiten, wie auch Änderungen der Nutzungsart (z. B. Büro, Lager, Be- sprechungsraum etc.). Simulationen in Echtzeit Ein derzeit in Entwicklung befindliches Zusatztool für die Software IDA ICE, der sogenannte „Building Tracker“, soll in weiterer Folge dazu eingesetzt werden, das Simulationsmodell in Echtzeit mit den Messdaten abzugleichen. In einem ersten Schritt können bereits die von der Gebäudeleittechnik zur Verfügung stehenden Messdaten in Echtzeit in das Modell eingelesen und visualisiert werden. So kön- nen zum Beispiel die Raumlufttemperaturen in den einzelnen Räumen farbig dargestellt werden (siehe folgende Abbildung). Echtzeit-Visualisierung von Messdaten im IDA ICE Modell Quelle: EQUA Solutions AG Büroraum des neuen Forschungsgebäudes mit Temperatur-, Feuchte- und CO 2 -Sensoren (kleines Bild), Status Oktober 2020 Fotos: Infineon Technologies Austria DIGITALISIERUNG IM ENERGIESEKTOR

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