„nachhaltige technologien 04 | 2021"

Speichern vor Ort, in Aquiferen, in Erdschichten usw. bietet Speichermöglichkeiten, die derzeit wesentlich kostengünstiger sind als die Speicherung von Strom. PVT kann, den steigenden Bedarf von Kühlanwendun- gen abdecken. Die zur Verfügung stehenden Lösungen umfassen direkte Lösungen, welche die Wärme z. B. in Absorptionsmaschinen nutzen oder indirekte Lösungen (Nachtkühlung), wenn unverglaste PVT- Kollektoren bei klarem Himmel Wärme abstrahlen. Diese nächtlichen Strahlungsphänomene kühlen das Arbeitsmittel unter die Umgebungstemperatur ab und dieses kann direkt genutzt oder gespeichert werden. Herausforderungen für die PVT-Industrie Nachfolgend sind wichtige Punkte, die zukünftig bearbeitet werden müssen, zusammengefasst: • Die Entscheidung über die richtige Materialaus- wahl für einen PVT-Kollektor kann aufgrund der thermischen Einschränkungen (z. B. Temperatur- beständigkeit von Einkapselungsmaterialien) eine Herausforderung sein. • Für Anbieter ist es durch eine begrenzte Anzahl von validierten Systemmodellierungen schwierig, die Vorteile von PVT zu quantifizieren. • Die (noch) fehlende Sichtbarkeit der PVT-Industrie erschwert die Gestaltung von Normen und Richtlinien zugunsten von PVT. • „Das allgemeine Bewusstsein für PVT ist bei allen InteressensvertreterInnen, HausbesitzerInnen, PlanerInnen, politischen EntscheidungsträgerIn- nen, Versorgungsunternehmen und InvestorInnen noch sehr gering.“ Insgesamt trug der IEA Task 60 maßgeblich dazu bei, die Europäische Forschungskooperation zu hybriden Technologien und Anwendungen zu stärken und auch die Herausforderungen sowie Chancen für die PVT- Industrie zu identifizieren. Das Interesse an PVT- Technologie hat in den vergangenen Jahren zugenom- men und innovative Kollektoren und marktrelevante Systemkonzepte können nicht nur einen Beitrag zur Energiewende leisten, sondern auch die lokale Wert- schöpfung stärken. Weiterführende Informationen / Links im E-Paper www.task60.iea-shc.org Dipl.-Ing. Thomas Ramschak ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs „Technologieentwicklung“ bei AEE INTEC. t.ramschak@aee.at In vielen Fällen, in denen in den sonnigen Monaten des Jahres Wärmebedarf besteht, ist PVT attraktiver als Photovoltaik, da sie dasselbe leistet und zusätzlich Wärme bereitstellt. Die Solarstromproduktion kann sogar etwas höher im Vergleich zu PV-Modulen sein, wenn der Kollektor bei Temperaturen betrieben wird, die niedriger sind als die eines reinen PV-Moduls. PVT- Kollektoren können unbedeckt, verglast oder kon- zentrierend ausgeführt werden, wodurch, je nach Typ, Wärme bei Temperaturen von etwa -20 °C bis +150 °C erzeugt und ein breites Spektrum von Anwendungen abgedeckt werden kann. In gut ausgelegten Hybrid- kollektoren kann die thermische Produktion nahezu so hoch sein wie die eines solarthermischen Kollektors. Neben vielen Detailergebnissen, die öffentlich über die Task-Homepage (www.task60.iea-shc.org) zugänglich sind, wurden zahlreiche Anwendungsfälle und inte- grale Systemansätze identifiziert. Klar herauskris- tallisiert haben sich dabei Kombinationen mit Wär- mepumpen. Dabei können die PVT-Kollektoren die benötigte thermische Energie, also die Quelle für die Wärmepumpe, entweder aus der Sonneneinstrahlung oder der Umgebungswärme gewinnen, oder auch direkt Nutzenergie auf entsprechend hohen Temperaturni- veaus bereitstellen. Die Kombination mit thermischen Luftkollektoren (m 2 ) konzentrierende Kollektoren (m 2 ) verglaste Wasserkollektoren (m 2 ) Vakuumröhrenkollektoren (m 2 ) unverglaste Wasserkollektoren (m 2 ) PVT-Fläche (m 2 ) 10 500.000 Gesamt installierte Kollektorfläche sowie Unterscheidung der PVT-Technologien für Europa mit Ende 2020 Quelle: AEE INTEC

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