„nachhaltige technologien 04 | 2021"
Durch eine Zonensteuerung in sehr kleinen Bereichen im Großraum der Multifunktionszone wird die Monotonie ab der Dämmerung und in den Winter- monaten in der frühen Nacht verhindert. Es wird durch die Zonierung im Licht auch in der Nacht eine wohnliche Raumgröße simuliert. Die ausschließliche Ausrichtung des Lichts nach unten erzeugt einen sehr geringen Anteil an Lichtverschmutzung. Adidas Arena Altes über Bord werfen und sich Neues trauen! Unter dieser Prämisse wurde im neuen adidas Headquarter in Herzogenaurach der Wunsch nach Tageslicht an den Arbeitsplätzen und einemmultifunktionalen Eingangs- bereich von Bartenbach Lighting Design umgesetzt. Tageslichtanforderungen und bauphysikalische Vorgaben sind teilweise schwierig zu vereinbaren. Immer voluminösere Tragwerke verringern den Son- nenlichteinfall bzw. immer größere Fensterbereiche benötigen aufwändige Verschattung, um Überhitzung im Gebäude vorzubeugen. Der zusätzliche Wunsch von adidas, den Aufwand und die Kosten der Wartung der Sonnenschutzsysteme so gering wie möglich zu halten, kam als besondere Herausforderung hinzu. Das Team, bestehend aus Behnisch Architekten, Transsolar und Bartenbach entwickelte nach para- metrisch definierten Zielen ein feststehendes Fas- sadensonnenschutzsystem, das mit der eigentlichen Glasfassade interagiert. Durch die teilperforierten und je nach Himmels- richtung verschobenen Rauten sind alle Fassaden- ausrichtungen für die Mitarbeiter gleichwertig in Durchsicht, Verschattung und Belichtung. Damit ist für adidas eine maximale Flexibilität in der Raumbe- legungsplanung gegeben. Anforderungen an die Simulationstechnik Die komplexe Fassadenstruktur stellte auch hohe Anforderungen an die Simulationstechnik im Zuge der Tageslichtplanung. Zur Bewertung der Tagesbelichtung im Innenraum musste das Geometriemodell des groß- volumigen Gebäudes so adaptiert werden, dass alle (ta- ges-)lichttechnisch relevanten Bestandteile enthalten sind, die Geometrie aber bestmöglich vereinfacht ist. Das Fassadensystem selbst wurde über ein detailliertes Modell abgebildet, um sowohl die Winkelabhängigkeit durch die geometrische Struktur als auch durch die Perforation exakt zu erfassen. Die Abbildung links zeigt den Tageslichtquotienten (TQ)-Verlauf im gesamten ersten Obergeschoß mit der für den Nachweis der in der Projektplanung gültigen Norm DIN 5034 relevan- ten Grenzlinie von 0.9 %. Winkelabhängige Transmission der Fassadenstruktur (oben) und winkelabhängiger g-Wert des Gesamtsystems Fassadenstruktur inkl. Verglasung (unten) Quelle: Bartenbach –1.00 –0.90 –0.80 –0.70 –0.60 –0.50 –0.40 –0.30 –0.20 –0.10 –0.00 Gerichtet-diffuse Transmission Fassadenstruktur –0.50 –0.45 –0.40 –0.35 –0.30 –0.25 –0.20 –0.15 –0.10 –0.05 –0.00 g-Wert Fassade inkl. Verglasung 10.0– 9.0– 8.0– 7.0– 6.0– 5.0– 4.0– 3.0– 2.0– 1.0– 0.0– TQ [%] Tageslichtverlauf im ersten Obergeschoß der Adidas Arena Quelle: Bartenbach
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